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Volles Haus: Die Gruppe „Saitensprung“ beim Frauenbund-Jubiläum im Gasthof „Zur Post“ in Peißenberg. 

100 Jahre Frauenbund St. Johann

„Eine wunderschöne Geburtstagsfeier“

Peißenberg - Der katholische Frauenbund wurde 100 Jahre alt. Gefeiert wurde das mit einem Jubiläums-Gottesdienst. 

Wer ein feines Näschen hatte, der konnte ihn noch riechen, den Duft von Rosenöl, der sich Samstagmittag im Gasthof „Zur Post“ bei der Jubiläumsfeier zum 100-jährigen Bestehen des katholischen Frauenbunds von St. Johann breit machte. Die rund 190 Frauen hatten nach einem Sektempfang gerade bei Tisch Platz genommen und lauschten den Grußworten der geladenen Diözesan- und Politprominenz. Doch woher kam der ätherische Duft von Rosenöl? Der Geruch war eine nachhaltige Erinnerung an den Gottesdienst, den die Frauen am Vormittag in Eigenregie und ohne Eucharistiefeier zelebriert hatten. Im Altarraum wurden Stühle aufgestellt und die Frauen übernahmen den Segnungsakt. Dazu wurden auf die Handflächen Kreuze aus Rösenöl gezeichnet.

Die Symbolik war ein Beleg dafür, dass der katholische Frauenbund von St. Johann eine selbstbewusste Institution ist und Kirche aktiv mitgestalten will – auch im zeremoniellen Bereich. Und das Gottesdienst-Konzept fand großen Anklang: „Das war für viele Frauen sehr berührend, weil sie sich wertgeschätzt gefühlt haben“, resümierte die Frauenbund-Vorsitzende Katharina Hänel.

Nicht minder begeistert war Bürgermeisterin Manuela Vanni, die in ihrem Grußwort beim weltlichen Festteil von einer „wunderschönen Geburtstagsfeier“ sprach: „Vor allem der Gottesdienst hat mir sehr, sehr gut gefallen. Die Segnung war eine wunderschöne Erfahrung. Das war mal ganz was anderes“, so die Rathauschefin.

Auch Mechthilde Lagleder, die Diözesanvorsitzende des Frauenbundes, war „von der weiblichen Liturgie noch ganz ergriffen“: „Ihr habt in uns etwas ausgelöst, ihr habt unsere Herzen erreicht.“

Bezirksvorsitzende Christine Lang aus Weilheim schlug ähnliche Töne an: „Der Gottesdienst macht Mut, auch in diesem Bereich neue Wege zu gehen.“ Zwar werde allgemein im Frauenbund zum Beispiel über den Rückgang der Mitgliederzahlen „manchmal ein bisschen gejammert“, jedoch gebe es durchaus Anlass, optimistisch in die Zukunft zu blicken: „Ich erlebe immer wieder aktive und engagierte Frauen. Man kann eigentlich nicht sagen, dass wir alt werden“, so Lang. Über 100 Jahre alt und trotzdem modern aufgestellt, so will sich jedenfalls der Frauenbund von St. Johann präsentieren. „Ehrenamt muss Freude machen“, sagte Lagleder in ihrem Grußwort – und genau das war bei den katholischen Frauen von St. Johann am Samstag zu spüren. Mit Altpfarrer Gerhard Schmid, Ex-Mesner Herbert Marx, Pater Georgekutty und Pfarrer Georg Fetsch war übrigens auch das männliche Geschlecht vertreten. „Mir hat es schon auch gefallen“, sagte Fetsch am Rande der Feier über den „Frauen-Gottesdienst“.

Für einen katholischen Pfarrer ist das durchaus ein heikles Thema. Laut Fetsch muss man auf den jeweiligen Anlass schauen. Für die Jubiläumsfeier des Frauenbunds habe das Zeremoniell gepasst. „Aber es gibt Formen, die schon gewahrt bleiben müssen“, verwies der Pfarrer auf die regelmäßigen Sonntags-Gottesdienste.

Wie sagte Mechthilde Lagleder in ihrer Festrede? „Es gibt noch viele Gründe, warum der Frauenbund notwendig ist.“

Bernhard Jepsen

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