Wegen einer Bastmatte

Nachbarstreit landet vor Gericht

Wegen einer Bastmatte an einer Hecke sind zwei Nachbarn in Peißenberg so in Streit geraten, dass der Fall vor Gericht landete.

Peißenberg – Weil sich zwei Nachbarn aus Peißenberg überhaupt nicht mehr grün sind, trafen sie sich kürzlich vor dem Zivilgericht am Weilheimer Amtsgericht. Doch dort wurde schnell klar, dass es auch vor Gericht keine Einigung zwischen den beiden geben würde. „Da brauche ich keinen Vergleichsvorschlag zu machen“, stellte die Richterin am Ende der Verhandlung fest.

Der Grund für den Nachbarschaftsstreit, der nun vor Gericht landete, ist eine Bastmatte, auf die der beklagte Nachbar schauen muss, seit der Kläger diese an seiner Hecke angebracht hat. Der Blick auf die Bastmatte gefiel dem Beklagten nicht: „Das Ding muss wieder weg“, habe er zu seinem Nachbarn gesagt. Sie blieb und das nachbarschaftliche Verhältnis verschlechterte sich.

Am 12. Juni 2016 kam es dann gegen 18 Uhr zu einer Auseinandersetzung zwischen den Nachbarn, die der Grund für die Gerichtsverhandlung war. Der Kläger schilderte: „Es hat geklingelt und er stand wutgeladen vor der Tür und hat bemängelt, dass meine Frau den Efeu geschnitten hat.“ Der Nachbar sei höchst aggressiv gewesen, und er habe ihn aufgefordert, sein Grundstück zu verlassen. Er habe seine Tür schließen wollen, doch der Nachbar habe sich dagegengestemmt, sodass seine Frau mithelfen musste, um die Tür zu schließen. Dabei habe der Nachbar durch den Türspalt gegriffen und ihm mit der flachen Hand einen Schlag auf den Schulter-Brustbereich versetzt. Weil er dort einen Port habe, habe ihm das höllische Schmerzen verursacht. Wegen der Schmerzen, die er damals erlitten hatte, forderte er nun 600 Euro Schmerzensgeld von seinem Nachbarn. Zum Beweis dafür, wie heftig die Auseinandersetzung gewesen ist, legte er ein T-Shirt vor, von dem er sagte, dass er dieses damals getragen habe und das zerrissen war. Als der Anwalt des Beklagten dieses einbehalten wollte, um Fingerabdrücke darauf sicherstellen zu lassen, sagte der Kläger, dass es verschwitzt gewesen sei und er es deswegen gewaschen habe.

Der Beklagte schilderte der Vorfall anders: Es stimme zwar, dass er zu seinem Nachbarn rübergegangen sei, um ihn wegen der Gestaltung des Gartens zur Rede zu stellen, doch er sei nie handgreiflich geworden: „Ich bin einen Schritt auf ihn zugegangen, aber den Schlag habe ich nie gemacht.“ Vielmehr habe ihn der Kläger an jenem Abend einen „alten Nörgler“ genannt und seine Frau als „alte Schabracke“ beschimpft. Deswegen habe er bei der Polizei Anzeige erstattet wegen Beleidigung. Daraufhin hat der Kläger auch Anzeige wegen Körperverletzung erstattet. Beide Strafverfahren wurden aber eingestellt, deshalb blieb nur das Zivilverfahren. „Die Wahrscheinlichkeit, dass jemand von Ihnen wegzieht, ist gering. Sie müssen irgendwie miteinander auskommen“, sagte die Richterin. Weil ein Vergleichsvorschlag nicht möglich erschien, entscheidet sie demnächst über den Nachbarschaftsstreit und verkündet dann das Urteil.

Rubriklistenbild: © DPA

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