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Volle Bühne: Das Joscha Arnold Ensemble gastierte wieder in der Peißenberg Tiefstollenhalle.

„Joscha Arnold Large Ensemble“ in der Tiefstollenhalle

Erfreuliches Wiederhören mit „Weilheim-Sound“

Das „Joscha Arnold Large Ensemble“ spielte in der Tiefstollenhalle und bescherte dem Veranstalter, dem Kulturverein Peißenberg, volles Haus. Zwei Jahre waren seit dem letzten Auftritt hier vergangen, so war die Freude auf das Konzert mit dem Titel „Weilheim-Sound 2020“ groß.

Peißenberg Das „Joscha Arnold Large Ensemble“ erinnert an eine Bigband. Die Bläser stehen absolut im Vordergrund. Aber gespielt wird alles andere als Standards. Der Weilheimer Komponist und Saxophonist Joscha Arnold hat internationale Musiker – natürlich auch aus Weilheim – für dieses Projekt zusammengesucht und ihnen die Stücke teilweise auf den Leib komponiert.

Komponiert mit einem Apfel in der Hand

Der Abend in der Tiefstollenhalle begann entspannt. Ein ruhiges Stück im dichten, warmen Sound des Ensembles, kombiniert mit einem quirligen Saxophonsolo von Mathias Kohler. „Apple left hand“, hieß das Werk, weil Arnold es, so behauptete er zumindest, mit einem Apfel in der rechten Hand komponiert hat. So einfach ist es anscheinend, tolle Musik zu schreiben. „The flight of the black swan“ war der Titel des folgenden vielstimmigen Stücks, bei dem die schwarze Bassklarinette (Stefan Schreiber) mit ihrem sonoren, dunklen Klang und dem „Schwanenhals“ im Mittelpunkt stand.

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Florian Favre aus der Schweiz schaffte anschließend mit impressionistischen Klangbildern am Flügel den Übergang zum nächsten Stück, „Moderation“ zu finden. Ryhthmen, die sich entwickeln, und langsam ansteigende Intensität machten, zumindest teilweise, den Reiz dieses Stückes aus. Aber auch die Kombinationen von Klangfarben und deren Wechsel waren ein Merkmal der Musik, die zwar mit der Sprache des Jazz spielte, dabei aber oft ganz eigene Wege ging. In Anlehnung an ein Album von Dave Brubeck könnte man sagen, „Adventures in Sound.“

Zwischen Henry Mancini und Tom Waits

Das folgende „Perch“ war ein Stück für kleineres Ensemble, in der die Tuba (Korbinian Waller) und die Bassklarinette ihren Auftritt hatten. Musikalisch mitreißend, irgendwo zwischen Henry Mancini und Tom Waits. Mitunter waren die Stücke dieses Konzertabends auch nach dem „Monty Python“-Motto „And now for something completely different“ kombiniert: Dem iberisch angehauchten Stück „Marina“, mit seiner entspannten Lässigkeit, folgten klirrende Dissonanzen auf dem Klavier, feines Klappern von den Drums, ein Krächzen auf der Gitarre und ein Zerren an den Saiten des Kontrabasses. Auf diese leicht schräge Art ging es über zum Stück „Beware of the aliens.“

Die Musik, mit der das Joscha Arnold Large Ensemble sein Publikum begeisterte, ist vielfältig und hat ihren ganz eigenen Charakter. Sie entsteht aus der Lust am Experiment, am Humor, der sich nicht nur in den Titeln der Stücke spiegelt, aber auch dadurch, dass die Musiker hervorragende Solisten sind. Vielstimmige Kompositionen schaffen immer neue Klangbilder, die sich nicht selten zu einem dichten, „fetten“ Sound steigern, der auch mal an die Musik zu großen Agententhrillern erinnert.

Am Ende ein Rap auf Französisch

Einschmeichelnde Passagen nehmen das Publikum mit, um dann ganz unerwartet die Richtung zu wechseln. Der Abend, der mit zwei Zugaben und dabei einem Rap auf Französisch endete, zeigte, dass Anspruch und Unterhaltung keine Gegensätze sind. Und wer den mitreißenden Sound des Large Ensembles mit nach Hause nehmen wollte, konnte auch dies tun, denn an diesem Abend wurde die Produktion „By the rivers of cashflow“ vorgestellt, die es nur als Vinyl-LP (mit Downloadcode) gibt.

Heribert Riesenhuber

Das gibt‘s am Wochenende in der Tiefstollenhalle

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