Dr. Christoph Wittermann, ärztlicher Direktor des Impfzentrums in Peißenberg.
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Dr. Christoph Wittermann, ärztlicher Direktor des Impfzentrums in Peißenberg.

„Leistet wunderbare Arbeit“

Ärztlicher Direktor verteidigt Impfzentrums-Chef: „Halbtagsstelle, Vollzeitstress“

  • Sebastian Tauchnitz
    vonSebastian Tauchnitz
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Viel Kritik wurde in den vergangenen Wochen am Impfzentrum in Peißenberg und seinem Leiter Christian Achmüller laut. Zu Unrecht, findet der ärztliche Leiter Dr. Christoph Wittermann.

Landkreis – „Der Christian leistet eine wunderbare Arbeit“, sagte Wittermann. als er sich bei der Redaktion meldet. Was von außen nicht sichtbar ist, sei das riesige Maß an permanenter Organisationsarbeit, die nötig ist, damit keine Impfdosen verfallen. „Die Lage ändert sich eigentlich permanent“, berichtet Wittermann. Immer noch sei es vollkommen unklar, wie hoch die wöchentlichen Impfstofflieferungen ausfallen. „Die Nachricht erreicht uns nach wie vor extrem kurzfristig. Und dann müssen wir schauen, dass wir alles hinbekommen.“

Rund 40 Mitarbeiter sind für das Impfzentrum in Peißenberg zuständig, berichtet der ärztliche Direktor. Aber nur bei Bedarf. Weswegen die Erstellung des Dienstplans durchaus knifflig ist, wenn man nicht genau abschätzen kann, ob es in der kommenden Wochen nun doppelt- oder nur halbsoviel Impfstoff gibt wie in der davor. „Die Liefermengen springen hin und her wie der Osterhase. Wir arbeiten hier permanent mit maximaler Flexibilität“, berichtet Wittermann. Und Achmüller habe dabei jederzeit alles im Griff. „Das Ziel ist, dass jede einzelne Impfdosis, die geliefert wird, auch zum Patienten kommt. Und ich kann sagen, dass wir seit Mitte Dezember hier in Peißenberg 30 000 Impfungen durchgeführt haben, dabei keine einzige Ampulle verdorben ist“, so der ärztliche Direktor des Impfzentrums.

Jeder habe mitbekommen, dass sich die „Prämissen und Vorgaben, an die wir uns zu halten haben, permanent ändern“. Mal darf Astrazeneca nur an Menschen ausgegeben werden, die jünger als 65 sind, dann darf es gar nicht verabreicht werden, dann nur an die Älteren, seit gestern ist der Impfstoff für alle freigegeben, die Priorisierung für Astrazeneca wurde aufgehoben. Aber seit Anfang der Woche dürfen in den Impfzentren keine Erstimpfungen mit Astrazeneca mehr durchgeführt werden. „Jedes Mal müssen wir um-planen, Termine vergeben, Leute organisieren, die die Impfungen vornehmen.“

Das alles leiste Achmüller, der laut Wittermann nur eine Halbtagsstelle als Verwaltungsleiter des Impfzentrums hat, indem er „eigentlich rund um die Uhr schuftet. Und dabei auch noch gute Laune hat, die ansteckend ist.“ Das übertrage sich auf die Mitarbeiter des Impfzentrums, die Stimmung sei super. Wittermann ärgert, dass sich öffentlich vor allem diejenigen zu Wort melden, die unzufrieden seien. „Aber wir bekommen auch viel Dankbarkeit und Lob von unseren Besuchern.“

Zudem sei man stolz, was man Dank gemeinsamer Anstrengungen alles geleistet habe. So kamen die Mitarbeiter in der vergangenen Woche nach Penzberg – angeblich sei alles vorbereitet gewesen – eine Stunde später sollten die Impfungen beginnen. „Und dann finden wir da ein paar Stühle und vier dreckige Tische im Saal vor – das war es“, berichtet Wittermann. Dann habe sich Achmüller als Telefon geklemmt und binnen weniger Minuten hätte der Bauhof die versprochen Trennwände angeliefert. 60 Minuten später sei die erste Impfung in Penzberg gesetzt worden: „Das war eine Klasseleistung von allen“, freut sich Wittermann. Er sei zuversichtlich, dass man auch den Impf-Drive-In in Peiting gut zum Laufen bringen werde.

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