Georg Haser zeigt das bereits gegossene Betonfundament für den neuen Hochbehälter.
+
Georg Haser zeigt das bereits gegossene Betonfundament für den neuen Hochbehälter.

Projekt für zwei Millionen Euro

Hochbehälter: Bauarbeiten im Zeitplan

  • Bernhard Jepsen
    vonBernhard Jepsen
    schließen

Es ist eine imposante Baustelle, die vor ein paar Wochen unterhalb von St. Michael zur Errichtung des neuen Hochbehälters aufgemacht wurde. Der erste Teil des rund zwei Millionen Euro teuren Projekts ist mit dem Guss des Betonfundaments bereits abgeschlossen.

Peißenberg – Seit ein paar Wochen ist er unübersehbar, der Baukran, der oberhalb des Ortsteils „Thalacker“ am Ostausläufer des Hohen Peißenbergs über die Baumwipfel hinausragt. Die Firma Haseitl ist seit April damit beschäftigt, die neue Trinkwasserspeicheranlage hochzuziehen. „Es sind schon einige Wanderer gekommen und haben gefragt, was da eigentlich gebaut wird“, erzählt Georg Haser, der Wassermeister der Peißenberger Gemeindewerke: „Das Interesse ist absolut da.“ Nicht zu Unrecht: Nach Fertigstellung wird der neue Hochbehälter schließlich ein wesentlicher Bestandteil in Peißenbergs Trinkwasserversorgung sein.

Die alte Anlage, die nur ein paar Meter weiter steht und zu der gleich nach dem „Schweiber“-Hof ein ausgebauter Zufahrtsweg hinführt, hat nach 51 Betriebsjahren langsam ausgedient. Der Behälter ist zwar noch voll funktionstüchtig und optisch in gepflegtem Zustand, aber er entspricht nicht mehr den modernen Technik- und Hygienestandards. Anders als bei den künftigen Edelstahlbehältern sind die Speicherkammern nicht hermetisch abgeriegelt. Laut Haser weiß man zudem nicht, welche „versteckten Mängel“ der alte Hochbehälter nach über fünf Jahrzehnten in sich birgt. Die Entscheidung für den Neubau war also aus Sicht der Gemeindewerke alternativlos.

Schweißroboter kommen zum Einsatz

Haser ist fast täglich auf der Baustelle. Das geht nur, weil sich sein vierköpfiges Mitarbeiterteam um den Alltagsbetrieb in der „Wassersparte“ kümmert: „Meine Leute halten mir voll den Rücken frei“, schwärmt Haser: „Das ist ein super Team.“ Auch bei den Bauarbeiten läuft bislang alles reibungslos: „Wir liegen auf alle Fälle im Zeitplan“, bestätigt Haser. Als nächstes Gewerk stehen die Zimmereiarbeiten an. Nach der Fertigstellung wird man von außen nur noch einen größeren Holzstadel wahrnehmen können. Von dem rund 525 Quadratmeter großen Betonfundament wird man dann nichts mehr sehen. Auf der Platte werden zwei langlebige Edelstahltanks installiert, deren Fertigung direkt vor Ort erfolgen wird. Dabei wird ein Schweißroboter zum Einsatz kommen, der die angelieferten Blechrollen zusammenfügt. Die beiden Behälter werden mit einem Fassungsvolumen von jeweils 1100 Kubikmeter ausgestattet sein. Der alte Hochbehälter fasst insgesamt „nur“ 2000 Kubikmeter. „Wir haben einen Puffer für ein mögliches Ortswachstum und eine Löschwasserreserve eingeplant“, erklärt Haser. Aktuell fließen täglich rund 1200 Kubikmeter Wasser vom „Schweiber“ in das örtliche Trinkwassernetz. Auch der neue Hochbehälter wird von den Quellen an der Böbinger Ammerbrücke und der „Burg“ gespeist.

Nur einmal im Berufsleben

In Betrieb gehen soll der neue Hochbehälter im Frühjahr 2022. Ob sich die aktuelle Rohstoffknappheit am Ende auf die Höhe der Baukosten auswirken wird? Haser gibt bei dieser Frage Entwarnung: „Zum Glück waren wir mit den Planungen frühzeitig dran. Die Kosten werden sich nicht massiv erhöhen.“ Für ihn persönlich ist das Projekt „spannend“ und „schon etwas ganz Besonderes“: „So einen Hochbehälter baut man als Wassermeister in seiner beruflichen Laufbahn sicher nur einmal.“

Noch nicht geklärt ist übrigens, was mit der alten Anlage passiert. „Darüber werden wir uns nach der Stilllegung Gedanken machen“, kündigt Haser an. Ein Abriss würde jedoch nicht in Frage kommen: „Der wäre schlichtweg zu teuer.“

Auch interessant

Mehr zum Thema

Kommentare