Eine medizinische Fachkraft hält einen fast leeren Karton mit Impfstoff-Fläschchen
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Kein neuer Impfstoff: Biontech hat Produktionsprobleme – und das hat Auswirkungen auf die Impftermine.

Nach wie vor reichen die Impfstofflieferungen nicht mal ansatzweise aus, um den Bedarf zu decken

Impfzentrum bleibt diese Woche wahrscheinlich geschlossen

  • Sebastian Tauchnitz
    VonSebastian Tauchnitz
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In der vergangenen Woche kam gar kein Impfstoff für Erstimpfungen, nur 100 Dosen für die nötigen Zweitimpfungen. Und auch diese Woche gibt es weit weniger Biontech-Impfstoff, als die Johanniter im Impfzentrum und mit ihren mobilen Impfteams theoretisch verimpfen könnten.

Landkreis - „Am Freitag wurde uns eine – nennen wir es mal ,homöopathische’ – Menge von 400 Impfdosen geschickt. Diese verimpfen unsere mobilen Impfteams in zwei Altersheimen“, sagte der Verwaltungsleiter des Impfzentrums in Peißenberg, Christian Achmüller, auf Anfrage mit der Heimatzeitung. Anfang dieser Woche sollen noch einmal 500 Impfdosen geschickt werden. Auch diese würden komplett für Erstimpfungen in den Pflegeheimen verwendet. Zweitimpfungen seien bis Ende der Woche nicht geplant. In der vergangenen Woche hatte es nur Impfstoff für die dringend nötigen Zweitimpfungen gegeben.

Das wird sich am Freitag ändern. Dann werden erneut 500 Impfdosen geliefert, die komplett für Zweitimpfungen verwendet werden sollen.

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Die Konsequenz: „Das Impfzentrum im ehemaligen Krankenhaus in Peißenberg bleibt in der kommenden Woche großteils geschlossen, Termine werden keine vergeben.“ Die Frustration bei Achmüller und seinen Kollegen wächst: „Wir würden gern richtig loslegen, die Vorbereitungen sind abgeschlossen, die Leute ausgebildet.“

Doch dafür bräuchte es mindestens 1000 Impfdosen – zweimal pro Woche. Dann könnte man die einzelnen mobilen Impfteams, die jeweils rund 80 Impfungen pro Tag schaffen, auslasten. Und im Impfzentrum in Peißenberg wären zusätzlich bis zu 300 Impfungen pro Tag möglich. Doch wann endlich genug Impfstoff zur Verfügung stehen wird, steht noch in den Sternen.

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Zumindest die Hotline, unter der man sich als Impfberechtigter registrieren kann, ist momentan nicht mehr so überlastet wie in den vergangenen Wochen. „Es hat sich wohl herumgesprochen, dass wir derzeit keine Termine anbieten können“, so Achmüller. Zudem würden sich sehr viele der derzeit impfberechtigten über 80 Jahren tatsächlich über das Impfportal des Freistaats registrieren. „Das hat auch einen großen Vorteil, weil man Sicherheit hat. Sicherheit, dass man eine E-Mail oder SMS bekommt, wenn man an der Reihe ist und einen Termin vereinbaren kann“, sagt Achmüller. Dadurch müsse man nicht dauernd nachfragen.

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Nicht bestätigen konnte Achmüller die Berichte von Lesern der Heimatzeitung, wonach die Bewohner von Pflegeheimen oder deren gesetzliche Betreuer auch für die Zweitimpfung noch einmal eine Einverständniserklärung oder einen Aufklärungsbogen unterschreiben müssen. „Zumindest von unserer Seite aus gibt es da keine dementsprechenden Vorschriften“, so Achmüller. Er könne sich das nur so erklären, dass die betroffenen Pflegeheime zu größeren Verbünden gehören würden, die auch Heime in anderen Landkreisen betreiben. Und die dortigen Impfzentren könnten durchaus solche Vorgaben machen, die dann in allen Heimen des Verbundes sicherheitshalber umgesetzt würden. „Bei uns ist das aber nicht notwendig“, so Achmüller.

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