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Ein Experiment mit dem Bunsenbrenner zeigten die Schüler. Gespannt betrachteten dies (v.r.) Lehrerin Veronika Beier, stellvertretender Schulleiter Michael Puzik, Kreiskämmerer Norbert Merk, Lehrerin Melanie Spanner, Landrätin Andrea Jochner-Weiß, Architekt Burkhard Kielau und Florian Steinbach, Leiter Gebäudewirtschaft des Landratsamts.

Neue Chemieräume für 490000 Euro

Jetzt dürfen auch die Schüler experimentieren

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Peißenberg - Lange Zeit mussten die Peißenberger Realschüler auf Experimente im Chemi-Unterricht größtenteils verzichten  - das ist nun dank neuer Räume für 490000 Euro anders. 

Der klassische Frontalunterricht ist noch gar nicht lange her: Der Lehrer zeigte ein Experiment – und die Schüler schauten zu. So wurde Chemie an der Realschule Peißenberg bis Ende vergangenen Jahres zumeist vermittelt. Nicht, weil die Lehrer es nicht anders wollten – sondern, weil es nicht anders ging. In den 30 Jahre alten Räumen durften die Schüler aus Platz- und Sicherheitsgründen nur selten selbst etwas ausprobieren. Und schon gar nichts, was mit Flammen zu tun hatte. Dass nun alles anders ist, wurde am Montag eindrucksvoll bewiesen: Zur offiziellen Übergabe der neuen Chemieräume durften acht Achtklässler an den Bunsenbrenner. Bei ihrem Experiment ließen sie die Flamme in verschiedenen Farben lodern.

Dabei sahen ihnen unter anderem Landrätin Andrea Jochner-Weiß und Kreiskämmerer Norbert Merk zu. Der Landkreis war für die Sanierung zuständig – und hat dafür 490 000 Euro ausgegeben. Das Resultat kann sich sehen lassen: An der Wand ist ein ausklappbares Periodensystem befestigt. Von der Decke hängen so genannte Medienflügel, von denen aus die Arbeitsplätze unter anderem mit Strom, Gasen und Wasser versorgt werden können, außerdem werden Abwasser und Dämpfe entsorgt. In jedem Raum gibt es einen behindertengerechten Schülerplatz – dort lassen sich zum Beispiel Teile der Ver- und Entsorgungstechnik elektronisch absenken, damit sie auch im Sitzen erreichbar sind. Außerdem stehen fahrbare Abzugsanlagen und Waschbecken bereit. „Das schaut spacig aus“, sagte Jochner-Weiß beim Anblick des hochmodernen Lehrsaals.

Nichts erinnert mehr an früher, als die Schüler in aufsteigenden Sitzreihen saßen – und aus diesem Grund nicht experimentieren durften. Nur in einem Nebenraum war das möglich – dort passten aber nur 16 Schüler rein, Fenster gab’s auch keine.

Dieser ehemalige Übungsraum wird nun für die Aufbewahrung der vielen Utensilien genutzt. Und auch der ist jetzt hochmodern. „Diese Möbel kann man auch in eine Uni einbauen“, sagte Michael Puzig, stellvertretender Schulleiter, beeindruckt. Kreiskämmerer Merk betonte, wie viel Wert auf die Sicherheit gelegt wurde. In den Regalen sind Abzüge installiert, um austretende Dämpfe der Chemikalien abzuleiten. Zudem sind einige Schränke explosionssicher.

Seit Jahresanfang werden die neuen Räume bereits genutzt. Dass sich erst jetzt ein Termin für die offizielle Übergabe gefunden hat, daran störte sich niemand. Die Freude über die neuen Möglichkeiten ist schließlich immer noch groß. „Wir sind begeistert“, sagte Puzik und ergänzte mit einem Grinsen: „Vor einem Jahr waren hier noch heruntergekommene Möbel, die schön harmoniert haben mit den Brandflecken an der Decke.“ Nun aber erstrahlt alles in neuem Glanz. Das wirkt sich auch auf die Lehrer aus, wie Puzik verriet: „Erstmals streiten sie sich darum, wer nächstes Jahr Chemie unterrichtet.“

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