Grünflächen für seltene Tiere

Peißenberg soll durch Wildbienen erblühen

Wildbienen sind für das  Bestäuben von Pflanzen wichtig. Die Marktgemeinde will ihnen auf kommunalen Flächen Lebensräume schaffen.

Peißenberg – Wildbienen haben es heutzutage schwer: Weil immer mehr Flächen versiegelt werden, finden die geschützen Wildbienen, die überwiegend im Erdboden nisten, immer weniger Nistplätze. Und inzwischen stehen viele Arten auf der Roten Liste. Dabei sind Wildbienen aktivere Bestäuber als Honigbienen, wie die Grünflächenbeauftragte der Marktgemeinde, Sonja Mayer, in der jüngsten Sitzung des Peißenberger Gemeinderates erläuterte.

Sie hatte auf Antrag der Peißenberger Bürgervereinigung (BV) ein Konzept ausgearbeitet, wie auf kommunalen Grünflächen Schutzflächen für Wildbienen geschaffen werden können. „Der Bauhof wird beauftragt, ab dem Frühjahr 2018 auf den kommunalen Pflanzflächen der Marktgemeinde Peißenberg Lebensräume für Wildbienen zu schaffen und zu erhalten“, hieß es in dem Antrag, den die BV in der Novembersitzung in den Gemeinderat eingebracht hatte.

Mayer hatte sich im Auftrag der Gemeinde dieses Antrags angenommen und stellte das Ergebnis vor: Da Wildbienen häufig auf Blüten zu finden seien, „muss es vom Frühjahr bis zum Herbst ein Blütenangebot geben“, erläuterte die Grünflächenbeauftragte. Dafür sei in Peißenberg bereits einiges getan worden: „Wir pflanzen bienenfreundliches Gehölz“, sagte Mayer, zudem werde auf den kommunalen Flächen kein Mulch ausgebracht, und es würden keine Pflanzen gepflanzt, die gefüllte Blüten hätten.

Auf den Antrag der BV hin sollen nun noch weitere Schritte getan werden, dass Peißenberg eine Gemeinde wird, in der sich Wildbienen wohl fühlen. Unter anderem sollen Blumenzwiebeln auf den Grünflächen ums Rathaus zwischen Bücherei und Bach und an der Böbinger Straße gesetzt werden. Am Habichtweg und am dortigen Spielplatz sollen Schmetterlings- und Insekten-freundliche Blumen und Pflanzen gepflanzt werden. Dabei soll nach Plänen der Marktgemeinde „Regiosaat“ verwendet werden. „Eine Idee ist auch, auf Restflächen Kräutermischungen auszusäen“, sagte Mayer im Gemeinderat. Ihre Pläne gehen aber noch weiter: Um die Tiefstollenhalle könnte ihrer Vorstellung nach Totholz ausgelegt werden, zudem sollen Infotafeln und spezielle Nisthilfen aufgestellt werden.

Ein wichtiger Punkt bei der Umsetzung dieses Konzeptes ist Mayers Ansicht nach, „Akzeptanz dafür zu schaffen, wenn es unordentlich ausschaut.“ Die Grünflächen seien unter Umständen eben nicht akkurat gemäht. „Das ist nicht immer schön und man muss darauf hinweisen, warum es so aussieht, wie es aussieht.“ BV-Gemeinderat Matthias Reichhart zumindest zeigte sich zufrieden mit den vorgetragenen Vorschlägen: „Danke, super, gut ausgearbeitet“, lobte er.

Kathrin Hauser

Rubriklistenbild: © dpa / Arne Dedert

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