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Rund 70 bis 100 Besucher kommen im Schnitt zum Publikumslauf: Hier steht gerade Familie Schned aus Peißenberg mit Mutter Heike und den Kindern André, Celiné und Amy an der Kasse. Bedient wird sie von Wolfgang Eibl. „Er ist die gute Seele der Eishalle“, sagt Stefan Rießenberger. „Gangerl“, wie Eibl von vielen genannt wird, ist seit Jahrzehnten Eismeister und vergibt auch die Eiszeiten. 

TSV Peißenberg

Heiß begehrte Eishalle

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Peißenberg - Der TSV Peißenberg ist mit der Auslastung seiner Eishalle sehr zufrieden. Am Wochenende ist sogar von 6 bis 24 Uhr Betrieb. 

Am Montag war es soweit: Es hat geschneit, das Wetter passte sich der kalendarischen Jahreszeit an. „Endlich“, dachten sich viele, vor allem Wintersportler. In Peißenberg aber konnte man zu diesem Zeitpunkt schon seit Wochen typisch winterlichen Sportarten frönen: Die Eishockeyteams trainieren seit September, der Publikumslauf fand am 31. Oktober das erste Mal statt. Auch die Eisstockschützen sind längst wieder im Einsatz. Die Peißenberger Eisfläche ist begehrt. „Mit der Auslastung sind wir zufrieden“, sagt Stefan Rießenberger, technischer Leiter beim TSV Peißenberg, dem die Eishalle gehört. Es gebe „so gut wie keine freie Eiszeit“.

Von montags bis freitags ist die Halle zum Beispiel vormittags für die Schulen reserviert, mittwochs und freitags schließt sich daran der Publikumslauf an. Von 15.30 bis 20 Uhr sind zudem täglich die Teams der TSV-Eishockeyabteilung in der Halle, ehe bis 23.30 Uhr andere Vereine, unter anderem aus Eberfing, Polling, Forst, Dießen, und Betriebsmannschaften trainieren. Auch die „alten Herren“ der „Eishackler“ sind noch am späten Abend sportlich, gehen an einem Tag von 22 bis 23 Uhr aufs Eis. Und obwohl der TSV versucht, jede Minute auszureizen, „haben wir noch zwei, drei Mannschaften in der Warteschleife, die keine regelmäßigen Eiszeiten haben“, sagt Rießenberger. Sie können in Peißenberg nur auf die Kufen steigen, wenn ein anderer Mieter absagt.

Auch am Wochenende herrscht in der Eishalle viel Betrieb. Da geht’s oft von 6 Uhr bis 0 Uhr rund. „Jedes dritte Wochenende haben wir ein Eisstockturnier“, sagt Rießenberger. Hinzu kommen die Spiele und Trainingseinheiten der Eishockey-Teams.

Und dann ist da noch der Publikumslauf, der am Samstag von 14 bis 16 Uhr und am Sonntag von 13 bis 15 Uhr läuft. In den Ferien dürfen Freizeitsportler zudem täglich von 13 bis 15 Uhr aufs Eis. „Ein Highlight ist auch der Discolauf am Dienstag“, sagt Rießenberger. Da konnte sich der Verein vergangene Woche über 300 Besucher freuen. „Das war Rekord.“ Normalerweise kämen im Schnitt 70 bis 100 Schlittschuhfahrer zum Publikumslauf.

Zwei bis drei Mal im Jahr wird die Halle zudem für Kindergeburtstage gemietet. „Da muss man aber ein bisschen Glück haben, eine Zeit zu bekommen“, gibt Rießenberger zu. Zuletzt war an Heiligabend eine Kindergruppe da, um bei einer kleinen Eishockey-Partie zu feiern. Bei Geburtstagen bietet der Verein eine Sonderkondition an: eineinhalb Stunden spielen, eine Stunde bezahlen.

105 Euro verlangt der TSV für 60 Minuten Eiszeit von seinen Mietern. „Da sind wir im ganzen Umkreis die günstigsten“, sagt Rießenberger. Der ist froh, dass Vereine, Besucher und Gruppen die Eishalle so rege nutzen. „Sonst wäre es schwierig, die Unkosten zu decken.“

Der Verein zahlt jährlich einen sechsstelligen Betrag für die Halle. Trotzdem ist diese nicht ohne Unterstützung der Gemeinde zu halten, die jedes Jahr rund 110 000 Euro zuschießt – darunter sind auch Kosten für Eismeister, die von Montag bis Freitag dafür sorgen, dass die Kufen über eine schön glatte Fläche gleiten können. Am Wochenende stellt der Verein die Eismeister. Dafür hat er acht Helfer angestellt. Derzeit seien alle Stellen besetzt – das war nicht immer so. „Begehrt sind sie nicht.“ Immerhin müsste eben am Samstag und Sonntag schon mal um 5 Uhr morgens mit der Eisbereitung begonnen werden. Die letzte Schicht bleibt etwa bis Mitternacht vor Ort.

Und seit dem Brand in der „Rigi-Rutsch’n“ kam für den Verein eine weitere Aufgabe hinzu: Die Kasse muss besetzt werden. Das machen zum Teil die Eismeister, beim Discolauf werden aber zwei zusätzliche Kräfte benötigt. Um die Abende zu stemmen, seien obendrein zwei Ordner, zwei Helfer im Kiosk und zwei weitere für Musik, Licht und Nebel notwendig. Acht Ehrenamtliche sind beim Discolauf also im Einsatz. „Die muss man erst mal finden.“ Bisher ist das dem Verein gelungen. Und Rießenberger hofft, dass es weiter so gut in der Halle läuft. Damit Wintersport in Peißenberg auch möglich ist, wenn’s draußen gerade mal nicht schneit.

Kontakt zum TSV

Wer sich über Eiszeiten informieren möchte, kann sich montags bis freitags von 18 bis 19 Uhr telefonisch unter 08803/3708 und 0177/ 5975662 melden. Weitere Informationen gibt’s im Internet: www.tsvpeissenberg.de.

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