Ehrung: Frank Zellner (3.v.r.) mit Hans-Peter Hösle (2.v.l.), Rudolf Fischer, Marinus Riedl, Henriette Ursel und Karl-Heinz Ende.
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„In Anerkennung der um Volk und Staat erworbenen besonderen Verdienste“ verlieh Frank Zellner (3.v.r.) im Namen des Bundespräsidenten die Verdienstmedaille an Hans-Peter Hösle (2.v.l.). Mit anwesend bei der Zeremonie im Rathaus waren (v.l.) die ehemaligen Gabentischkollegen Rudolf Fischer, Marinus Riedl, Henriette Ursel und Karl-Heinz Ende.

Peissenberg

Höchste Auszeichnung für Hans-Peter Hösle

  • Bernhard Jepsen
    vonBernhard Jepsen
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Ehre, wem Ehre gebührt: 13 Jahre lang war Hans-Peter Hösle an vorderster Front im Leitungsteam des Peißenberger Gabentisches aktiv. Für das ehrenamtliche Engagement wurde dem 77-Jährigen nun eine hohe Auszeichnmung verliehen.

Peißenberg – Wer Hans-Peter Hösle kennt, der weiß: Der Mann ist freundlich, aufgeschlossen, gerät nie in Hektik und hat immer einen lockeren Spruch auf den Lippen. So präsentierte sich der gebürtige Allgäuer auch bei der Verleihung der Verdienstmedaille im Rathaus. Hösle kam als letzter in den großen Sitzungssaal, in dem Bürgermeister Frank Zellner und ehemalige Gabentisch-Kollegen bereits warteten: „Ja heiliger Strohsack, wer ist denn hier alles gekommen, eine ganze Delegation“, konstatierte er schmunzelnd: „Da habt ihr mir ja was Schönes eingebrockt.“

Die Ehrung hatte ihm quasi sein Nachfolger „eingebrockt“. Rudolf Fischer, der 2019 das Amt des Gabentisch-Koordinators von Hösle übernommen hatte, war vor knapp einem Jahr im Landratsamt vorstellig geworden, um nach einer „Würdigung“ für Hösles langjährige Verdienste um den ökumenischen Gabentisch anzufragen. Als dann Post aus dem Berliner Bundespräsidialamt kam, war die Freude groß. Die Verdienstmedaille ist die höchste Anerkennung, die in der Republik für Engagement um das Gemeinwohl vergeben wird.

Ehrung hatte ihm sein Nachfolger „eingebrockt“

Überreicht wurde die Medaille samt einer von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier unterschriebenen Urkunde von Frank Zellner. Der Rathauschef betonte in seiner Laudatio, dass Hösle seine ehrenamtliche Tätigkeit mit „Offenheit, Zuverlässigkeit, Fleiß und Durchhaltevermögen“ betrieben habe. Der Gabentisch sei zwar auf Spenden angewiesen, aber ohne Helfer wie Hösle würde er „gar nicht funktionieren“. Selbiger habe seinem Nachfolger ein „perfektes Arbeitssystem hinterlassen“ und wichtige Impulse für die langfristigen Strukturen gegeben.

Hösle reagierte auf die warmen Worte mit Bescheidenheit. „Das ist eine Ehrung mit der ich nie gerechnet habe. Es ist mir fast ein bisschen peinlich.“ Die Auszeichnung wolle er deshalb stellvertretend für sämtliche Gabentisch-Helfer in Empfang nehmen – „denn ohne ein Team wäre die Aufgabe gar nicht denkbar“. Hösle war seit Gründung des Gabentisches im Jahr 2006 mit an Bord.

Hösle reagiert auf Ehrung und warme Worte mit Bescheidenheit

Nach dem Beginn seiner beruflichen Rente hatte sich der ehemalige Qualitätssicherungsleiter im sozialen Bereich engagieren wollen. Der Gabentisch war dabei genau das richtige Betätigungsfeld – wobei der Anfang „lustig“ war, wie Hösle erzählte. Auf einem Formular, das abfragte, in welchem Aufgabenbereich er denn aktiv sein wolle, kreuzte der damalige Jung-Rentner den Bereich „Organisation“ an: „Ich habe gedacht, dass man da am wenigsten Arbeit hat“. Doch weit gefehlt: Hösle landete im Leitungsteam und war fortan viele Stunden in der Woche für den Gabentisch unterwegs.

Die Arbeit hat ihm aber immer „riesigen Spaß gemacht“. Vor allem das gute Miteinander im Team hat er genossen. Die Wertschätzung gegenüber seiner Person war jedoch ebenso hoch. „Man hat immer gesagt: ‘Jetzt kommt der Chef ‘ – obwohl ich das nie sein wollte“, erinnert sich Hösle: „Aber irgendeiner muss ja da sein, der den Gesamtüberblick hat.“ 2019 ging Hösle dann in „Gabentisch-Rente“. Die Übergabe an Rudolf Fischer klappte reibungslos. „Ich arbeite nur auf der Basis weiter, die Hans-Peter Hösle aufgebaut hat“, lobte Fischer bei der Verleihungszeremonie.

Derzeit kämen rund 50 Kunden zu den Ausgabeterminen. In der Woche müssten Lebensmittel im Wert von etwa 300 Euro hinzugekauft werden, um den Bedarf zu decken. Fischer glaubt, dass nach der Corona-Pandemie im Zuge einer möglichen Pleitewelle die Kundenzahl noch einmal deutlich ansteigen wird. „Wir werden wohl einen erheblichen Zulauf erleben. Ich hoffe es nicht, aber ich befürchte es“, so Fischer.

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