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Dieses Bild soll in absehbarer Zeit der Vergangenheit angehören. Die Arbeiten starten heuer. 

Kreisausschuss macht den Weg frei

Forster Straße: Halbschranke statt Unterführung

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Den 27. September 2017 werden die Beteiligten nicht so schnell vergessen. Damals erfasste ein Zug ein Auto am unbeschrankten Bahnübergang an der Forster Straße in Peißenberg. Jetzt soll dort Abhilfe geschaffen werden.

Peißenberg – Die Zeit drängt, daran ließ Landrätin Andrea Jochner-Weiß am Montag im Kreisausschuss keinen Zweifel aufkommen. Die Peißenberger machen Druck. Sie wollen, dass sich endlich etwas ändert am Bahnübergang an der Forster Straße. Dem Bahnübergang, an dem es im September 2017 zu einem schweren Unfall kam, als ein Autofahrer das Warnsignal übersehen hatte und mit seinem Fahrzeug vom Zug erfasst worden war. Der Autofahrer war damals schwer-, vier Bahninsassen leicht verletzt worden (wir berichteten).

Einer der Gründe, warum es dazu kommen konnte, ist der Umstand, dass es sich um einen unbeschrankten Übergang handelt. Und so einfach ein paar Halbschranken hinstellen, das gehe nicht, erklärte die Landrätin. Denn die „Lichtzeichenanlage ist aus dem Jahr 1957, da kann nichts nachgerüstet werden“, führte sie weiter aus.

Die Bahn habe daher die Planungen für einen Umbau abgeschlossen, jetzt musste der Kreisausschuss einer außerplanmäßigen Ausgabe zustimmen, weil sich der Landkreis als Straßenbaulastträger an den entstehenden Kosten beteiligen muss.

Der Aufwand ist nicht unerheblich: Neben der Errichtung einer „Lichtzeichenanlage mit Halbschranken“ müssen Teile der Forster Straße und des Dornbichlwegs ausgebaut werden. Zudem wird ein Schalthaus zur Unterbringung der Steuerungstechnik errichtet, muss der Elektroanschluss erneuert und die Straße verbreitert werden. Zudem sollen Betonschwellen im Bereich des neuen Kreuzungspunktes errichtet werden, wie aus der Beschlussvorlage hervorgeht. Macht unterm Strich Gesamtkosten von 692 000 Euro. Gut 460 000 Euro zahlt die Deutsche Bahn, der Bund und der Landkreis schießen jeweils knapp 115 000 Euro zu. Der Landkreis hofft allerdings darauf, dass der Freistaat noch einmal die Hälfte seines Anteils übernimmt. „Das ist die mit Abstand preisgünstigste Lösung“, erklärte Kreiskämmerer Norbert Merk den Kreisräten.

Zuvor hatte Wolfgang Taffertshofer (BfL/Obersöchering) gefragt, warum auf einmal keine Rede mehr davon sei, eine Unterführung zu errichten, damit sich Autos und Bahn überhaupt nicht mehr ins Gehege kommen könnten. „Dadurch müsste die Bahn auch nicht mehr bremsen. Wir hatten an dieser Stelle doch schon einmal diese Variante favorisiert“, sagte Taffertshofer weiter.

Kreiskämmerer Merk erklärte ihm daraufhin, dass eine Unter- oder Überführung der Straße über die Bahnstrecke unverhältnismäßig teurer geworden wäre, auch wenn das „selbstverständlich die Top-Lösung“ gewesen wäre. Zudem würden auch die nun geplanten Halbschrankenanlagen für einen starken Zugewinn an Sicherheit für alle Beteiligten sorgen. Zudem müsse die Bahn auch an der Halbschrankenanlage nicht mehr abbremsen, für die Geschwindigkeit des Zuges sei es also vollkommen unerheblich, ob an der Forster Straße nun eine Halbschrankenanlage oder eine Unterführung gebaut werden.

Die nötigen Umbauarbeiten sollen, nachdem sich der Kreisausschuss am Montag einstimmig für die Investition aussprach, noch heuer in die Wege geleitet. So könnte gut zwei Jahre nach dem Unfall dieser gefährliche Bahnübergang endlich nachhaltig entschärft werden.

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