Sieht derzeit aus wie eine Schneise: Der Sulzerbach oberhalb des Ortsteils „Sulz“. Rechts ist der abgerutschte Hang und die Steinuferverbauung zu sehen.
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Sieht derzeit aus wie eine Schneise: Der Sulzerbach oberhalb des Ortsteils „Sulz“. Rechts ist der abgerutschte Hang und die Steinuferverbauung zu sehen.

Peißenberg

Hangrutsch am Sulzerzbach gestoppt

  • Bernhard Jepsen
    vonBernhard Jepsen
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Das Wasserwirtschaftsamt musste am Sulzerbach mit schwerem Gerät anrücken: An den Bachkaskaden oberhalb des Ortsteils „Sulz“ war ein Hang ins Rutschen geraten. Er musste aufwendig stabilisiert werden.

Peißenberg – Wanderern wird es auf dem Weg Richtung Mittelstollen respektive Eberlhof schon aufgefallen sein: An den Bachkaskaden am Sulzerbach oberhalb des Ortsteils „Sulz“ wurden die Uferböschungen ausgeholzt und zum Teil mit schweren Steinblöcken neu befestigt. Der Grund für die Maßnahmen: Im Sommer 2019 hatte sich nach einem Unwetter mit Starkniederschlägen ein Hangabschnitt über dem südlichen Bachufer in Bewegung gesetzt. Am Hohen Peißenberg und seinen Flanken ist das durchaus kein ungewöhnliches Phänomen: „Das ganze Gebiet ist labil. Es kommt immer wieder mal zu kleineren Rutschungen, weil der Boden recht lehmig, sandig und fluffig ist“, erklärt Bernhard Müller, Abteilungsleiter im Wasserwirtschaftsamt Weilheim, auf Nachfrage.

Dramatisch war die Lage also nicht, das bestätigt auch Grundeigentümer Hans Fischer: „Da gab es kein großes Gefahrenpotenzial.“ Dennoch musste verhindert werden, dass der Hang in den Bach abrutscht – schon allein aus Hochwasserschutzgründen. Fischer hat auch grundsätzlich nichts gegen den Eingriff auf seinem Grund und Boden: „Die Zusammenarbeit mit dem Wasserwirtschaftsamt war bestens. Es ist alles nach Rücksprache erfolgt.“ Dennoch stellt er in puncto „Gemeinwohlgedanke“ allgemein ein gewisses Ungleichgewicht fest. Fischer gehört die gesamte Bergflanke zum Weinbauer hinauf. Auf seiner Flur verlaufen zahlreiche Wanderwege – zum Beispiel auch der stark frequentierte „Zick-Zack-Weg“. „Ich genehmige das alles“, betont Fischer – auch die Arbeiten am Sulzerbach. Man dürfe das Gemeinwohl aber nicht überstrapazieren. Der Schwerlastverkehr sorge zum Beispiel für Risse an den Gebäuden, zudem mussten mehrere gesunde Bäume abgeholzt werden. „Als Eigentümer ist man da schon extrem belastet – und was bekomm ich dafür?“, stellt Fischer eine rhetorische Frage.

Der nächste Eingriff auf Fischers Ländereien wird bereits geplant. Zwischen den Kaskaden und der Brücke zum Tiefstollen soll am Sulzerbach eine Treibholzsperre errichtet werden. Eine Maßnahme, die von der „IG Hochwasserschutz“ vehement gefordert wird – auch an anderen Zuläufen zum Wörthersbach. Laut Bernhard Müller wird man im Frühjahr 2021 zunächst am Michelsbach oberhalb der Ortsbebauung und am Stadelbach oberhalb des Kiesfangs an der Unterbaustraße Treibholzsperren errichten. Am Sulzerbach werde es noch etwas dauern, weil man dort auch die Bachsperrungen erneuern müsse und im Zuge dessen die Treibholzsperren im Rahmen eines Gesamtkonzepts mitplanen wolle. Aber machen die Holzfänge am Sulzerbach überhaupt Sinn? Fischer meint „nein“, weil der enge Durchlass an der Wegquerung Richtung „Felsenkeller“ bereits das meiste Holz abhalten würde. „Ja“, meint hingegen Müller, weil im Abschnitt zwischen dem Durchlass und der Brücke zum Tiefstollen „auch Holz von den Hängen runterkommen kann.“

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