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Impfzentrum bittet Ehrenamtliche um Hilfe

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Von: Sebastian Tauchnitz

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Eine Mitarbeiterin der Malteser zieht eine Spritze mit Impfstoff von Biontech im wieder eröffneten Impfzentrum Zorbau auf
Moderna wird nächste Woche in rauen Mengen geliefert, Biontech kommt indes deutlich weniger als bestellt. (Symbolbild). © Jan Woitas / dpa

Die Befürchtungen, die der Leiter des Impfzentrums in Peißenberg, Christian Achmüller, dieser Tage in der Heimatzeitung geäußert hatte, haben sich bestätigt: Die Liefermengen des Biontech-Impfstoffs für die kommende Woche sind drastisch reduziert worden.

Peißenberg - „Bestellt hatten wir 3000 Impfdosen, zugesagt wurden am Ende 1200“, so Achmüller gestern. Dafür gebe es reichlich „Moderna“-Impfstoff – insgesamt 4000 Dosen wurden avisiert. Der Betrieb im Impfzentrum kann also weitergehen. Und dort wird derzeit im Akkord geimpft.

Das liege an der Nachfrage an Erstimpfungen, vor allem aber an den Booster-Impfungen, die immer mehr zunehmen, so Achmüller. Mittlerweile stoße man allerdings beim Personal an die Grenzen des Leistbaren. „Wir hatten viel Glück, weil die Landrätin im Sommer Weitsicht bewiesen und den Vertrag mit dem Impfzentrum verlängert hat“, so Achmüller. Dadurch konnte das Personal gehalten werden und man jetzt, da der Bedarf wieder immens ist, auf einen festen Stamm erfahrener Mitarbeiter setzen. „Da hat uns natürlich auch geholfen, dass wir als Überbrückung die Teststation in der Penzberger Stadthalle betreiben konnten“, sagt er.

Dadurch seien die Probleme, die man derzeit in Peißenberg habe, noch beherrschbar. Im Nachbarlandkreis Landsberg am Lech, wo das Impfzentrum aus Kostengründen geschlossen wurde, sehe es deutlich schwieriger aus. „Man findet einfach auf die Schnelle nicht genügend Mitarbeiter, um so ein Impfzentrum aus dem Boden zu stampfen“, so Achmüller.

Die Lage verschärfe sich dadurch, dass mittlerweile überall nach Mitarbeitern gesucht werde: nicht nur in den Impfzentren, auch die zahlreichen Teststationen brauchen mehr Personal, um den Ansturm zu bewältigen.

„Wir würden uns daher sehr freuen, wenn uns Menschen ehrenamtlich unterstützen würden“, so Achmüller. Idealerweise sollten die Helfer – die auch finanziell entschädigt werden – mindestens einen Tag pro Woche Zeit haben. „Es braucht also ein bisschen Flexibilität, zudem sollte man mit einem Computer umgehen können und einen Führerschein haben“, sagte der Leiter des Impfzentrums. Altersmäßig seien alle willkommen, die helfen wollen – vom Schüler bis zum rüstigen Senior.

„Wir brauchen sowohl unter der Woche als auch an den Wochenenden Hilfe“, so Achmüller. Wenn man für einen kompletten Zehn-Stunden-Tag Zeit habe, wäre das super. Wenn nicht, dann finde man auch eine flexible Lösung. Gestern zum Beispiel wurden in Weilheim die freiwilligen Helfer bei der Tafel geimpft: „Das wäre so ein Termin, bei dem ein Ehrenamtlicher gut mit anpacken könnte.“ Wer Interesse habe und helfen wolle, solle am besten einfach eine E-Mail an info@impfzentrum-wm.de schreiben.

Das würde sehr helfen, die Personalsituation im Impfzentrum zu entspannen. Denn die Peißenberger müssen nicht nur die Impfkampagne im Landkreis Weilheim-Schongau in Schwung halten, sondern auch noch die Versäumnisse anderer Landkreise ausbaden. „Rund die Hälfte aller Besucher, die wir im Impfzentrum haben, kommt aus anderen Landkreisen“, so Achmüller. Noch bis zum Sommer war es so, dass man sich nur in dem Landkreis impfen lassen durfte, in dem man gemeldet ist. Diese Regelung sei aber gekippt worden und nun könne sich jeder überall immunisieren lassen.

Und weil Peißenberg ein funktionierendes Impfzentrum mit gutem Ruf ist, kämen die Leute aus Landsberg, aus dem Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen und sogar aus München dorthin, um sich die Impfungen abzuholen.

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