1. Startseite
  2. Lokales
  3. Weilheim
  4. Peißenberg

Kritik an Verzögerung beim Feuerwehrhaus: „Tritschelei“ bei Planungen?

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Bernhard Jepsen

Kommentare

Feuerwehrler löschen einen Brand in Peißenberg
Dass die Peißenberger Feuerwehr weiter so gut und so schnell reagieren kann, wie bei diesem Dachstuhl-Brand, soll das Feuerwehrhaus erweitert werden. © EMANUEL GRONAU

Nachdem der Marktrat Ende 2021 die Entwurfsplanung für die Erweiterung des Feuerwehrhauses abgesegnet hatte, wurde nun eine modifizierte Konzeption präsentiert. Die Feuerwehr spricht von einer „zukunftssicheren Lösung“. Allerdings hagelte es im Bauausschuss Kritik an der Verzögerung.

Peißenberg – Und noch mal eine Planänderung: Für regelmäßige Besucher von Marktratssitzungen war es schon ein wenig überraschend, dass auf der Tagesordnung zur jüngsten Sitzung im gemeindlichen Bauausschuss der Punkt „Umbau und Sanierung des Feuerwehrgerätehauses; Vorlage einer geänderten Entwurfsplanung“ aufgeführt war. Schließlich hatte der Marktrat eigentlich bereits im vergangenen Dezember die Entwurfsplanung abgesegnet. Alles wartete nun auf die Genehmigungsplanung. Doch von Seiten der Feuerwehr gab es offenbar noch einmal Rede- respektive Planungsbedarf. In Kooperation mit dem beauftragten Architekten Peter Haberecht („B3 Architekten“; Penzberg) wurde trotz des Ratsbeschlusses noch einmal an der Konzeption gefeilt – und eine Lösung erarbeitet, die laut Bauamtsleiter Bernhard Schregle finanziell „keine großen Auswirkungen, aber für die Nachbarn deutliche Verbesserungen bringt“. Gemeint sind damit die BRK-Rettungswache und der St.-Johann-Kindergarten. Was sich konkret verändert? Das im nördlichen Grundstücksbereich des Feuerwehrareals an der Ebertstraße geplante Nebengebäude wurde gestrichen. Damit wird es auch keine Grenzbebauung zum benachbarten Kindergarten mehr geben. Als Ersatz werden am südlichen Gebäudetrakt an dessen Ostfassade nicht nur zwei Garagenstellplätze für Einsatzwägen, sondern gleich drei gebaut. Die Mehrkosten für die Alternativplanung bezifferte Schregle im Ausschuss mit 8000 Euro: „Das ist eine überschaubare Summe.“ Auch an der Zufahrt zum nördlich der BRK-Rettungsstelle vorgesehenen Parkplatz wurden Änderungen vorgenommen. Das BRK kann damit an der geraden Ein- und Ausfahrt zu seinen Garagen festhalten. Möglich wurden beide Planänderungen durch die beschlossene Verlegung des Trafohäuschens.

Schregle fasste seine Ausführungen mit den Worten „Das muss es nun gewesen sein“ zusammen. Die Schleife im Planungsprozess löste dem Vernehmen nach bei der obersten Rathausspitze keine Jubelstürme aus. Das soll der Feuerwehr auch intern kommuniziert worden sein. Das Ergebnis wird indes unter dem Strich goutiert: Bürgermeister Frank Zellner (CSU) kommentierte jedenfalls im Ausschuss den Bau einer dritten Garage als „gute Lösung“. Auch Bernd Schewe konnte sich mit der Planänderung arrangieren. Der SPD-Gemeinderat sprach zwar von einem „mühseligen Prozess“, allerdings: „Der Bau einer dritten Garage ist mir immer noch lieber als eine Unterkellerung.“ Als „nachvollziehbar“ bezeichnete Anton Höck (Peißenberger Liste) die Planänderung: „Damit bekommen wir ein noch besseres Feuerwehrhaus.“ Man könne froh sein, bei der Feuerwehr „gute Leute“ zu haben, die sich über die Planungen Gedanken machen würden.

Zu einem anderen Urteil kam Jürgen Forstner. Der Fraktionssprecher der Freien Wähler nahm kein Blatt vor den Mund: „Es ist der Punkt erreicht, wo ich mich als Gemeinderat verscheißert vorkomme.“ Sieben Monate seien ins Land gezogen – „und dann wird nochmal über die Pläne geschaut?“ Forstner verwies mit seiner ironisch formulierten Frage auf die aktuell massiv steigenden Baukosten: „Ich vertrete hier den Steuerzahler. Die Belange der Feuerwehr in allen Ehren. Aber die Tritschelei regt mich auf.“ An den Planungen würden zu viele Leute „rumdoktern“: „Ich kann da nicht mehr mitgehen. Ich möchte, dass das, was wir im Dezember beschlossen haben, umgesetzt wird, sonst kostet das nochmal eine Million Euro mehr.“

Für die Sanierung bzw. Erweiterung des Feuerwehrhauses sind etwas mehr als 5,5 Millionen Euro angesetzt. Zu Beginn der Planungen waren es noch 3,6 Millionen Euro. Forstner stellte klar: „Ich will, dass die Feuerwehr eine Verbesserung bekommt.“ Durch die Verzögerungen laufe man aber Gefahr, am Ende aufgrund der explodierenden Baukosten gar nichts realisieren zu können. Forstner sprach von einem „gruseligen System“ und verwies als Negativbeispiel auf den Bauhof, für den seit vielen Jahren eine Sanierung beziehungsweise ein Neubau angepeilt wird – bislang allerdings ohne Erfolg.

Einen Beschlussvorschlag für den Marktrat zur geänderten Entwurfsplanung verabschiedete der vorberatende Ausschuss nicht. Die Angelegenheit wurde zur Debatte in die Fraktionen verwiesen.

Auch interessant

Kommentare