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Atemberaubender Blick auf die portugiesische Atlantikküste: Der 41-Jährige war auch auf dem Be rgrücken der Serra da Arrábida bei Lissabon unterwegs.

Ehemaliger Lehrer des Gymnasiums Weilheim ist mit dem Fahrrad auf Weltreise

In Portugal wurde Michael Oefele zum Lebensretter

  • Stephanie Uehlein
    vonStephanie Uehlein
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Bei seiner Weltreise mit dem Fahrrad wurde Michael Oefele, ehemaliger Lehrer des Gymnasiums Weiheim, sogar zum Lebensretter.  

Weilheim – Mehr als ein Jahr ist  Michael Oefele (42) inzwischen mit seinem Fahrrad auf Weltreise. Nach seiner etwa dreimonatigen Tour durch Marokko war er zuletzt in Spanien und Portugal unterwegs, ehe er mitsamt Rad nach Kuba flog. An der portugiesischen Algarve war er sogar als Lebensretter im Einsatz.

Im spanischen Valdevaqueros hatte zuvor die Weltmeisterschaft im Kitesurfen in Oefele eine solche Begeisterung für diesen Sport geweckt, dass er spontan einen dreitägigen Kitesurf-Kurs absolvierte – allerdings mit Erfolgserlebnissen, die sich „sehr in Grenzen“ hielten, wie er in einem Reisebericht schreibt. Er radelte weiter über die „Traumstrände bei Bolonia und Canos de Meca“ nach Cádiz, wo ihm der Charme der Altstadtgassen gefiel. Da ihn eine hartnäckige Achillessehnen-Reizung plagte, legte er in Rota eine Pause ein, um sich einer mehrwöchigen Physiotherapie zu unterziehen. Diese brachte allerdings keinen spürbaren Erfolg.

Oefele setzte seine Tour entlang der spanischen Costa de la Luz fort. Danach erkundete er die portugiesische Algarve-Küste. „Nach einem anfangs eher langweiligen Landschaftsbild mit Sanddünen, industriellen Salinen zur Salzgewinnung und snobbigen Villengegenden mit akribisch gepflegten Golfanlagen faszinierte mich ab dem touristischen Party-Ort Albufeira die feurig-rote bis strahlend-gelbe Steilküste mit wild-romantischen Felsbögen und majestätischen Zinnen, die im Meer wie gigantische Monumente stehen“, so Oefele, der insgesamt sechs Jahre mit dem Fahrrad die Welt erkunden möchte.

Wie andere Touristen mit Booten zu den Grotten zu fahren, die sich in den Kalkstein-Klippen befinden, erschien dem Weltenbummler zu bequem. Er schwamm zur Grotte Benagil, um dort zu übernachten. „Das stark planktonhaltige Wasser, in dem jede meiner Handbewegungen von einer hell schimmernden Leuchtspur verfolgt wurde, und aus dem Inneren der Höhle wiederhallendes Meeresrauschen, das wie argwöhnisches Grummeln klang, erzeugten eine Mischung aus Ehrfurcht und Glückseligkeit in mir, dass ich kaum einschlafen konnte“, beschreibt er seine Eindrücke. „Diese mystische Atmosphäre, wurde im Laufe des nächsten Tages von immer mehr Booten, aus denen zum Teil sogar laute Partymusik dröhnte, komplett zerstört. Dennoch besaß diese zauberhafte Grotte eine magische Anziehungskraft, so dass ich sie tags darauf frühmorgens erneut aufsuchte.“

Die Rückkehr von der Grotte gestaltete sich schwierig, da der Wellengang immer heftiger wurde. Eine junge Schwimmerin aus England verließ „die Kraft und das Selbstvertrauen“, so Oefele, der sich dann „zum ersten Mal als Rettungsschwimmer im Ernstfall beweisen musste“. Er habe schwer kämpfen müssen, um die junge Frau zum Strand zu bringen, erzählt der 42-Jährige.

Für ihn ging es später weiter Richtung Cabo Sao Vicente, dem westlichsten Zipfel Europas. Von dort aus fuhr er mit seinem „Bock“, wie er sein Rad nennt, entlang der Costa Vicentina, einer Steilkünste, an der er „traumhaft schöne Sonnenuntergänge“ erlebte. Über den Bergrücken der Serra da Arrábida ging es weiter nach Lissabon.

Vergeblich bemühte sich Oefele dort, eine Schiffspassage über den Atlantik zu bekommen. So verließ er Europa per Flugzeug.

Derzeit erkundet er mit seinem Fahrrad für etwa sechs Wochen die Insel Kuba. Von dort aus will er dann nach Kolumbien fliegen, um ins argentinische Buenos Aires weiter zu radeln. 

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