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Ein Hoch auf den Förderverein: Die Gründungsmitglieder und ihr Vorstandsteam mit (sitzend v.l.) Dieter Barta, Jost Herrmann und Lisa Hogger.

Gründungsversammlung in Peißenberg

Das Oberland hat jetzt einen Asyl-Förderverein

In Peißenberg wurde der „Förderverein Asyl im Oberland“ aus der Taufe gehoben. Er soll die ehrenamtlichen Helferkreise entlasten. Vorsitzender ist Jost Herrmann.

Peißenberg – „Eines der 20 Dinge, die jeder in seinem Leben einmal gemacht haben sollte, ist, einen Verein zu gründen“: Das sagte Jost Herrmann schmunzelnd, als am Freitagabend in Peißenberg gerade der „Förderverein Asyl im Oberland“ aus der Taufe gehoben war.

Die Freude und Erleichterung stand dem hauptamtlichen Asylkoordinator Herrmann ins Gesicht geschrieben: Die von Herzosägmühle-Direktor Wilfried Knorr geleitete Gründungsversammlung ging reibungslos und unkompliziert über die Bühne. Das formale Prozedere mit der Verabschiedung der Vereinssatzung und der Vorstandswahl war in gut einer Stunde erledigt. Genau den Zeitrahmen hatte Peißenbergs evangelischer Pfarrer Dr. Rainer Mogk bei der Begrüßung der 27 Gründungsmitglieder vorgegeben: „Wir wollen zügig durchkommen. Es wird höchste Zeit, dass wir neue Strukturen erhalten.“

Der „Förderverein Asyl im Oberland“ soll den örtlichen Unterstützerkreisen künftig als finanzielle und rechtliche Plattform dienen. Die ehrenamtlichen Helfer sollen insbesondere bei der administrativen Abwicklung von Spenden, Stiftungsgeldern und Verträgen entlastet werden. Auch kann der Verein als juristische Person bei Projektausschreibungen des Bundesministeriums für Migration teilnehmen: „Das war für die losen Unterstützerkreise bislang nicht möglich“, erklärte Herrmann, der einstimmig zum ersten Vereinsvorsitzenden gewählt wurde. Als zweite Vorsitzende bekam Lisa Hogger (Unterstützerkreis Peißenberg) ebenso das Vertrauen ausgesprochen wie Dieter Barta als Kassier. Barta ist als Finanzbuchhalter in Herzogsägmühle tätig. Verquickungen mit dem Diakoniedorf soll es aber nicht geben: „Die Kreisläufe werden völlig getrennt voneinander laufen“, betonte Direktor Knorr.

Anwesend bei der Gründungsversammlung im evangelischen Gemeindezentrum waren neben Repräsentanten der Kirchen auch Vertreter der Unterstützerkreise aus Peißenberg, Polling, Peiting, Schongau, Burggen und Huglfing. Mit dabei waren zudem die Rathauschefs aus Peißenberg, Peiting und Wessobrunn. Die Gemeinden sind als juristische Personen Mitglieder im Förderverein. Steingaden, Polling, Böbing, Burggen und Pähl sollen bald folgen. Für den Anfang verfügt der Förderverein also über eine relativ breite Basis. Bei der Verabschiedung der im Vorfeld erarbeiteten Vereinssatzung gab es bei der Versammlung nur wenige inhaltliche Korrekturen. Wessobrunns Rathauschef Helmut Dinter wollte zum Beispiel den Autonomieerhalt der einzelnen Unterstützerkreise explizit mit aufgenommen haben – was auch geschah. Diskutiert wurde über die Höhe der Mitgliedsbeiträge. Letztlich einigte man sich auf zehn Euro pro Jahr und Kopf. Juristische Personen zahlen 60 Euro. Aktive Helfer sollen aber eventuell ganz von dem Obolus befreit werden. Sinn und Zweck des Vereins sei eine „dienende Funktion“, es sollten keine Gelder angehäuft und die Ehrenamtlichen nicht noch zusätzlich belastet werden, hieß es als Argument.

Die Wahlperiode für den Vorstand ist laut Satzung auf zwei Jahre festgelegt. Doch gut möglich, dass der neue Förderverein schon 2018 personell umbauen muss. Jost Herrmann ist nur befristet als Asylkoordinator tätig. Der evangelische Pfarrer rechnet nicht damit, dass die Stelle über Sommer 2018 hinaus verlängert wird: „Ich werde mir im Frühjahr nächsten Jahres wohl wieder eine Pfarrstelle suchen müssen – und das wird eher nicht in der Region sein“, bestätigte Herrmann am Rand der Versammlung. Die Gründung des Vereins sei auch deshalb wichtig gewesen, „um Strukturen zu schaffen, die unabhängig von meiner Person sind“: „Es ging darum, das Ganze zu institutionalisieren“, so Pfarrer Herrmann, der in seinem Leben übrigens schon einmal einen Verein gegründet hat: den „Eine-Welt-Verein Lindenberg“.

Bernhard Jepsen

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