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Peißenberg

Gemeinden pochen auf Radweg an Ammer

Seit Jahren wird schon über eine alltagstaugliche Radwegeverbindung für Schüler und Pendler zwischen Peißenberg und Oberhausen diskutiert. Die Vorzugsvariante direkt an der Kreisstraße (WM 15) ist allerdings nicht nur teuer, sondern es fehlen auch die Grundstücke. Die beiden Gemeinden schlagen dem Landkreis nun mit Nachdruck einen Brückenschlag über die Ammer vor.

„Es dauert alles unheimlich lange“, brachte es Bürgermeisterin Manuela Vanni in der jüngsten Sitzung des Bauausschusses auf den Punkt, als es um die Vorstellung des Landkreiskonzepts für ein Fahrrad-Alltagsroutennetz ging. 2015 bereits haben sich die beiden Gemeinden Peißenberg und Oberhausen von Studenten der TU Stuttgart verschiedene Planvarianten aufzeigen lassen. Als favorisierte Variante entpuppte sich damals ein Radweg direkt an der Kreisstraße, weil die Route nach Meinung der Studenten am wenigsten Naturschutzbelange beinträchtigen würde und am besten einsehbar wäre und damit, wie es hieß, „soziale Sicherheit“ vermitteln würde.

Doch die Begeisterung über den veranschlagten Kostenrahmen mit rund einer Million Euro hielt sich bei den Gemeinden in Grenzen. Außerdem fehlt es bis dato am notwendigen Grunderwerb. Ein Durchbruch bei den Grundstücksverhandlungen ist nicht in Sicht.

Die Konsequenz daraus: Oberhausen und Peißenberg verständigten sich darauf, eine andere Route ins Visier zu nehmen. Demnach soll der Radweg vorbei an der Oberhausener Kläranlage, über eine neu zu errichtende Ammerbrücke und im Folgenden auf dem Wirtschaftsweg am nördlichen Flussufer in Richtung Peißenberg führen. Die Kosten für diese Variante wurden von den Studenten mit 300 000 Euro beziffert.

So weit, so gut. Im Auftrag des Landkreises wurde von einem Ingenieurbüro nun aber ein Konzept vorgelegt, das wieder den Neubau eines Radwegs direkt an der Kreisstraße vorsieht – allerdings ohne jegliche Kosten- und Machbarkeitsanalyse. Wie Thomas Schamper im Ausschuss erklärte, sei das Konzept sehr vage und wenig detailliert ausgearbeitet: „Man weiß eigentlich noch nicht viel“, konstatierte der Bauamtsmitarbeiter.

Doch für die beiden Gemeinden ist klar: Eine Streckenführung an der Kreisstraße wäre zwar wünschenswert, die Realisierung allerdings ob der offenen Grundstücksfrage und der hohen Kosten – Baulastträger an der Kreisstraße wäre der Landkreis – in absehbarer Zeit nicht möglich.

Der Oberhausener Gemeinderat hat bereits eine entsprechende Stellungnahme (siehe Kasten) im Landratsamt eingereicht – und deren Wortlaut werden sich auch die Peißenberger Kollegen anschließen. Das zumindest war der Tenor im Ausschuss. „Die Entfernung über die Ammer ist kürzer und man ist weg vom Verkehr. Das ist für die Radler angenehmer“, verwies Dr. Klaus Geldsetzer (SPD) auf zudem mögliche Vorteile der Route entlang der Ammer. Allerdings gibt es auch einen Nachteil: Die Kosten für den „Ammer-Radweg“ müssten rein formal alleine die Gemeinden tragen. Doch da wollen die Kommunen nicht mitmachen: „Wir erwarten eine finanzielle Beteiligung vom Landkreis“, betonte Vanni im Ausschuss. Wenn die Route entlang der Kreisstraße nicht realisierbar sei, dann würde sich der Kreis immerhin eine Million Euro sparen. Deshalb müsse es für die „Ammer-Route“ zumindest Zuschüsse geben: „Alles andere wäre ganz unfair“, so die Rathauschefin, die das Radwege-Projekt als wichtigen Beitrag für umweltfreundliche Mobilität hält: „Wenn wir einen Wandel wollen, dann müssen wir Platz für die Radler schaffen.“ Ein weiterer Vorschlag der Bürgermeisterin, der die Situation der Radler kurzfristig verbessern könnte: „Zwischen Oberhausen und Peißenberg sollte Tempo 70 eingeführt werden. Da fahren sie ja alle wie die Geisteskranken.“

Vanni berichtete im Ausschuss zudem darüber, dass das vorgelegte Landkreis-Radwegekonzept in den Kreis-Gremien bereits für „erste heißere Diskussionen“ gesorgt hat. Der Anlass: Unter anderem sind in dem Konzept Radwege auf den Hohen Peißenberg und auf der Kreisstraße zwischen Peißenberg und Paterzell vorgesehen. Die beiden Straßen sollen bekanntlich bald aufwändig saniert respektive ausgebaut werden. Der Haken: In der Straßenplanung sind keine Radwege vorgesehen.


Bernhard Jepsen

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