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Ortsvereinsvorsitzender Peter Blome (Mitte)  mit seinem „Wunschkandidaten“ Robert Halbritter (2.v.r). Mit auf dem Bild: (v.l.) dritte Landrätin Regina Bartusch, SPD-Kreischef Dominik Streit und Sigrid Halbritter, Ehefrau des SPD-Bürgermeister-Kandidaten. 

Peißenberg

Halbritter will für SPD ins Rathaus

Das Geheimnis ist gelüftet: Die Peißenberger SPD wird Robert Halbritter bei den Kommunalwahlen 2020 ins Rennen um den Chefsessel im Rathaus schicken. Der Fraktionssprecher wurde beim SPD-Neujahrsempfang am Donnerstagabend mit viel Applaus als Bürgermeisterkandidat vorgestellt.

Die Taktik der Peißenberger Genossen, ihren Bürgermeisterkandidaten beim Neujahrsempfang zu präsentieren, ging voll auf. In den vergangenen Jahren war die Veranstaltung äußerst mau besucht, nur noch die Treuesten der Treuen kamen. Doch diesmal war das Foyer der Tiefstollenhalle gut besucht. Die Gäste mussten sich aber anderthalb Stunden gedulden, bis SPD-Ortsvereinschef Peter Blome um 21:08 Uhr Robert Halbritter zum Bürgermeister-Kandidaten ausrief.

Der 53-Jährige muss zwar noch von der Aufstellungs- und Mitgliederversammlung der SPD bestätigt werden, doch das dürfte nur noch Formsache sein. Halbritter ist der „Wunschkandidat“ von Blome: „Ich werde ihn mit aller Vehemenz unterstützen. Wir wollen diese Wahl gewinnen. Ich appelliere an Euch, macht bei uns mit. Wir wollen Peißenberg gestalten und nicht nur verwalten“, so der Ortschef. Angesichts der Rückendeckung reagierte Halbritter sichtlich gerührt und – wie er selbst zugab – „etwas nervös“. Die Empfangsgäste bat er um Verständnis: „Ich habe natürlich Ideen, aber ich hoffe nicht, dass ihr jetzt schon ein fertiges Wahlprogramm und eine Wahlkampfrede von mir hören wollt.“

Doch Halbritter, der ausgebildeter Kommunikationselektroniker ist und im technischen Vertrieb arbeitet, deutete am Donnerstag bereits an, welche Schwerpunkte er im Wahlkampf setzen wird. Die schwache Finanzkraft des Marktes ließe sich seiner Meinung nach durchaus ändern, nämlich, wenn die Gemeinde mehr Gewerbesteuer einnehmen würde. Doch genau das sei das Problem: „Klar, Penzberg spielt da mit ,Roche‘ in einer anderen Liga. Aber selbst mit vergleichbaren Gemeinden können wir nicht mithalten“, so Halbritter. Das geplante Gewerbegebiet-Ost lasse sich kurz- oder mittelfristig leider nicht aktivieren: „Da zahlen wir jetzt die Zeche dafür , was in den vergangenen zehn bis 20 Jahren an vorausschauender Planung und Grundstückspolitik versäumt worden ist“, kritisierte Halbritter und: „Es ist ja nicht so, dass wir keine Anfragen von Firmen hätten, aber wir können aktuell eben nichts Besonderes bieten.“

Neben der Wirtschaftspolitik wird Halbritter im Wahlkampf wohl auch verstärkt auf seine lokale Verbundenheit setzen. Den Empfangsgästen gab er einen Einblick in seine Biographie, angefangen von seiner Geburt im Peißenberger Krankenhaus („Ich bin einer derjenigen, die das Glück noch hatten“) über die Grundschulzeit in St. Johann und die Realschule bis hin zur Lehrzeit in München.

Von Peißenberg wegzuziehen, sei für ihn nie in Frage gekommen: „Hier leben meine Frau, meine Tochter und meine Freunde. Peißenberg ist mein Lebensmittelpunkt – und an dem Ort liegt mir unheimlich viel.“ Die Motivation für seine Kandidatur? „Es hat mich nicht zu 100 Prozent überzeugt, wie die Entwicklung des Ortes in den letzten Jahren verlaufen ist“, so Halbritter. Wenn man sich für Peißenberg engagieren wolle, dann müsse man für den Ort brennen und „Herzblut reinstecken“: „Ich bin felsenfest davon überzeugt, dass ich es besser machen würde, als es derzeit läuft.“

Halbritter, der seit knapp 20 Jahren den örtlichen Schützenverein leitet, hat sich Ende 2018 endgültig für die Bürgermeister-Kandidatur entschieden. Am Rande des Empfangs erzählte er von einem „Schlüsselerlebnis“ in einer nichtöffentlichen Marktratssitzung. „Da haben einige Gemeinderäte die Verwaltung extrem angegriffen – und die Bürgermeisterin hat dazu nichts gesagt. Das hat mich noch einmal bestärkt zu kandidieren.“ Und dann gibt es da vielleicht noch einen historischen Grund, warum Halbritter seinen Hut in den Ring wirft. Johann Leibold, Großvater seiner Gattin, war von 1959 bis 1972 Bürgermeister in Peißenberg. Halbritters Schwager, Hans Streicher, scheiterte 2014 mit seiner Bürgermeister-Kampagne. 2020 soll es nun klappen: „Wir wollen das Bürgermeisteramt wieder in die Unterbaustraße holen“, so Halbritter schmunzelnd.

Bernhard Jepsen

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