Siegerehrung im Freien: Marie-Sophie-Strodl (links) und Frank Zellner (rechts) mit den Vertretern der besten Radlteams: (ab 2.v.l.) Franz Engel, Petra Schanz, Caroline Graf und Roland Helmer.
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Siegerehrung im Freien: Marie-Sophie-Strodl (links) und Frank Zellner (rechts) mit den Vertretern der besten Radlteams: (ab 2.v.l.) Franz Engel, Petra Schanz, Caroline Graf und Roland Helmer.

Stadtradeln in Peißenberg

„Habergassler“ vor „Spitzwegstraßler“

  • Bernhard Jepsen
    vonBernhard Jepsen
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172 Teilnehmer, 23 Teams und insgesamt 28 180 gefahrene Kilometer: So lautet aus Peißenberger Sicht die Bilanz für das „Stadtradeln“, an dem die Marktgemeinde im Oktober zum ersten Mal teilgenommen hatte. Besonders sportlich zeigten sich im Rahmen des bundesweit organisierten „Klimabündnis“-Wettbewerbs die „Habergassler“.

Peißenberg – Die Marktgemeinde hätte sich natürlich bessere Rahmenbedingungen für ihre Premiere beim „Stadtradeln“ gewünscht. Aufgrund der Corona-Pandemie musste der Wettbewerb notgedrungen in den Oktober verlegt werden. Witterungstechnisch war das freilich nicht optimal, aber das Ergebnis kann sich trotzdem sehen lassen: An den 21 Aktionstagen radelten die 172 Teilnehmer etwas mehr als 28 000 Kilometer und sparten damit umgerechnet rund vier Tonnen Kohlendioxid ein. Im landkreisweiten Ranking landete Peißenberg damit immerhin auf Platz 4 – noch vor Peiting und Schongau. Bayernweit belegt man in der Kategorie mit Kommunen zwischen 10 000 und 49 000 Einwohnern Platz 85, deutschlandweit rangiert man auf Platz 504. Da gibt es also noch Luft nach oben: „Im nächsten Jahr macht Peißenberg sicher wieder mit – und dann sind 30 000 Kilometer das Ziel“, kündigte Bürgermeister Frank Zellner bei der coronabedingt im Freien abgehaltenen Siegerehrung für die besten Peißenberger Radlteams an.

Beim „Stadtradeln“ geht es jedes Jahr darum, die breite Bevölkerung zum klimafreundlichen Radfahren zu animieren. Bei Franz Engel braucht es diesbezüglich eigentlich keine Überzeugungsarbeit mehr. Der Ausdauersportler, der unter anderem an Bergläufen teilnimmt, gestaltet seine Mobilität nach eigenem Bekunden „zu 90 Prozent mit dem Rad“. Auch zum Arbeitsplatz nach Peiting wird gestrampelt – bei Wind und Wetter, jeden Tag. Das „Stadtradeln“ war für Engel „ein netter Anreiz“ auf dem Nachhauseweg von Peiting das ein oder andere Mal noch einen „kleinen Umweg“ einzubauen. Was niedlich klingt, bedeutet bei Engel Feierabendrunden über den Ammersee oder in südliche Richtung über den Plansee bis nach Österreich. „Er ruft aber deshalb vom Büro aus nicht extra an. Er kommt dann nur etwas später heim“, erzählt seine Gattin Petra Schanz. Das Ehepaar ging beim „Stadtradeln“ für die „Habergassler“ an den Start. Angesichts der „Plansee-Abstecher“ war es kein Wunder, dass das vierköpfige Team mit 3526 Kilometer in der Peißenberg-internen Wertung auf Platz eins landete.

Den zweiten Platz holte sich das Team „Spitzwegstraßler & Friends“ (3174 Kilometer) vor den „Silberpfeilen Oberland“ (2941 Kilometer). Der Name der Drittplatzierten hat übrigens nichts mit den schwäbischen Formel-1-Rennwagen zu tun, sondern mit der Haarfarbe der Team-Mitglieder: „Wir sind alle im Alter von 50 aufwärts“, berichtete Team-Kapitän, Roland Helmer, bei der Siegerehrung schmunzelnd. Bei den „Silberpfeilen“ hat die Radl-Kampagne auf alle Fälle Wirkung gezeigt: „Es hat im Kopf Klick gemacht. Zum Semmelnholen wird nur noch mit dem Rad gefahren“, so Helmer. An die drei Siegerteams überreichte Zellner „als kleines Präsent“ Gutscheine von Peißenberger Gastronomiebetrieben im Wert zwischen 100 und 150 Euro.

Vor einem Jahr hatte sich die Gemeindeverwaltung aufgrund der Feierlichkeiten zum 100-jährigen Marktjubiläum personell noch außer Stande gesehen, die Teilnahme am „Stadtradeln“ zu managen. Doch unter Regie von Marie-Sophie-Strodl ging die Organisation reibungslos über die Bühne: „Sie war der gute Geist im Hinter- und Vordergrund“, lobte Zellner die Rathausmitarbeiterin. Auch von „Silberpfeil“ Helmer kamen bei der Siegerehrung warme Worte: „Danke für die Organisation. Wir mussten eigentlich nur noch radeln.“

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