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Schräge Franken, fast in Ekstase: „Gankino Circus“ am Samstagabend in der Tiefstollenhalle. Die Band um Gitarrist und Erzähler Ralf Wieland (l.) verbindet Volksmusik, Punk und Komik. 

 „Gankino Circus“ in der Tiefstollenhalle

Herrlich verrückt

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So ein Zirkus! „Gankino Circus“ haben ihren ganz eigenen Weg durchs große Feld der alternativen Volks- und Weltmusik gefunden.

Peißenberg – Was auch immer sie jungen Musikanten im westmittelfränkischen Dietenhofen ins Bier mischen – bei den Bandmitgliedern von „Gankino Circus“ hatte es eine wilde, wunderliche, wunderbare Wirkung. Diese vier schrägen, anarchiebegabten Franken haben – wie sie am Samstagabend 150 neugierigen Oberbayern in Peißenbergs Tiefstollenhalle bewiesen – einen ganz eigenen Weg durchs große Feld der alternativen Volks- und Weltmusik gefunden. Ihr Programm „Irrsinn und Idyll“ verbindet lustvoll-virtuoses Musizieren mit freiem Assoziieren. Will heißen: Gitarrist Ralf Wieland, der neben Django-Reinhardt-würdigen Gitarrenläufen einen begnadeten Erzähler gibt, schwadroniert und schwindelt sich bravourös durch den Abend. Manche Schote aus dem 5500-Seelen-Markt Dietenhofen („das ist so ähnlich wie Peißenberg, da leben auch viele alte Leute“) könnte fast wahr sein, manches nur leicht übertrieben. Alternative Fakten halt – nur, dass es hier mal am richtigen Platz und richtig lustig ist. 

 Man betreibe „Gankino Circus“, so lügt Wieland los, in fünfter Generation, habe die Gruppe von den Vätern übernommen. Und schon ist man mittendrin in Dietenhofener Familien- und Stammtischgeschichten. Akkordeonist Maximilian Eder, Saxofonist Simon Schorndanner (einst Student bei Johannes Enders) und Schlagzeuger Johannes Sens spielen treu die gewählten Rollen zwischen Arztsohn und Bauernbub – und machen dazu großartig-gekonnte „Volksmusik anderer Menschen und Volksmusik von uns“: oft polka-punkig schnell, manchmal anrührend, immer seelenvoll. Auch um kurz vor elf will und bekommt Peißenbergs Publikum noch zwei Zugaben. Verrückt, das alles. Herrlich verrückt.

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