Moritz Hummig (rechts) will das alte Juze für seinen Verein „Junge Künstler Peißenberg“. Mit auf dem Foto: SPD-Gemeinderat Peter Blome.
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Moritz Hummig (rechts) will das alte Juze für seinen Verein „Junge Künstler Peißenberg“. Mit auf dem Foto: SPD-Gemeinderat Peter Blome.

In Peißenberg

Gleich zwei Interessenten für altes Juze

  • Bernhard Jepsen
    vonBernhard Jepsen
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Was wird aus dem alten Jugendzentrum am St. Georgenweg? Diese Frage beschäftigt derzeit den Marktgemeinderat. Im November könnte eine Entscheidung fallen. Hinter den Kulissen wird eifrig gerungen. Mit den „Jungen Künstlern Peißenberg“ und dem „Frohsinn 2000“ bewerben sich gleich zwei Vereine um die künftige Nutzung.

  • Eigentlich hätte das alte Juze abgerissen werden sollen
  • Es könnte sein, dass das Gebäude dennoch stehenbleibt
  • Gleich zwei Vereine interessieren sich für das Haus am St. Georgenweg

Es ist baufällig und der Marktrat hatte sein Schicksal eigentlich schon besiegelt: Nach dem Umzug des Jugendzentrums Richtung Bahnhofsquartier sollte das alte Gebäude am St. Georgenweg abgerissen werden. Doch das von vielen als „Ruine“ bezeichnete Bauwerk, das ganz früher ein Ledigenheim war, steht immer noch – und inzwischen ist es heiß begehrt. Gleich zwei Vereine wollen es übernehmen. Da sind einmal die „Jungen Künstler Peißenberg“. Frontmann des noch jungen Vereins ist Moritz Hummig. Wie bereits mehrfach berichtet, möchte der gelernte Pyrotechniker den Geist und das Flair des alten Juzes mit seiner kreativen Musikszene – bekannte Bands wie „The Notwist“ sind daraus entstanden – wiederbeleben. Das Ganze würde eine Plattform für subkulturelle Angebote schaffen und zum morbiden Charme des alten Gemäuers passen. Hummig hätte das alte Juze vermutlich längst haben können – allerdings gibt es einen Knackpunkt: Die Gemeinde will die Immobilie nicht verkaufen, für Erbpacht wiederum konnte sich Hummig bislang nicht begeistern.

Ein weiteres Problem aus Sicht der „Jungen Künstler“: Inzwischen gibt es mit dem „Frohsinn 2000“ starke und einflussreiche Konkurrenz. Der Faschingsverein – einer der größten und aktivsten im Landkreis – sucht eine Trainingsstätte für seine Garden. Auch braucht er dringend Lagerflächen für sein Vereinsequipment.

Anders als Hummig strebt „Frohsinn“ eine Erbpachtregelung an. Das könnte am Ende eventuell den Ausschlag geben. Nach derzeitigem Stand sollen beide Interessentengruppen in der nicht öffentlichen November-Sitzung des Marktrats die Möglichkeit erhalten, ihre Konzepte vorzustellen.

Bei einem Ortstermin am St. Georgenweg wurden die beiden Vereine laut Liegenschaftsverwalter Erich Gehrmann bereits auf den „gleichen Wissensstand“ gebracht. Viel Spielraum bei der Gebäude-Umnutzung gibt es nicht. Das Problem: Das alte Juze liegt im planungsrechtlichen Außenbereich. „Es darf nichts gemacht werden, was in die Statik eingreift, sonst braucht es einen Bauantrag und dann ist es vorbei“, erklärt Gehrmann. Ergo: Am maroden Dach könnten nur Ausbesserungsarbeiten vorgenommen werden. Ein weiteres Problem: Die Ölheizung darf nicht mehr betrieben werden, auch die Elektrik ist stillgelegt. Unabhängig davon: Für den Marktrat bahnt sich eine schwierige Entscheidung an. Ein Verlierer wird wohl auf der Strecke bleiben.

Oder gibt es noch andere Lösungen? Im Rathaus macht man sich intern viele Gedanken – und in der jüngsten Haupt- und Finanzausschusssitzung wartete Walter Wurzinger mit einem ganz neuen Vorschlag auf, der beide Konzeptideen unterstützen soll. Der Gemeinderat der Freien Wähler beantragte, dass die Rathausverwaltung prüfen möge, ob nicht ein Grundstück nahe des Verkehrsübungsplatzes auf der Alten Bergehalde dem „Frohsinn“ in Erbpacht zur Verfügung gestellt werden könnte: „Der Verein kann dann bezüglich Gebäudehöhe und -größe nach seinen Vorstellungen bauen.“

Wurzinger verwies zudem auf die Verbindung zu den Ausbauplänen als Freizeit- und Erholungsgelände: „Wir wollen ja ohnehin, dass sich auf der Alten Bergehalde etwas bewegt.“ Ein weiterer Vorteil nach Ansicht Wurzingers: In die Überlegungen könnte auch der Bau von Sanitäranlagen für den Motorsportclub Peißenberg angestoßen werden.

Der MC veranstaltet auf der Bergehalde größere BMX-Rennen und peilt eine Erweiterung der Anlage an. Auch ein Trialparcours ist geplant. Dafür braucht es die entsprechende Infrastruktur drumherum. Über Wurzingers Antrag wird kommenden Donnerstag im Marktrat debattiert.

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