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Gewohnter Anblick für viele Peißenberger: Hans Fischer als Schwimmmeister in der „Rigi-Rutsch’n“. Das Bild entstand im Juli 2015.

aktuelles interview mit Hans Fischer

„Ich muss auch auf mich schauen“

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Peißenberg – Für viele ist er eine Institution in der Peißenberger „Rigi-Rutsch’n“: Hans Fischer, der Schwimm- und Saunameister, gehört zum Bad, seit es vor 34 Jahren öffnete. Doch Ende des Monats ist Schluss. Fischer (57), der für die Peißenberger Liste im Gemeinderat sitzt, hat gekündigt und wechselt ins Schongauer „Plantsch“. Im Interview spricht er über seine Entscheidung.

Herr Fischer, waren Sie in den vergangenen Jahren mal im „Plantsch“ baden?

Hans Fischer: (grinst) Nein, da war ich nicht. Aber ich kenne ein paar Mitarbeiter, wir haben uns gegenseitig immer mal ausgeholfen, wenn jemand was gebraucht hat. Wir haben uns auch ab und an ausgetauscht.

Wann geht’s für Sie denn in Schongau los?

Fischer: Am 1. Juli. Bis 30. Juni bin ich noch in Peißenberg angestellt, ich habe aber nun Urlaub.

Fällt Ihnen der Abschied schwer?

Fischer: Ganz schwer. Am schwersten fällt mir der Abschied von meinen Mitarbeitern im Bad, wir waren ein super Team.

Warum verlassen Sie die „Rigi-Rutsch’n“ dann?

Fischer: Es ist mir in den letzten Jahren einfach zu viel geworden. Ich möchte die sieben, acht Jahre, die ich jetzt noch arbeiten muss, in Ruhe arbeiten. Ohne Angst haben zu müssen, wie es weitergeht. Ich habe lange nicht schlafen können, mir viele Gedanken gemacht.

Hatten Sie angesichts der finanziellen Probleme des Bads Angst um Ihren Job?

Fischer: Nein, Herr Forster (Günther Forster, Vorstand der Gemeindewerke, Anmerk. d. Red.) hat mit mir geplant. Aber ich habe mir immer Gedanken gemacht, was man machen könnte. Man soll Kosten einsparen, aber keiner weiß, wie’s weitergeht. Und mir ist gesagt worden, dass wir künftig mit der Hälfte des Personals auskommen müssen. Aber wie soll das funktionieren? Zudem ist es schwierig, wenn man zwischen Gemeinderat und Bad steht.

Setzen Sie sich weiter für die „Rigi-Rutsch’n“ ein?

Fischer: Ich habe meinen bisherigen Mitarbeitern und den Projektgruppen meine Ideen weitergegeben. Ich unterstütze die Zukunft der „Rigi-Rutsch’n“ in aller Form, damit ein Konzept für ein Bad erstellt werden kann, das die nächsten 30 Jahre finanziell tragbar ist. Es wäre ein Rückschlag, wenn das Bad schließt. Auch für den Tourismus. Und wie soll man Gewerbe herholen, wenn man seine Attraktionen verliert? Ich werde mich dafür einsetzen, dass das Bad und die Sauna weiterbetrieben werden.

Was halten Sie davon, dass das Freibad in Peißenberg diesen Sommer geschlossen bleiben soll?

Fischer: Ein Notbetrieb wäre schon möglich, und man hätte auch Einsparungen gehabt. Man wäre zum Beispiel leicht mit einem Mann weniger ausgekommen. Anfang Juli bis Ferienende zu öffnen, also zweieinhalb Monate, wären denkbar gewesen. Man könnte ja auch einen reinen Freibadbetrieb bei gutem Wetter machen. Ist das Wetter schlecht, macht man eben nicht auf.

Sie waren mit der Entscheidung von Günther Forster, ihrem Chef, also nicht einverstanden.

Fischer: Ich bin in diesem Fall nicht seiner Meinung. Denn hätte es nicht gebrannt, wäre der Betrieb ja auch gegangen. Aber prinzipiell muss ich ihn in Schutz nehmen, er ist da ja ganz neu reingekommen. Ich arbeite auch nicht gegen ihn. Wir kommen gut aus, sind ehemalige Nachbarn.

Haben Sie bisher Reaktionen auf Ihre Kündigung in Peißenberg bekommen?

Fischer: Ich habe noch keine einzige Negativsituation gehabt. Die Leute wissen, dass es bei uns nicht einfach war. Es ist schon schade, aber ich muss auch auf mich schauen.

Wie kam es zu Ihrem Wechsel ins „Plantsch“?

Fischer: Günther Forster hat Mitarbeitern verschiedene andere Stellen angeboten und dann haben sich die Schongauer eingeschaltet, weil sie jemanden übernehmen wollten – zu den gleichen Bedingungen wie in Peißenberg. Ich habe mit den Verantwortlichen geredet und festgestellt, dass das was für mich wäre.

Was spricht denn für das „Plantsch“?

Fischer: Die Anlage ist super angelegt. Bei schlechtem Wetter ist im Haus genug Platz, wo sich die Leute aufhalten können, in Peißenberg haben wir das nicht. Und das „Plantsch“ hat wie die „Rigi-Rutsch’n“ einen Saunabetrieb. Ich freue mich auf die neue Aufgabe. Und ich verschlechtere mich nicht. Warum sollte ich es also nicht tun?

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