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Äußerlich unterschiedlich, musikalisch eine Einheit: die Spieler des Duos „Café del Mundo“. 

Gitarren-Duo „Café del Mundo“

Flinke Finger entfachten ein Feuerwerk

Peißenberg - Das Gitarren-Duo „Café del Mundo“ spielte vor rund 70 Zuschauern in der Tiefstollenhalle. Die waren überwältigt.

Vor dem Tango zog Jan Pascal seine Anzugjacke aus. Und wer dachte, dass keine Steigerung beim Gitarrenspiel des Duos „Café del Mundo“ möglich sei, der irrte. Die preisgekrönten Künstler Alexander Kilian und Jan Pascal überwältigten die rund 70 Zuhörer bei ihrem Konzert in der Tiefstollenhalle am Freitagabend.

Über brillante Technik, über unglaubliche Fingerfertigkeit braucht man eigentlich gar nicht mehr zu reden bei diesen Ausnahmekünstlern. Und doch muss es sein, nach dem Gehörten, nach dem Feuerwerk an Flamenco-Jazz, an Rumbarhythmen, an hervorgezauberten Gitarrenklängen. Mit fliegenden Fingern rasen die Künstler über den Gitarrenhals, zupfen kaskadenartig die Saiten, schlagen den Rhythmus, und es wird auch mal ganz zart auf die Saiten gepustet. Da steckt nicht nur ein meisterhaftes Beherrschen des Instrumentes dahinter. Es ist vor allem die Ausdruckskraft, die das Publikum sofort zum Jubeln bringt. Die beiden wollen Freude vermitteln. „Wir wollen das Grau des Alltags vertreiben“, sagt Jan Pascal.

Auf ihren vielen Reisen durch die ganze Welt sammeln die zwei Geschichten und verpacken diese in Musik. In einer Stadt treffen sie einen Mann mit einem Welpen, den er aus einem Müllcontainer gerettet hat. Daraus wird ein „Flamenco solaire“, ein trauriges Stück über Einsamkeit. Ein „Samba Tempodrom“ ist eine geschickte Variation eines bekannten spanischen Kinderlieds, bestückt mit eingebauten Fugen, verdrehten Takten, mit neuem Rhythmus. Man hört von tanzenden Beduinen und von der Stimmung in einem Café in Caracas. Jan, elegant mit Anzug und Krawatte, und Alexander mit schwarzer Jeans und nietenbestückter Lederjacke passen nur scheinbar nicht so ganz zusammen. Wenn sie spielen, sind sie eine Einheit. Sie fordern sich heraus, ergänzen sich, verschmelzen, verzaubern. Man verbeugt sich vor der Virtuosität und lässt für unbestimmte Zeit die eigene Gitarre in Ruhe.

Regina Wahl-Geiger

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