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Wegen des Brandes im Februar bleibt das Peißenberger Freibad heuer geschlossen.

Gerüchte zur Schließung  der  „Rigi-Rutsch’n“

„Da wird mit Ängsten gespielt“

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Peißenberg - Es gibt Gerüchte, dass die „Rigi-Rutsch’n“ für immer geschlossen bleibt.  Gemeindewerksleiter Günther Forster widerspricht. 

Günther Forster wirkte gestern nachdenklich. Seit der Leiter der Peißenberger Gemeindewerke am 15. April bekanntgegeben hat, dass das Freibad der „Rigi-Rutsch’n“ heuer geschlossen bleibt, hat er viel Protest erlebt, viele Diskussionen geführt, Widerstand, aber auch Unterstützung gespürt. Ihm war klar, dass die Entscheidung, die der Verwaltungsrat einstimmig mitgetragen hat, Reaktionen hervorrufen würde. Damit kann er leben. Doch was ihn in den vergangenen Tagen erreicht hat, frustriert Forster. „Das geht unter die Gürtellinie“, sagte er gestern im Gespräch mit der Heimatzeitung. „Das hat für mich eine nicht hinnehmbare Dimension erreicht.“

Einer der Vorwürfe, die ihn beschäftigen, erreichte ihn am Samstag. Forster war privat im Ort unterwegs, als er aufgehalten wurde. Eine Frau sagte ihm, „dass ich Schuld bin, wenn ihre Kinder in der Ammer ertrinken“, erinnerte er sich. Am Montag landete zudem ein anonymes Schreiben im Briefkasten der Gemeindwerke: „Schämen Sie sich Herr Forster! Sie haben unseren Kindern und Jugendlichen den Sommer gestohlen“, heißt es darin wortwörtlich. Der oder die Unbekannte hatte den Brief auch an die Redaktion des „Weilheimer Tagblatt“ geschickt. Darin heißt es außerdem: „Ein ,Peissenberger für Peissenberg‘ an der Spitze der Gemeindewerke war nötig um unsere Rigi Rutschn zu schließen.“ Forster wird darin geraten, eine „Teilöffnung“ anzuregen. Unterschrieben ist der Brief mit: „Ihre Peissenberger Familien“. Forster sagte dazu nur knapp: „Ich gehöre auch zu einer Peißenberger Familie.“

Den Gemeindewerksleiter trafen die Angriffe zu einer Zeit, als er dachte, „dass wir endlich zum Arbeiten kommen“. Am Freitag hatte sich das erste Mal die öffentliche Projektgruppe getroffen – die 60 Mitglieder stammen größtenteils aus Peißenberg. „Da haben wir eine sehr gute Qualität drin“, sagte Forster. „Jetzt haben wir eine Basis. Das war der Punkt, auf den ich wochenlang hingefiebert habe.“

Forster will „konstruktiv arbeiten“, an der Zukunft der „Rigi-Rutsch’n“ basteln. Diskussionen um die aktuelle Sommersaison halten ihn davon immer wieder ab. Er bleibt bei seiner Entscheidung, das Freibad geschlossen zu lassen, begründete sie auch am Dienstagabend noch einmal im Verwaltungsrat. Er und seine Mitarbeiter brauchen die Zeit, um ein zukunftsfähiges Konzept zu erstellen, sagte er gegenüber der Heimatzeitung. Das Bad angesichts des hohen Defizits zu öffnen, gefährde die Zukunft der „Rigi-Rutsch’n“ mehr als eine Saison Pause, betonte er.

Den Gerüchten, dass die „Rigi-Rutsch’n“ komplett geschlossen werden soll, widerspricht Forster vehement. „Da wird mit Ängsten gespielt, die keine Basis haben.“ Als Peißenberger käme es ihm nicht in den Sinn, das Ende des Freibads zu besiegeln.

Stattdessen will er Möglichkeiten finden, wie die „Rigi-Rutsch’n“ in die Zukunft geführt werden kann. Das muss er auch im Sinne der Gemeindewerke. Ginge alles weiter wie bisher, sei das „sehr problematisch“ für das Kommunalunternehmen, dem wegen des Bads rote Zahlen drohen. „Das geht nicht zusammen mit dem Auftrag, ein Unternehmen wirtschaftlich zu führen“, sagte Forster, der auch die Verantwortung für seine Mitarbeiter hat. Er hofft auf Verständnis: „Wir brauchen Zeit, um Dinge zu entwickeln.“

Ob die Peißenberger ihm diese geben, wird sich zeigen. Mehrere Verwaltungsräte bereuen ihre Entscheidung mittlerweile. Für heutigen Mittwoch, 18 Uhr, ist zudem bei einer SPD-Versammlung zu einer Protestdemo am Rathaus aufgerufen worden.

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