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Rund 30 Menschen protestierten gegen den Auftritt von Grünen-Chef Robert Habeck in Peißenberg.

Er kam unauffällig mit dem Zug

Bierzelt-Auftritt: Bayernpartei postiert sich zu Demo gegen Habeck - und verpasst dann seine Ankunft

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Grünen-Chef Robert Habeck sprach am Montag in einem Bierzelt in Oberbayern. Bayernpartei und AfD hatten Proteste angekündigt - und sein Kommen dann gar nicht bemerkt.

Habeck-Auftritt in Bierzelt: Am Ende trägt Grünen-Chef eine Lederhose

Update, 25. Juni 2019: Als Robert Habeck gegen 19.15 auf der Neuen Bergehalde ankommt, passiert das so unspektakulär, dass die Anhänger der Bayernpartei und der AfD, die lauthals gegen den Besuch des Grünen-Bundesvorsitzenden protestieren wollen (Bericht unten), gar nicht merken, dass er schon da ist. Keine schwarze Limousine, kein Tross, keine Personenschützer: Robert Habeck geht zu Fuß den Weg zum Festzelt hoch, eine kleine schwarze Reisetasche über der Schulter – er ist mit dem Zug aus Schleswig-Holstein angereist. Andreas Krahl, der Landtagsabgeordnete der Grünen für den hiesigen Stimmkreis, begleitet ihn. Er hatte den Auftritt Habecks, der im Vorfeld bundesweit für Furore gesorgt hat, vermittelt. 

Wenig später betreten die beiden durch einen Seiteneingang das Festzelt. Applaus brandet auf. Habeck begrüßt die Parteikollegen, bekommt sofort eine Maß Festbier vorgesetzt, prostet in die Runde, stößt an. Wenn da nicht die kleine Menschentraube um ihn herum wäre, wäre er ein Festzeltbesucher wie alle anderen auch. Für bayerische Klänge sorgt an diesem Abend die Peißenberger Band „Ja Mai“. Das Zelt ist mit rund 2500 Besuchern gerappelt voll. Kein Wunder. Über den geplanten Auftritt des Grünen-Vorsitzenden war im Vorfeld in ganz Deutschland berichtet worden – dank Regina Schropp von der Bayernpartei, die beantragt hatte, Habeck die Einreise in den Landkreis Weilheim-Schongau zu verweigern. 

Das beantragte Einreiseverbot und die ausgiebigen Diskussionen darüber greifen am Montagabend dann auch alle Redner im Festzelt auf: die Peißenberger Bürgermeisterin Manuela Vanni, die Sprecherin der Kreis-Grünen, Katharina von Platen, Andreas Krahl und auch Habeck selber, der zuvor das Rednerpult hatte entfernen lassen. „Mein Besuch hier ist recht prominent beworben worden.“ Er hätte es verstanden, wenn er angesichts des Aufruhrs im Vorfeld wieder ausgeladen worden wäre. Er redet fast eine Stunde lang über Traditionen und Heimat, über die Verdienste und Schwierigkeiten der Landwirte, über die Erderwärmung und seine Vorstellung vom Wandel in der Politik. Er erntet viel Beifall, wenige Pfiffe und legt das anfängliche Fremdeln mit dem bayerischen Bierzelt schnell ab. Als er ganz zum Schluss in der Lederhos’n, die ihm Krahl geschenkt hat, auf der Bühne steht, die Maß Bier in der Hand, könnte er ohne weiteres auch als Landkreis-Bürger durchgehen. Dann noch schnell ein Foto mit den Vertretern des BDM und im Laufschritt Richtung Parkplatz. Der Nachtzug nach Hannover wartet nicht.

Grünen-Chef Habeck tritt in Bierzelt auf – „Hätte es verstanden, wenn ...“

Update, 24. Juni, 22.20 Uhr: Der Auftritt von Grünen-Chef Robert Habeck im Peißenberger Festzelt hatte im Vorfeld für Furore gesorgt. Denn die stellvertretende Generalsekretärin der Bayernpartei, Regina Schropp, wollte ein Einreiseverbot für Habeck erwirken. Da daraus nichts wurde, hatte Schopp am Montagabend zumindest eine Gegendemo organisiert – rund 30 Teilnehmer kamen. 

Im Festzelt verfolgten rund 2500 Besucher Habecks Rede. Der ging mehrfach auf die Turbulenzen ein. „Ich hätte es verstanden, wenn Sie mich ausgeladen hätten. Dass Sie nicht mal daran gedacht haben, zeichnet Sie aus“, dankte Habeck den Peißenbergern. 

Einreise geglückt: Habeck-Auftritt im Festzelt

Auftritt von Grünen-Chef Habeck bei Ortsjubiläum: Weiterer Protest geplant

Update, 24. Juni 2019: Wie das Kreisteam Weilheim-Schongau des Bundesverbands Deutscher Milchviehhalter (BDM) mitteilt, plant der Verein, beim Auftritt des Grünen-Chefs Robert Habeck am Montagabend in Peißenberg „anwesend“ zu sein. Man wolle „den Auftritt von Habeck (mit einem Plakat) kritisch begleiten, um die berechtigten Interessen der Milchviehhalter zu verdeutlichen“. Grund sei, dass der BDM eine „konstruktive Zusammenarbeit mit allen demokratischen Parteien“ pflege.

Grünen-Chef Habeck spricht bei Ortsjubiläum: Brauchtums-Verein sagt Auftritt bei Gegenveranstaltung ab

Peiting/Peißenberg – Als die Kreisvorsitzende der Bayernpartei, Regina Schropp, vor einigen Wochen den Kreisausschuss aufforderte, ein „Einreiseverbot“ für den Grünen-Chef Robert Habeck zu verhängen, sorgte die Peißenbergerin deutschlandweit für Schlagzeilen. „Ein Zeichen“ wolle sie damit setzen, einer wie Habeck, der sich laut Schropp „wiederholt bayernfeindlich geäußert“ habe, habe hier im Landkreis nichts verloren.

Der Antrag hatte bekanntlich keine Aussicht auf Erfolg, der Grünen-Chef wird also am Montag bei seinem Besuch anlässlich der Feierlichkeiten zum 100. Jahrestag der Markterhebung Peißenbergs keine Widrigkeiten bei der Anreise befürchten müssen.

Video: Robert Habeck - hat er das Zeug zum Kanzlerkandidat?

Gegen Habeck-Auftritt: Bayernpartei kündigt Goaßlschnalzer als Protest an - doch die machen plötzlich Rückzieher

Dort freilich könnte es zum Aufeinandertreffen des Bundespolitikers und der Lokalpolitikerin kommen, denn Schropp hat unter dem Motto „Weiß-blau statt grün“ zu einer Gegenveranstaltung geladen. Mit dabei sein sollten auch die Peitinger Goaßlschnalzer. „Damit wir den Grünen mal zeigen, was Tradition und Brauchtum ist“, so Schropp. Doch die haben jetzt einen Rückzieher gemacht, wollen mit der Veranstaltung nichts mehr zu tun haben.

Auslöser dafür, dass am Freitagmittag bei den Peitinger Trachtlern hektische Betriebsamkeit einsetzte, war eine E-Mail. Diese hatte Guido Langenstück, der selbst bei den Grünen engagiert ist und in Eching bei Freising wohnt, an den Verein, die Schongauer Nachrichten und etliche Grünen-Politiker geschickt. Darin stellt Langenstück die Gemeinnützigkeit des Trachtenvereins infrage, sollte dieser bei „Aktionen zugunsten einer politischen Partei“ mitwirken.

Guido Langenstück bei einer Demo-Veranstaltung gegen die 3. Startbahn.

Goaßlschnalzer als Protest bei Habeck-Auftritt: Bürger droht mit Anzeige

Wenn die Goaßlschnalzer tatsächlich am Montag bei der Gegenveranstaltung aufträten, werde er dies „per Video und Fotos dokumentieren“ und anschließend Anzeige beim Finanzamt stellen, schreibt der Echinger. Das sei „keine leere Drohung, sondern ein Versprechen!“

Ungeachtet der Frage, ob Langenstück mit seiner Argumentation recht hatte: Die Drohung verfehlte ihre Wirkung nicht. Nach internen Gesprächen habe man den Auftritt am Montag abgesagt, teilte Goaßlschnalzer-Leiter Stefan Barnsteiner am Freitagnachmittag mit. Man habe bei der Zusage nicht gewusst, dass es sich um eine politische Gegenveranstaltung handle. „Uns ging es immer nur um das bayerische Brauchtum.“

Bayernpartei protestiert gegen Habeck-Auftritt: Kreisvorsitzende überlegt rechtliche Schritte

Schropp zeigte Verständnis für die Entscheidung der Trachtler, die ihren Verein schützen wollten. „Ich bin aber fassungslos darüber, wie die Grünen mit der Androhung einer Anzeige bayerisches Brauchtum verhindern wollen.“ Man werde sich jetzt überlegen, ob man rechtlich gegen Langenstück vorgehe. „Für mich ist das Nötigung.“

Bleibt die Frage, wer Habeck nach der Absage der Peitinger Trachtler nun zeigt, was es mit dem bayerischen Brauchtum und Traditionen auf sich hat. Ersatz habe sie nicht und werde sie wohl auch nicht finden, ahnte Schropp. „Da haben ja alle Vereine das gleiche Problem.“ Ganz allein wird die Kreisvorsitzende am Montag vor dem Festzelt dennoch nicht sein. Der Kreisverband Weilheim-Schongau der AfD hat angekündigt, seinen Bürgerdialog im nahen Oderding abzusagen und sich stattdessen bei der „Kundgebung der Initiative weiß-blau statt grün“ zu „treffen“.

vm/cp/kh

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