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„Wir sind alle menschlich“: Die „Peißenheimer“ Jugendrotkreuzler beim gemeinsamen Wochenende, an dem es um das Thema „Menschlichkeit“ ging.

jugendrotkreuz

„Es herrscht so viel Diskriminierung in der Gesellschaft“

Weilheim/Peißenberg - Ob Fußball spielen oder Filme drehen: Das Jugendrotkreuz veranstaltet ein Projekte zum Thema „Menschlichkeit“.

Sie ist der erste Grundsatz des Bayerischen Roten Kreuzes (BRK): die „Menschlichkeit“. Aber was ist Menschlichkeit eigentlich, und warum ist die Eigenschaft so wichtig? Diese Fragen stellten sich die Jugendrotkreuzler aus Weilheim und Peißenberg und überlegten sich prompt, ein Projekt zu starten. „Es herrscht leider so viel Diskrimierung in der Gesellschaft. Und dabei ist doch keiner von uns wirklich perfekt“, sagt die 20-jährige Jenni Hanzlik, die zusammen mit sieben weiteren Jugendleitern ehrenamtlich für das Jugendrotkreuz arbeitet.

Das achtköpfige Team traf sich deshalb mit 25 Kindern aus Weilheilm und Peißenberg („Die Peißenheimer“), um sich mit dem Thema auseinanderzusetzen. Die Gruppe fuhr dafür mit Rollstühlen durch die Stadt und verband sich die Augen, um zu sehen, wie es ist, mit diesen Beeinträchtigungen zu leben. „Den Kindern fiel zum Beispiel auf, dass in manchen Geschäften in Weilheim die Umkleiden für Rollstuhlfahrer zu klein sind“, erinnert sich der 19-jährige Daniel Illich, der auch zum Team der Jugendrotkreuzler gehört.

Noch am selben Tag spielte die Gruppe mit etwa 15 Flüchtlingen Fußball – auch das sei ein prägendes Erlebnis gewesen. Die Asylbewerber hätten um einiges besser gespielt, und das Miteinander sei trotz des Konkurrenzkampfs besonders harmonisch gewesen. „Wir hatten wirklich eine Fetzngaudi“, erzählt Hanzlik. „Ich habe sogar ein Kind sagen hören, dass es das beste Wochenende war, das es je hatte.“ Spielnachmittage mit Flüchtlingen oder auch im Altenheim will die BRK-Jugend in Zukunft öfter veranstalten.

Die Jugendrotkreuzler haben an dem Wochenende außerdem einen Film produziert, der auf ihrer Hompage unter www.jrk-peissenheim.de/menschlichkeit zu sehen ist. Der Clip soll ein Beispiel dafür sein, wie man das Thema „Menschlichkeit“ interpretieren kann. In einem Film-Wettbewerb sollen auch andere Jugendliche zeigen, was sie unter „Menschlichkeit“ verstehen, indem sie einen einminütigen Film drehen, den sie an die Mailadresse 60sekmenschlichkeit@jrk-peissenheim.de senden.

Sponsoren gesucht

Die Jugendgruppe hat sich schon Preise überlegt, sie sucht aber noch Sponsoren. Wer den Wettbewerb finanziell unterstützen will, kann das Team über Daniel Illich per Mail (danielillich@peissenberg-jrk.de) kontaktieren.  

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