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Keinen Konsens fanden die Diskussionsteilnehmer der „MEG Milch Board“. 

„Milch Board“-Diskussion in Peißenberg

„Das Gegeneinander bringt uns nicht weiter“

Peißenberg - Bei  der „Milch Board“-Diskussion in Peißenberg wurde klar: Es ist keine Lösung für das Milchpreisproblem in Sicht. 

In seiner Begrüßung plädierte Hermann Dempfle für einen Konsens. „Das Gegeneinander bringt uns nicht weiter“, so der Landwirt aus Rott zu den rund 80 Landwirten, die am Freitag auf Einladung der „MEG Milch Board“ in den Peißenberger Gasthof „Zur Post“ gekommen waren. Sie informierten sich über die aktuelle Situation auf dem Milchmarkt.

„Bloß schimpfen und maulen bringt nichts“, so Dempfle. „Man muss mit den Leuten reden.“ In der Podiumsdiskussion, die Christine Schneider, Redakteurin der Sendung „Unser Land“ beim Bayerischen Rundfunk, moderierte, wurde zwar ausgiebig geredet, doch es kam zu keinem Konsens. Eine Lösung für das Problem der Milcherzeuger – sie bekommen weniger Geld für die Milch als deren Erzeugung kostet – wurde nicht gefunden.

Derzeit sei wenig Schlachtvieh auf dem Markt, sagte Schneider und schloss daraus: „Die Bauern produzieren schon wieder wie die Wilden.“ Immer, wenn der Milchpreis auch nur geringfügig steige, würde mehr Milch produziert, was erneut zu einem Überangebot und fallenden Preisen führe. Peter Guhl, Vorstandsvorsitzender der wirtschaftlichen Vereinigung „MEG Milch Board“, nennt die derzeitige Lage „existenzbedrohend für die Milcherzeuger“. Im Durchschnitt würden sie von den Molkereien nur 54 Prozent der Produktionskosten bekommen. Der Landwirt aus Mecklenburg-Vorpommern, der 430 Tiere hält, fordert zur Lösung des Problems unter anderem: „Die Bauern müssen sich selbst verändern.“

Christian Schramm, Leiter des Milcheinkaufs der Molkerei „Zott“, hält Schwankungen beim Milchpreis für unvermeidbar, betonte aber: „Ein Milchpreis von 40 Cent für alle in Europa wäre mir am liebsten.“ Romuald Schaber, Vorsitzender des Bundesverbands Deutscher Milchviehhalter (BDM) und Präsident des „European Milk Board“, sieht in den Preisschwankungen kein Problem. Das wirkliche Problem sei das insgesamt zu niedrige Preisniveau. Von den Gewinnen, die mit Molkereiprodukten gemacht werden, komme zu wenig bei den Bauern an. Seine Forderung: „Die Bauern müssen in der Vermarktung besser zusammenarbeiten.“ Schaber räumte aber ein: „Wir Europäer haben das Mengenproblem geschaffen.“ Damit hätten sie nach dem Ende der Milchquote den Weltmarkt unter Druck gesetzt. Die Bauern müssten einen Anreiz bekommen, weniger zu produzieren.

Wolfgang Scholz hatte auch keine umfassende Lösung parat. „Wir sind auf dem Weltmarkt“, so der Kreisobmann des Bayerischen Bauernverbands, der eine „grundlegend andere Marktordnung“ vorschlägt. Chancen für die Bauern sieht Scholz aber im Export. Es müssten neue Märkte erschlossen werden. Nicht alle fanden die Idee gut, Milchprodukte nach Afrika zu exportieren. Durch Billigexporte würde man dort die Bauern kaputtmachen, die dann nach Europa fliehen würden. Schramm sieht den Export anders: In Afrika würden Menschen verhungern. Dieser Markt könnte ausgebaut werden, ebenso der asiatische. Guhl zeigte sogar Verständnis für die Molkereien. Sie seien – ebenso wie die Bauern – Unternehmer und müssten Geld verdienen. Er schlug vor, sich nicht mit der Milchquote („die Quote ist Geschichte“) zu beschäftigen, sondern mit der Zukunft. In Zukunft müsse jeder Milcherzeuger „einen Vertrag haben, in dem steht, wie viel er liefert und was er dafür bekommt“.

Die anschließende Diskussion mit dem Publikum zeigte, dass fast alle Beteiligen die Milchmenge für das entscheidende Problem halten. Die Tiere sollten nur aus hier produziertem Futter ernährt werden, so ein konkreter Vorschlag zur Mengenreduzierung. Der Verzicht auf Kraftfutterimport würde viele Probleme gleichzeitig lösen, hier wie in den Herkunftsländern.

Alfred Schubert

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