1. Startseite
  2. Lokales
  3. Weilheim
  4. Peißenberg

Geplantes Peißenberger Aktivzentrum sogt weiter für Diskussionen

Erstellt:

Von: Bernhard Jepsen

Kommentare

Auf dem ehemaligen Rollschuhplatz, wo sich noch die Fundamentpfeiler für die provisorische Containerschule befinden, soll das Aktivzentrum entstehen.
Auf dem ehemaligen Rollschuhplatz, wo sich noch die Fundamentpfeiler für die provisorische Containerschule befinden, soll das Aktivzentrum entstehen. © ruder

Das geplante Aktivzentrum, das auch neue Umkleidekabinen für das Eisstadion schaffen soll, sorgt weiter für Diskussionen - auch in der jüngsten Haupt- und Finanzausschusssitzung. Auslöser war ein Artikel in dieser Zeitung über die Finanzierungspläne des TSV Peißenberg.

Peißenberg – Bis auf den Tagesordnungspunkt „Kenntnisgaben“ hatte die Rathausverwaltung für den öffentlichen Teil der jüngsten Sitzung im Haupt- und Finanzausschuss eigentlich keinen gesonderten Tagesordnungspunkt eingeplant. Dennoch geriet eben dieser öffentliche Teil in den Fokus des Interesses.

Jürgen Forstner, der Fraktionssprecher der Freien Wähler (FW), hatte am Vortag im Bauausschuss angekündigt, dass sein Parteikollege Walter Wurzinger Redebedarf bezüglich des geplanten Aktivzentrums haben würde. Forstner bezog sich auf einen am selben Tag erschienen Zeitungsartikel, der darüber Aufschluss gab, wie der TSV Peißenberg seinen Kostenanteil am Aktivzentrum zu finanzieren gedenkt. „Da gibt es doch Dinge, über die man bald reden muss“, so Forstner.

Wurden Inhalte in der Zeitung falsch wiedergegeben?

Nun, geredet wurde dann im Haupt- und Finanzausschuss auch. Wurzinger meldete sich gleich nach der Begrüßung durch Vize-Bürgermeister und Sitzungsleiter Robert Halbritter (SPD) zu Wort – wobei in seinem Eingangsstatement zunächst nicht ganz klar wurde, welche Inhalte er nun konkret kundtun wollte. Wurzinger verwies auf den Zeitungsartikel, in dem auch die von der Gemeinde jährlich an den TSV bezahlte 40 000-Euro-Pauschale für den Eistadionbetrieb erörtert wurde. Laut Wurzinger ist dabei „falsch rübergekommen“ und „der Eindruck entstanden“, dass der Zuschuss in die künftige Schuldentilgung des vom TSV anvisierten Finanzierungsdarlehens für das Aktivzentrum fließen könnte. Wurzinger suggerierte damit (wie er später auf Nachfrage meinte „unabsichtlich“), dass die Heimatzeitung Inhalte falsch wiedergegeben hat.

Darstellung entspricht exakt den Tatsachen

Doch die Darstellung im Artikel entspricht exakt den Tatsachen, das bestätigte auch Stefan Rießenberger. Der TSV-Präsident und Gemeinderat der Bürgervereinigung war im Haupt- und Finanzausschuss anwesend. Weil er kein reguläres Mitglied des Gremiums ist, hatte er in der Sitzung kein aktives Rederecht. Aber Fakt ist: Die kommunale Pauschalzahlung fließt beim TSV in den Einnahmentopf, aus den auch der Schuldendienst für das Fremdkapital bedient werden soll. Einen konkreten Nachweis für die einzelne Verwendung der Pauschale, das bestätigte Michael Liedl auf Nachfrage, muss der TSV gegenüber der Gemeinde nicht leisten. Der Marktkämmerer spricht von einem „Betriebskostenzuschuss“. Unter die Betriebskosten fallen natürlich auch anfallende Kredittilgungen – so wie viele Jahre lang für das Hallendach am Eisstadion. Die Gemeinde, so Liedl, erhalte vom TSV als „flankierende Prüfmaßnahme“ alljährlich eine „betriebswirtschaftliche Auswertung“: „Und die Gemeinde kann jederzeit Einsicht in die Bücher nehmen.“ So viel zur „Pauschale“, die, wie Wurzinger gegenüber der Heimatzeitung erklärte, nun ein Fall für den Rechnungsprüfungsausschuss sein müsse. Erst in der weiteren Diskussion wurde klar, worum es dem FW-Gemeinderat eigentlich wirklich ging: Nach Meinung Wurzingers müssten sämtliche freiwilligen Leistungen der Gemeinde auf den Prüfstand gestellt werden.

Aktivzentrum „harte Nuss für die Gemeinde“

Der Markt sei die Kommune im Landkreis, die vom Freistaat immerhin die höchsten Schlüsselzuweisungen erhalte. „Wir müssen klären, wie wir Peißenberg finanziell für die nächsten zehn Jahre ausrichten.“ Das Aktivzentrum sei haushaltstechnisch jedenfalls eine „harte Nuss“ für die Gemeinde.

Wurzinger schlug vor, die Planungen neu aufzurollen und auf eine Sanierung und Erweiterung des bestehenden Umkleidetrakts zu fokussieren. „Das wäre finanziell eine überlegenswerte Sache“, so Wurzinger. Auch müsse geprüft werden, ob es wirklich ein Aktivzentrum mit Bewegungsräumen brauchen würde oder nicht die vorhandenen Turnhallen und sonstigen öffentlichen Einrichtungen genügend Raumkapazitäten bereitstellen würden.

Dem Vernehmen nach wird die Sanierungsvariante in internen Diskussionen nicht völlig ausgeschlossen – im Gegenteil. Dass die alten Umkleiden in den Zuständigkeitsbereich der Gemeindewerke fallen und das Kommunalunternehmen (KU) bislang den Daumen für ein derartiges Projekt senkte, wird nicht als unüberwindbares Problem gesehen. Eine eventuell vom KU anvisierte Erweiterung der ambulanten Rehaklinik im „Rigi-Rutsch’n“-Betriebsgebäude, so heißt es, würde eine Sanierung der Umkleiden nicht ausschließen, sondern könnte baulich durchaus kombiniert werden.

Weilheim-Penzberg-Newsletter: Alles aus Ihrer Region! Unser Weilheim-Penzberg-Newsletter informiert Sie regelmäßig über alle wichtigen Geschichten aus der Region Weilheim und Penzberg – inklusive aller Neuigkeiten zur Corona-Krise in Ihrer Gemeinde. Melden Sie sich hier an.

Übrigens: Alles aus der Region gibt‘s jetzt auch in unserem regelmäßigen Schongau-Newsletter.

Auch interessant

Kommentare