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Farbenfroher Auftritt, klarer Gesang: Die „Subdominanten“ in der Tiefstollenhalle.

„Subdominanten“ und „Brass Joker“

Feine Stimmen, brillantes Blech

Peißenberg - Erstmals im Saal der Tiefstollenhalle waren die „Subdominanten“ und „Brass Joker“ zu hören. Bei rund 200 Besuchern wäre das Foyer auch zu klein gewesen.

Feine Stimmen der fünf Damen und drei Herren im Peißenberger Ensemble „Subdominanten“ und brillante Töne des Murnauer Blechbläserquintetts „Brass Joker“: Die gab es wiederum in der Tiefstollenhalle zu hören. Bislang immer im Foyer, heuer erstmals im Saal. Der Zuspruch sollte den Organisatoren Recht geben: Gut 200 Zuhörer kamen am Freitagabend und erlebten ein musikalisch anspruchsvolles und kurzweiliges Konzert.

„Mitreißende und fetzige Rhythmen“ waren im Programmheft des Kulturvereines angekündigt. Na ja – die fünf Blechbläser sind dieser Charakterisierung gerecht geworden. Weniger entsprochen hat dem die achtköpfige A-capella-Formation „Subdominanten“. Die Lieder waren klar gesungen, tonlich sauber und rhythmisch exakt dargeboten. Aber fetzig hört sich anders an. Zu bedenken ist freilich, dass die Grippewelle nicht spurlos an der Formation vorbei gegangen ist. Manche Stücke hätten einfach mehr kraftvolles Forte vertragen, einige Passagen hörten sich leise und brav an.

Die fünf Frauen im Kleid, die drei Herren im weißen Hemd mit roter Fliege: Optisch elegant präsentierten sich die „Subdominanten“ dem Publikum. Nach der Eröffnung mit „Viva la Musica“ und der Melodie zur Oper „Carmen“, wo die Sänger munter die Tonarten wechselten und mühelos die Höhen meisterten, ging’s gleich wieder hinter den Vorhang. Um beim Gassenhauer „Die Nacht ist nicht allein zum Schlafen da“ in roten, blauen, grünen und dunkelblauen Kleidern auch optisch für farbliche Akzente zu sorgen, während die Männer ohne Jackett die Hosenträger zur Schau trugen. Beide Formationen gestalteten jeweils drei kurze Blöcke. Zum Schluss vereinten sie sich instrumental und gesanglich bei einer ruhigen irischen Weise. Von den „Subdominanten“ waren „Thank you for the music“ mit schönem Sopron-Solo, das Lied von der Parkplatzsuche „Ich dreh‘ schon seit Stunden meine Runden“ oder die Träumerei „Ich wär‘ so gerne Millionär“ zu hören.

Ob im Ton, in der technischen Virtuosität, im Rhythmus oder in der Performance: Die „Brass Joker“ mit zwei Trompeten, Tuba, Horn und Posaune erwiesen sich als versierte Blechbläser-Truppe. Sei’s in dem pfiffigen Arrangement zum „Bayerischen Defiliermarsch“, sei’s im locker-flockigen Volkslied „Ein Jäger aus Kurpfalz“, sei’s in den virtuosen Variationen zum Lied „Auf der schwäbsche Eisebahne“ oder im Herzschmerz-Gefühl eines melancholischen Tangos.

Richtig Stimmung kam in den Saal, als die Musiker im letzten Block nach der Pause durchs Publikum zur Bühne spazierten – zunächst zum einfühlsamen New-Orleans-Blues, um nachher einen fetzigen Rhythmus anzuschlagen. Ein anderer Titel war als Reminiszenz an den „Monaco Franze“ gedacht. Ebenfalls frisch und deftig brachte „Brass Joker“ das Lied vom rosaroten Panther oder den Beitrag von den „tollkühnen Männern in ihren fliegenden Kisten“. Nur vom Sousaphon begleitet – sangen sie fröhlich von den „Richt’gen Männern wie wir“. Und trugen so maßgeblich dazu bei, dass der Abend eine Gute-Laune-Mischung aus deutschen Hits, aus Rock, Pop, Blues, Dixie und Swing wurde. Entsprechend fiel der Beifall aus.

Johannes Jais

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