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„Peißenbergs ersten Hunde-Kot-Parcours“ hat Susanne Dirschowski laut eigener Aussage am Thalacker für kurze Zeit „eröffnet“.

Ärger in peissenberg

30 Hundehaufen auf 300 Metern

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Peißenberg - Es reicht, findet Susanne Dirschowski: Sie hat ihrem Ärger über Hundehaufen mit einem „Hunde-Kot-Parcours“ Luft gemacht.

So ein Parcours, der ist ja eigentlich eine gute Sache: Wenn man sportlich die Hindernisse überwindet, ist das oft ein großer Spaß. Doch jener Parcours, den Susanne Dirschowski in Peißenberg ausgewiesen hatte, der bereitete wahrlich keine Freude: Er bestand aus Hundekot. Mit roten Schildern markierte sie die Haufen – und kam auf einem Feldweg am Thalacker auf einer Länge von 300 Metern auf mehr als 30 Hundehaufen. „Ein Ärgernis für alle Spaziergänger, für all die Hundebesitzer, die den Dreck ihrer Hunde ordnungsgemäß wegräumen“, sagt die Peißenbergerin. Und betont: Eine Ausnahme sei die Vielzahl an Kot an jenem Tag Ende Januar nicht gewesen. „Das Problem ist nicht nur hier zu finden, sondern auch auf anderen Wegen, zum Beispiel auf der Bergehalde.“ Unter anderem den Ammerdamm hätte Elisabeth Berger, die in der Marktgemeinde eine Hundeschule betreibt, noch als weiteren Problemweg hinzuzufügen. Auch sie ärgert sich über Hundehaufen im Ort, sagt Berger auf Nachfrage der Heimatzeitung. Dass immer wieder Herrchen und Frauchen die Hinterlassenschaften ihrer Tiere liegen lassen, sei „eine Katastrophe“, sagt sie.

Der Gemeinde ist das Problem bekannt. „Wir bekommen immer wieder einzelne Beschwerden“, bestätigt Andreas Fischer, der Sachbearbeiter im Peißenberger Ordnungsamt ist. Auch Dirschowski hat sich wegen der vielen Haufen am Thalacker bei ihm gemeldet. Dass das Ausmaß des Problems so groß ist, „habe ich zum ersten Mal gehört“, gibt Fischer zu. „Aber wir nehmen das ernst.“

Derzeit leben in Peißenberg rund 600 Hunde. Damit deren Besitzer ihren Dreck wegräumen, hat die Gemeinde bereits 22 Hundekotbehälter aufgestellt. 19 davon sind Kombinationen aus Tütenspendern und Abfalleimer. Dreimal sind nur die Tüten zu bekommen – dafür gibt es in der Nähe Mülleimer. Die Gemeinde habe versucht, die Hundetoiletten nach Ratschlägen von Hundebesitzern „so gut es geht zu verteilen“, sagt Fischer.

So ganz ist das in den Augen von Hundeschulen-Besitzerin Berger nicht gelungen. In ihren Augen gibt es im Ort „viel zu wenige“ Tütenspender. „Und es gehören noch wesentlich mehr Hundemülleimer her“, sagt sie. Viel größer ist bei ihr aber der Frust über uneinsichtige Hundebesitzer. „Es ist doch kein Problem, wenn ich meine Tüte nehme und das einsackel“, sagt sie. In ihrer Hundeschule „erziehe ich die Teilnehmer so, dass sie es mitnehmen“. Sie selbst habe „immer zehn Tüten dabei“, wenn sie mit ihrer Kangal-Mischlingshündin Senna spazieren geht. Trifft sie dann jemanden, der den Haufen seines Tieres liegen lässt, spricht sie ihn an – „und ich drücke ihm auch eine Tüte in die Hand, wenn’s sein muss“.

Kein Verständnis hat Berger auch für jene, die mit ihren Hunden auf Spielplätze gehen – das ist in der Gemeinde verboten. Und auch die Herrchen und Frauchen, die nur den Kot auf Wegen wegmachen, ihn in der Wiese aber liegen lassen, ernten von ihr ein Kopfschütteln. „Zum Beispiel am Ammerdamm sind Familien mit kleinen Kindern unterwegs. Die gehen auch mal in die Wiese“, sagt Berger.

Das ist auch einer der Anlässe, weshalb sich Susanne Dirschowski gegen den herumliegenden Hundekot wehrt. Ihre Tochter lernt gerade laufen – und hebt auf, was sie finden kann. Für die Mutter wird mancher Spaziergang in der Marktgemeinde dann eben schnell zum Hunde-Kot-Parcours. Auch ohne Schilder.

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