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Wenn Laufen zur Qual wird: Lukas Krämer kämpfte sich bei der Ironman-WM auf Hawaii regelrecht durch die letzte Disziplin.

Triathlon

Lukas Krämer auf Hawaii vom eigenen Körper ausgebremst

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Der Ironman auf Hawaii ist immer für Überraschungen gut. Eine negative erlebte Lukas Krämer, der erstmals als Profi bei der WM antrat – und vom Körper ausgebremst wurde.

Kailua-Kona – Die Analyse von Lukas Krämer fiel schonungslos aus. Er habe „jede der drei Disziplinen für sich einfach so richtig verkackt“, teilte er via „Facebook“ seinen Fans mit. Kurz vor halb sieben Uhr in der Früh, als sich die Profis als erste bereit machten für den wohl berühmtesten Langdistanz-Triathlon der Welt, „stand ich bester Dinge und optimistisch wie selten zuvor an der Startlinie“, so Krämer. Doch schon bald musste er erkennen, dass es einfach nicht sein Tag war. Mit der Zeit von 9:47:15 Stunden für 3,8 Kilometer Schwimmen, 180 Kilometer Radfahren und 42,195 Kilometer Laufen belegte er unter 52 Profis den 41. Rang. Er war der letzte unter denjenigen Profis, die ins Ziel kamen. Unter anderem stieg der Vorjahressieger Patrick Lange schon beim Radfahren aus.

Dass Krämer weitaus mehr kann, hat er heuer unter anderem bei der „Challenge“ in Roth bewiesen. Dort schaffte er mit der Zeit von 8:19:15 Stunden zum zweiten Mal in Folge einen Top-Ten-Platz. Und die Qualifikation für Hawaii hatte er als Fünfter beim Ironman in Argentinien geschafft.

Hawaii: Krämer im Vorfeld mit Top-Trainingswerten 

Besonders bitter sei das für ihn mäßige Abschneiden, „da ich bis vor drei Wochen in Tucson die besten Trainingswerte aller Zeiten hatte und dabei zudem so schmerzfrei wie seit Jahren nicht mehr war“, berichtete der 35-jährige Peißenberger, der zwar nominell als Profi gilt, aber immer noch in Teilzeit als Berufsfeuerwehrmann arbeitet. Das ein oder andere Zipperlein kam zwar – und verging auch wieder, „aber ich dachte, dass das mit der normalen Aufregung vor dem Wettkampf zu tun hat“.

Hawaii: Krämer schon beim Schwimmen nicht in Form 

Als es dann in der Kailua-Bucht losging, merkte Krämer jedoch schnell, dass es diesmal nicht so gut laufen werde wie bei seinen vorherigen Hawaii-Auftritten als Age-Grouper. 2014 und 2016 hatte der Peißenberger seine Altersklasse (30-34) gewonnen, 2015 war er Vierter geworden. Im Jahr 2016 war er obendrein mit 8:55:24 Stunden bester Amateur. Doch diesmal lief es schon im Wasser nicht: „Ich bin irgendwie totalen Mist zusammen geschwommen.“ Nach 57:50 Minuten stieg er aus dem Wasser, gut zehn Minuten hinter der Top-Gruppe um den späteren Sieger Jan Frodeno. So wie sich Krämer im Wasser fühlte, „war der Rückstand dann sogar gar nicht so groß“.

Seine Stärken hat der „Challenge“-Sieger von Venedig ohnehin auf dem Rad und beim Laufen. Doch da bremste ihn der Körper gewaltig ein. Etwa bei Kilometer 60 stellten sich „extreme Probleme mit dem Gesäßmuskel“ ein, so Krämer. Wirklich aufs Pedal treten konnte er in der Folge nur mit einem Bein. Rund 100 Kilometer ging das so, „bis sich der Muskel wenigstens wieder etwas entspannte“. Mit der Radzeit von 4:48:41 Stunden war an eine vordere Platzierung allerdings nicht mehr zu denken.

Hawaii: Beim Marathon keimte Hoffnung auf 

Der Beginn des Marathons „hat sich dann überraschend wieder ganz gut angefühlt“, so Krämer. Er habe danach die Hoffnung gehabt, „dass ich das Rennen wenigstens noch halbwegs versöhnlich abschließen kann“. Nach circa 15 Kilometern meldete sich der Gesäßmuskel wieder, zu allem Überfluss kamen Leistenbeschwerden hinzu. Die Zeit von 3:54:52 Stunden für die letzte Disziplin spricht eine deutliche Sprache. Krämer läuft die 42,915 Kilometer in der Regel deutlich unter drei Stunden. 2018 in Roth schaffte er die Distanz in 2:47:45 Stunden. Krämers Fazit: „Es war der bitterste, längste und einsamste Tag, den ich sportlich bisher erleben ,durfte‘.“

Für Krämers Kampfgeist und auch seine Einstellung zum Sport spricht, dass er trotz aller Schwierigkeiten nicht aufgab. Seine Begleiter an der Strecke, dazu gehörte auch Freundin Christine Schichl, und „das Wissen, dass sich zu Hause zig Leute wegen mir die Nacht um die Ohren hauen“ und seinen Auftritt via Internet verfolgten sowie der Respekt vor den anderen Athleten hätten ihn im Rennen gehalten.

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