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Rund 100 Besucher waren zur Versammlung in Peißenberg gekommen. 

Bundesminister Dr. Gerd Müller sprach bei CSU-Kreisdelegiertenkonferenz

„Hunger ist Mord“

Peißenberg - Über  Probleme in Afrika und Deutschland sprach Bundesminister Dr. Gerd Müller in Peißenberg. Er sieht die Bevölkerungsexplosion als große Herausforderung.

 Es sei eine „der schwierigsten politischen Zeiten“, in der die Gefahr bestehe, „dass die Welt aus den Fugen gerät – oder schon geraten ist“, sagte der CSU-Kreisvorsitzende und Bundesminister Alexander Dobrindt bei der Versammlung der Kreisdelegierten. Und mit diesen Worten begrüßte er auch seinen Kollegen Dr. Gerd Müller. Der Bundesminister für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung war als Redner eingeladen worden. Er sprach vor rund 100 Besuchern, die in den Gasthof „Zur Post“ in Peißenberg gekommen waren, darunter neben den Delegierten auch 40 Vertreter von Helferkreisen.

„Die Bevölkerungsexplosion ist die große Herausforderung“, sagte Müller zur Lage in der Fluchtregion Afrika. Die traditionelle Denkweise werde dort bis 2050 voraussichtlich zu einer Verdoppelung der Bevölkerung führen. Damit stelle sich die Frage, wo Lebensmittel, Wasser und Energie für weitere 1,3 Milliarden Menschen herkommen sollen. Dieses Problem sei nur mit moderner Wissenschaft und Technologie zu schaffen. So könnten etwa Solarkraftwerke die Energie liefern. Um das schwarze Afrika zu einem grünen Afrika zu machen, müsste man „50 Jahre überspringen“ und „da einsteigen, wo wir heute sind“. Zur Ernährung meint Müller: „Hunger ist Mord. Eine Welt ohne Hunger ist möglich. Wir können das Problem lösen.“ Mit „wir“ meint er alle Beteiligen zusammen. Wichtig sei ihm die Zusammenarbeit mit den Kirchen. Diese hätten Zugang zu den Menschen und könnten helfen. Jeder Euro, den man in Afrika richtig investiere, habe die 30- bis 50-fache Wirkung eines Euros, den man in Europa für die Lösung der durch die Migration verursachten Probleme ausgebe.

Ein Problem sieht Müller in der Information der Menschen in Afrika. Per Satellitenfernsehen werde ihnen in den Slums europäisches Luxusleben vorgeführt, was sie zur Flucht motiviere. Diese Entwicklung sei noch nicht am Ende. Das zweite große Problem sieht Müller in den Kriegen. Dass Menschen fliehen, um ihr Leben zu retten, sei verständlich. Für seine Forderung, dass alle Asylbewerber die deutsche Sprache lernen müssen und arbeiten dürfen, erntete er Applaus. Noch einmal Applaus gab es für die Forderung: „Wir müssen Brücken bauen, nicht Mauern.“ Menschen, die vor Kriegen fliehen, wollten nach dem Krieg in ihre Heimat zurück, und sie müssten – in Form einer Ausbildung – „etwas mitnehmen“, was ihnen beim Wiederaufbau helfe.

Müller sieht aber nicht nur die Situation in anderen Ländern. Es gebe auch in Deutschland Menschen, die ihre eigenen Sorgen hätten, etwa alte Menschen, die mit einer Rente von weniger als 600 Euro im Monat auskommen müssten. Es sei verständlich, wenn diese sich fragen: „Was tun die für mich?“ Müller: „Diese Leute dürfen wir nicht vergessen. Das ist christliche Aufgabe, das ist sozial, dafür stehe ich und dafür kämpfe ich.“

Auch Dobrindt sieht das Problem. Ohne näher auf aktuelle Wahlergebnisse einzugehen, sagte er: „Wenn die Politik nicht in der Lage ist, die Stimmen der Wähler zu bekommen, dann macht die Politik etwas falsch.“

Alfred Schubert

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