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Raum für Entwicklung: Für die Alte Bergehalde gibt es viele Pläne und Ideen. Unten ist der Verkehrsübungsplatz zu sehen, rechts daneben die BMX-Bahn. Grafik, 

Gestaltungskatalog für die Alte Bergehalde

Vom Grillplatz bis zum „Sky-Walk“

Die Idee zur Umgestaltung und Belebung der Alten Bergehalde ist nicht neu.  Nun stellt die Rathausverwaltung  auf Antrag der „Peißenberger Liste“ einen Gestaltungskatalog vor.

Peißenberg – Seit vielen Jahren bemüht sich Peißenberg um eine städtebauliche Entwicklung der Ortsmitte. Mit der geplanten Errichtung des Bürgerhauses/Jugendzentrums im Zwickel zwischen Schongauer- und Bergwerkstraße sowie mit den bereits erfolgten Umzügen der Vhs und der Gemeindewerke ins „Rigi-Center“ wird oder wurde das Zentrum infrastrukturell aufgewertet.

Jetzt soll in einem zweiten Schritt die Gestaltung der Alten Bergehalde angegangen werden – zumindest wenn es nach der „Peißenberger Liste“ (PL) geht. Erste Ideen für die städtebauliche Nutzung der Abraumhalde hatte es schon Anfang der 1990er Jahre gegeben. Damals war eine dichte Wohnbebauung im Gespräch, doch die Pläne scheiterten an der Radom-Belastung des künstlich aufgeschütteten Geländes. Rund zehn Jahre später wurde im Marktrat der Vorschlag diskutiert, die Halde abzutragen und als Füllmaterial für Lärmschutzwälle an der Umgehung zu nutzen.

Das Projekt ließ sich ebenfalls nicht realisieren, weil zu teuer und unter geologischen Aspekten zu unsicher. 2008 wurde zudem ein Architektenwettbewerb initiiert, der verschiedene Freizeitkonzepte für die „Alte Bergehalde“ aufzeigte. In der jüngsten Bauausschusssitzung stand nun der PL-Antrag zum ersten Mal auf der Tagesordnung – nach fast vier Monaten Bearbeitungszeit. Doch wer neue Erkenntnisse oder Planungsfortschritte erwartet hatte, wurde enttäuscht. Sonja Mayer, die Grünflächenbeauftragte der Gemeinde, beschränkte sich in ihrem Vortrag mehr oder weniger darauf, die unter anderem aus der Jugendwerkstatt bekannten und im PL-Antrag genannten Projektvorschläge in kurz-, mittel- und langfristige Maßnahmen einzuordnen.

Da waren zum Beispiel in der Kategorie „kurzfristig“ ein Grillplatz und ein Bauwagen als Jugendtreffpunkt aufgelistet – wobei Letzterer von Stefan Rießenberger umgehend torpediert wurde: „Das sollten wir sofort wieder verwerfen, das schafft nur Probleme“, kritisierte der Fraktionssprecher der Bürgervereinigung: „Von 100 Gemeinden, die so einen Bauwagen aufgestellt haben, haben ihn 110 nach kurzer Zeit wieder abgebaut.“

Unter „mittelfristig“ eingruppiert waren ein Bewegungsparcour, ein Kneippbecken und ein Rundweg. Die Gestaltung der südlich der Bücherei gelegenen Plateauebene als Landschaftspark und der im „Integrierten Städtebaulichen Entwicklungskonzept“ (ISEK) vorgeschlagene „Sky-Walk“ zwischen Tiefstollen sowie Alter und Neuer Bergehalde standen schließlich in der Rubrik „langfristig“.

Auf Nachfrage der Heimatzeitung erklärte Bürgermeisterin Vanni, dass es im Ausschuss erst einmal nur darum gegangen sei, die bestehenden Gestaltungsideen für die Alte Bergehalde aufzuzeigen: „Es muss nicht alles total neu sein“, so die Rathauschefin: „Wenn die Bürgervereinigung beispielsweise zum Energiekonzept Anträge stellt, dann sind das auch keine neuen, sondern bereits bekannte Projekte.“ Der Vorschlag mit dem Bewegungsparcours ist laut Vanni vom Seniorenbeirat bereits „sehr begrüßt“ worden.

Und wie sieht es mit dem Verbindungssteg zwischen Tiefstollen und den beiden Bergehalden aus? Ist der planerisch und finanziell überhaupt realistisch? Vanni kann sich vorstellen, dass die Brückenverbindung eventuell abschnittsweise umgesetzt werden könnte: „Doch das Ganze ist letztlich eine politische Entscheidung, ob man so einen Steg tatsächlich haben will.“ Die Pläne für die Rekonstruktion der „Eisernen Brücke“ über die Schongauer Straße sei 2008 verworfen worden: „Damals hieß es, 500 000 Euro für so etwas sind zu viel. Aber für den Preis wird man den Sky-Walk nicht bekommen“, konstatiert Vanni. „Planerisches Hauptproblem“ sei zudem, ob man einen Steg über die Bahngleise führen dürfe – auch wenn eine Elektrifizierung der Bahnstrecke laut Vanni „in nächster Zeit nicht zur Debatte steht“.

Bernhard Jepsen

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