Das Impfzentrum im ehemaligen Peißenberger Krankenhaus wurde in den vergangenen Wochen intensiv renoviert und soll nun einsatzbereit sein, sobald der erste Impfstoff zugelassen wurde.
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Das Impfzentrum im ehemaligen Peißenberger Krankenhaus wurde in den vergangenen Wochen intensiv renoviert und soll nun einsatzbereit sein, sobald der erste Impfstoff zugelassen wurde.

Heute soll eigentlich alles fertig sein

Impfzentrum Peißenberg: Fast alle Fragen offen

  • Sebastian Tauchnitz
    vonSebastian Tauchnitz
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Ab heute sollen sie bereitstehen, die zentralen Impfstationen, über die der Corona-Impfstoff nach seiner Zulassung verteilt werden soll. Die Impfstation im ehemaligen Krankenhaus in Peißenberg werden die Johanniter betreiben, wie im Kreistag verkündet wurde.

  • Heute sollen die zentralen Impfzentren im Freistaat Bayern einsatzbereit sein. Für das Impfzentrum des Landkreises Weilheim-Schongau hat man zwar mit den Johannitern mittlerweile einen Betreiber gefunden, sonst sind aber noch zahlreiche Fragen offen.
  • Bei den Recherchen der Heimatzeitung meinten die Johanniter, nur der Landkreis dürfe Auskünfte geben. Der Landkreis konnte viele Fragen nicht beantworten, weil „die Johanniter die Betreiber sind“.
  • Sorgen macht eine Stellenanzeige, in der die Johanniter Ärzte und Pflegekräfte im Ruhestand um Mitarbeit im Impfzentrum bitten. Der Landkreis konnte gestern nicht sagen, ob eine ausreichende personelle Ausstattung des Betreibers im Rahmen der Ausschreibung abgefragt wurde.

Landkreis – „Die Verträge sind unterschrieben“, sagte Landrätin Andrea Jochner-Weiß zum Thema „Impfstation“ im Kreistag. Die Johanniter hätten den Zuschlag bekommen und würden das Impfzentrum im ehemaligen Krankenhaus in Peißenberg betreiben. Sie sollen auch den Einsatz der mobilen Impfteams koordinieren und teilweise mit eigenem Personal besetzen.

Jochner-Weiß betonte, dass dem Landkreis keinerlei Kosten für Einrichtung, Ausstattung und Betrieb der Impfstation entstehen würden. Auch die bereits für Malerarbeiten und Aufzugwartung entstandenen Kosten würde der Freistaat übernehmen, sagte sie weiter im Kreistag.

Johanniter verweisen auf das Landratsamt, das Landratsamt an die Johanniter

Die Heimatzeitung fragte deshalb bei den Johannitern, die die Station betreiben sollen, nach dem genauen Ablauf und dem Stand der Vorbereitungen. Dort teilte man lediglich mit, dass sämtliche Aussagen nur vom Landratsamt gegeben werden dürfen. Allerdings war auch die Pressestelle des Landratsamtes nicht in der Lage, konkrete Informationen zu liefern, weil, wie Pressesprecher Hans Rehbehn schrieb „die Johanniter die Betreiber sind“. So konnte Rehbehn nicht sagen, wie viele Mitarbeiter vor Ort sein werden. Einzige Info dazu: „Ohne Impfstoff wird die Anzahl der Mitarbeiter geringer ausfallen.“

Unbeantwortet blieb auch die Frage, ob die Johanniter genügend Personal für die Betreibung des Impfzentrums haben. In den vergangenen Tagen hatten sie unter anderem auf Facebook nach Mitarbeitern für das Impfzentrum gesucht, dabei gezielt auch Ärzte und Pflegekräfte im Ruhestand angesprochen. Selbst darüber, ob der Nachweis der personellen Leistungsfähigkeit Teil der Ausschreibung gewesen ist, konnte Rehbehn gestern keine Aussage machen.

Keine konkreten Aussagen zu Öffnungszeiten und Anmeldung

Ebenfalls keine Aussage machte das Landratsamt darüber, ob diejenigen, die geimpft werden sollen, informiert werden. Eine Anmeldung werde online und telefonisch möglich sein, so Rehbehn. Wo, wie und unter welcher Nummer, ist nicht bekannt. Unbekannt ist auch, aus welchem Zentrallager der Impfstoff geliefert wird und wie er nach Peißenberg kommen soll. Angesichts verschiedener Warnungen vor Einbrüchen und möglichen Anschlägen auf Impfzentren meinte Rehbehn auf Anfrage nur: „Es sind entsprechende Sicherheitsvorkehrungen getroffen worden.“ Zumindest wurde berichtet, dass das Impfzentrum darauf ausgelegt sei, mehr als 250 Personen pro Tag zu impfen.

Das Impfzentrum soll montags bis freitags geöffnet sein, sollte Bedarf bestehen und genügend Impfstoff verfügbar sein, könnten „die Öffnungszeiten angepasst werden“. Wie diese Öffnungszeiten aussehen werden, konnte das Landratsamt nicht sagen. Zur Erinnerung: Bis heute sollten die Impfzentren einsatzbereit sein.

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