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So schauen die beiden Pegelmesser in Polling aus (Ganze Ansicht per Mausklick oben rechts): Walter Hildebrand, Geschäftsleiter der Gemeinde, am Rettenbach.

Hochwasserschutz in Peißenberg

Meldesystem wohl erst nächstes Jahr

Peißenberg – Hochwasser-Messstationen in Gewässern können Bürgern und Einsatzkräften helfen. Die Gemeinde will bei der Installation aber keinen „Schnellschuss“ machen. Der Grund:

Pegelstandsmessungen an Bächen und Flüssen sind freilich kein Allheilmittel gegen Hochwasser. Sie geben den Einsatzkräften aber wichtige Vorwarnung und verschaffen den Betroffenen wertvolle Zeit, um ihr Hab und Gut zu schützen. Wie kürzlich in der Bürgerversammlung zum Thema „Hochwasserschutz“ zu erfahren war, sollen auch in Peißenberg an den innerörtlichen Bachläufen entsprechende Meldesysteme installiert werden. „Wir sind an der Sache dran“, bestätigt Thomas Schamper auf Nachfrage. Allerdings wird es nach Auskunft des Bauamtsmitarbeiters keinen „Schnellschuss“ geben. Der Grund: Es gebe unterschiedliche Ausführungsvarianten, und die Technik sei kompliziert. „Wir haben noch keinen Zeitplan“, räumt Schamper ein: „Sofort werden wir es aber wohl nicht umsetzen können, sondern eher erst in der nächsten Regensaison.“

Vergangene Woche hat sich Schamper im Wasserwirtschaftsamt drei Stunden lang über verschiedene Messanlagen aufklären lassen. „Die Sache ist nicht ganz so einfach. Das ist kein reines Anwendersystem“, berichtet Schamper. Wichtig sei, ein einheitliches System an den örtlichen Gewässern zu installieren, um mögliche EDV-Probleme auszuschließen. Einfachere Systeme messen über Zollrohre und Sonden lediglich die Durchflusshöhe, aufwendigere bieten zudem noch Informationen beispielsweise über die Durchflussmenge. Laut Schamper würden die Gesamtkosten für Peißenberg je nach Ausführungsvariante zwischen 15 000 und 50 000 Euro liegen. Geplant sei, im Ortsgebiet vier Messstellen einzurichten. „Zunächst auf alle Fälle am Stadel- und Fendter Bach. Den Rest kann man auch nachrüsten“, sagt Schamper, der hofft, dass mit dem Spätsommer die Phase der Starkregenfälle vorbei ist. In puncto „Hochwasser-Meldesystem“ würde man damit auch zeitlich nicht ganz so unter Druck stehen: „Das muss alles wohl überlegt sein“, sagt Schamper. Auch einfachere Varianten wären auf die Schnelle nicht zu bewerkstelligen.

In Polling ging die Anschaffung der Meldesysteme indes relativ zügig über die Bühne. Laut Gemeinde-Geschäftsleiter Walter Hildebrandt hat man innerhalb eines Monats für insgesamt 5000 Euro eine Anlage am Rettenbach und eine am Tiefenbach installiert – allerdings einfachere Ausführungen als sie in Peißenberg geplant sind. Im Hochwasserfall werden der Bauhof, die Feuerwehr und die Gemeinde per SMS benachrichtigt. „Es funktioniert“, berichtet Hildebrandt über die Pegelmessung: „Man kann dadurch im Ernstfall agieren und nicht nur reagieren.“ In das geplante Meldesystem in Peißenberg, so der Geschäftsleiter, würde sich die Gemeinde Polling „ganz gerne miteinschalten“: „Das Wasser vom Wörtersbachs landet ja irgendwann bei uns in Oderding.“

von Bernhard Jepsen

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