Verbindendes aus Stahl: So könnte die Brücke zwischen den beiden Bergehalden aussehen, wenn sie gebaut werden kann.

Gemeinderat Peißenberg: Alle wollen die Brücke 

  • Bernhard Jepsen
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Tolles Projekt, tolle Planung, derzeit aber nicht finanzierbar. Das war der Tenor im Peißenberger Bauausschuss zum möglichen Brückenschlag zwischen Alter und Neuer Bergehalde. Der Meinung schloss sich der Marktrat an – allerdings sollen die Brückenpläne nicht zu tief in die Schublade gelegt werden.

Peißenberg – Eine Fachwerkkonstruktion aus Stahl, die ohne Stützen konzipiert ist und in ihrer Gestaltung an die Bergwerkszeit erinnert: So sieht sie grob umschrieben aus, die Planung für einen möglichen Brückenschlag über die Schongauer Straße (wir berichteten). Das Verbindungselement zwischen den Bergehalden, da ist man sich im Marktrat einig, würde die Ortsmitte infrastrukturell massiv aufwerten. Problem sind jedoch die Kosten: Inklusive Nebenkosten, so hat Marktbaumeister David Oppermann ermittelt, würde die Brücke mit rund 975 000 Euro zu Buche schlagen.

Das ist ein Betrag, den die Gemeinde „derzeit nicht seriös durchfinanzieren kann“, wie Kämmerer Michael Liedl in der jüngsten Marktratssitzung mit Hinweis auf die noch nicht absehbaren Folgen der Corona-Krise konstatierte. Das Gremium schloss sich dann auch dem Beschlussvorschlag des Bauausschusses einhellig an, wonach das Projekt vorerst zurückgestellt werden soll. Doch es wurde ein Zusatz formuliert: Demnach soll die Rathausverwaltung mit der Regierung von Oberbayern ausloten, ob es geeignete Fördertöpfe für den Brückenschlag gibt. Im Klartext: Der Marktrat will das Projekt nicht bis auf den St. Nimmerleinstag verschieben. „Wir sehen die Brücke als ein tolles Symbol. Es wäre wichtig, dass die Pläne nicht die nächsten fünf bis zehn Jahre in der Schublade verschwinden“, erklärte Grünen-Fraktionssprecher Matthias Bichlmayr. Ähnlich äußerte sich Altbürgermeisterin Manuela Vanni (Peißenberger Liste): „Wir alle wollen die Brücke. Sie ist wichtig für die Entwicklung der Bergehalden.“ Doch wie schon im Bauausschuss stellten einige Markträte die Frage, ob es nicht billigere Planvarianten geben würde. „Mir fehlt die Alternative“, erklärte Jürgen Forstner, der Fraktionssprecher der Freien Wähler: „Gestaltung hin oder her: Eine Brücke sollte von A nach B führen und praktisch sein.“ Auch nach der Corona-Krise würde man keinen Millionenbetrag für eine Brücke ausgeben können. Die architektonisch ansprechende Lösung mit der Stahlkonstruktion, daran ließ Oppermann in der Diskussion keinen Zweifel, hat ihren Preis. Bei der Tonnage von 52 Tonnen habe man kaum noch Reserven nach unten. Immerhin solle die Brücke neben Fußgängern auch Radfahrern zur Verfügung stehen. Das erfordere eine Mindestbreite von 3,5 Meter. Nur auf Fußgänger beschränkt wären 2,5 Meter ausreichend. „Aber will man die Radfahrer wirklich aussperren?“, fragte Oppermann.

Anton Höck (Peißenberger Liste) hielt es wiederum für angebracht, zunächst eine „Grundsatzentscheidung“ zu treffen: „Wir müssen uns fragen: Was wollen wir?“ Solle die Brücke wirklich eine Assoziation zum Bergbau haben oder seien auch andere Gestaltungsformen denkbar: „Eine Holzkonstruktion halte ich für realistisch“, so Höck. Genau diesen Baustoff hält indes Oppermann an der geplanten Stelle für ungeeignet, weil die Brücke eine sonnenzugewandte Süd- und eine schattige Nordseite haben würde. Hinzu kommt ein weiterer Aspekt: So ist fraglich, ob eine „Billigvariante“ überhaupt eine Förderung erhalten würde: „Die Regierung von Oberbayern spricht von Qualitätsstandards“, betonte Liedl. Deshalb sei es angeraten, zunächst mit der Regierung zu eruieren, welche Planungskriterien zwingende Voraussetzungen für eine Bezuschussung wären. Erst anschließend sei es sinnvoll, sich über günstigere Entwurfsvarianten Gedanken zu machen.

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