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Abschied: Anna und Werner Gschwendtner aus Peißenberg haben den Tabakladen in der Starnberger Bahnhofsunterführung mittlerweile aufgegeben. 

Gschwendtners haben seit 30 Jahren Tabakladen

Zwei Peißenberger als Starnberger Originale

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Anna und Werner Gschwendtner aus Peißenberg sind echte Starnberger Originale. Doch jetzt haben sie ihren Tabakladen in der Unterführung des Starnberger Bahnhofs endgültig geschlossen.

Starnberg/Peißenberg – Wer in den Tagen von der Schließung des Tabakladens im Starnberger Bahnhof gehört hat, war zuerst in Sorge: „Wo bekomme ich denn jetzt meine Streifenkarte?“ Die S-Bahn-Nutzer können beruhigt sein. Werner Gschwendtner und seine Frau Anna, die bisherigen Betreiber des Tabakladens, werden auch künftig Fahrkarten verkaufen – in ihrem Kiosk wenige Meter weiter auf der Seepromenade. Den bewirtschaftet das Ehepaar schon seit 30 Jahren.

Warum geben die Gschwendtners den Tabakladen auf? Das hat mehrere Gründe. „Wir wollen uns etwas mehr Ruhe antun“, erklärt der Peißenberger (65). Kiosk und Tabakladen sind beziehungsweise waren das zweite Wohnzimmer des Paares: „Wir sind 365 Tage im Jahr vor Ort und kümmern uns um unsere Kundschaft.“ Es gab keinen einzigen Ruhetag.

Nur einmal konnte Gschwendtner den Kiosk nicht öffnen. „Das war Ende Februar 1990, als ,Wiebke‘ über uns hinwegfegte. Wegen der Sturmböen konnte ich die Läden des Kiosks nicht hochklappen“, erklärt Gschwendtner. „Aber ich war hier, bin von meinem Wohnort nach Starnberg gefahren wie alle Tage.“ Ein zweiter Grund – möglicherweise der ausschlaggebende – ist die Tatsache, dass sich der Tabakladen in einem baulich trostlosen Zustand befindet. An der Decke über der Eingangstür ist der Putz abgebröckelt.

Dafür hat eindringendes Regenwasser gesorgt. Was unternimmt die Deutsche Bahn als Eigentümerin und Verpächterin gegen den Verfall der Immobilie? Gschwendtner schweigt.

Das ist nicht der einzige Mangel in dem Tabakgeschäft. „Seit drei Jahren funktioniert die Zentralheizung nicht mehr“, sagt der Kaufmann und weist auf die Heizkörper hinter der Holzverkleidung. Sie sind kalt. „Wir wärmen uns seitdem mit Radiatoren. Aber das treibt die Stromkosten natürlich enorm in die Höhe“, bedauert Gschwendtner.

Der Abschied von dem Laden fällt den beiden Peißenbergern nicht leicht: „Es war ein kommunikativer Treffpunkt“, sagt er. „Wir haben von den Stammkunden gelebt, und mit denen gab es jedesmal einen kleinen Ratsch und manche lieb gemeinte Frotzelei.“ Die Betreiber fühlen sich auch so ein bisschen wie Touristenberater. „Die Besucher kommen vor allem wegen der S-Bahn-Karten und haben Fragen zum Fahrplan“, sagt Gschwendtner. Jene, die touristische Tipps von dem Tabakhändler haben wollten, musste der 65-Jährige nicht selten enttäuschen: „Wo ist denn hier in Starnberg die Flaniermeile? Was soll man darauf sagen, da tut man sich schon schwer.“

Die Regale im Tabakladen waren bis zum Ende noch gesteckt voll – mit Tabak, Zigaretten, Zigarren und Raucherutensilien. Aber auch Süßes und Salziges, Snacks und Getränke ließen keine Lücke erkennen. Was die Lieferanten nicht zurücknahmen, dass nahmen die Gschwendtners mit in den Kiosk an der Seepromenade.

Dort baut er gerade etwas um. Es muss ein zweites Verkaufsfenster her. Denn die Stammkunden werden ihm wohl folgen. Und die Touristen können die schmucke Holzhütte kaum links liegen lassen. Der Kiosk gehört übrigens den Gschwendters. Nur der Grund, auf dem er steht, ist Eigentum der Deutschen Bahn. Man bleibt sich also weiter verbunden.

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