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Die Prüflinge der IHK Weilheim-Schongau bekamen von Klaus Bauer (vorne links), Karlheinz Grehl (vorne rechts) und Jens Wucherpfennig (oben rechts) Ratschläge für ihr weiteres Leben.

Peißenberg

Junge Fachkräfte mit Zukunft

Beste Karrierechancen wurde den 102 Absolventen bei der gemeinsamen IHK-Abschlussfeier der Regionalausschüsse Weilheim-Schongau und Landsberg in der Peißenberger Tiefstollenhalle von den Rednern attestiert. Der „Sommer-Jahrgang 2018“ fuhr überdurchschnittlich gute Prüfungsergebnisse ein – und Fachkräfte sind bekanntlich rar.

Es war eine Abschlussfeier mit einem etwas anderen Rahmenprogramm. Das Improvisationstheater „ecstasy für arme“ (efa) sorgte auf der Bühne für musikalische Unterhaltung und die dramaturgische Gestaltung. Die Schauspieler ließen sich vom Publikum Schlagwörter geben und verarbeiteten diese in eine spontane Handlung. IHK-Regionalausschussvorsitzender Klaus Bauer zog in seiner Festrede diesbezüglich Parallelen zur beruflichen Ausbildung. Die Absolventen seien in ihrer Lehrzeit fast täglich mit neuen Aufgaben und Herausforderungen konfrontiert worden – zum Beispiel eine neue Maschine bedienen, ein spontanes Kundengespräch zu einem unbekannten Thema führen oder eine Präsentation vor Kollegen halten. Auch hier sei Improvisationskunst gefragt gewesen. Bauer ermutigte die Absolventen, auf die eigenen Stärken zu vertrauen: „Glauben Sie an sich“, appellierte der IHK-Funktionär an die Nachwuchs-Fachkräfte. Die Absolventen würden in den Betrieben gebraucht, und die heimischen Unternehmen würden optimale Rahmenbedingungen für sie bieten: „Wir leben in einer der besten Regionen der Welt“, so Bauer.

Vize-Landrat Karl-Heinz Grehl sprach ebenfalls von „sehr guten Zeiten“ für die Absolventen. Die Auftragsbücher der Betriebe seien voll, dass merke der Landkreis vor allem daran, dass bei öffentlichen Ausschreibungen die Preise deutlich nach oben anziehen oder gar keine Angebote abgegeben würden. „Sie starten in eine sehr gute Zukunft“, ließ Grehl die Absolventen wissen: „Es sind Ihre Chancen, nehmen Sie sie auf!“ Des Weiteren forderte er die jungen Fachkräfte dazu auf, „Freude in den Arbeitsalltag hineinzutragen und positives Denken zu verbreiten“. Obwohl Deutschland ein wohlhabender Staat sei, gebe es „negative Schwingungen“ in der Gesellschaft: „Man kritisiert jeden und alles – vor allem die Generation ,Kohl‘“, konstatierte Grehl. Sein Wunsch: Die Absolventen sollten mündige Staatsbürger werden und einen Beitrag dazu leisten, die Demokratie zu verteidigen.

Auf die beiden Einzugsgebiete der IHK-Regionalausschüsse verteilt, haben 474 Absolventen in 68 verschiedenen Berufen (von A wie Automobilkauffrau bis Z wie Zerspanungsmechaniker) ihre Lehre abgeschlossen. Das entspricht in etwa dem Durchschnitt der vergangenen Jahre und weist auf eine „stabile Anzahl an Azubis“ hin, wie IHK-Geschäftsführer Jens Wucherpfennig am Rande der Abschlussfeier erklärte. 73 Absolventen schlossen mit einer Note von 1,4 oder besser ab. Das entspricht etwa 15 Prozent und ist laut Wucherpfennig „schon stark“. Allerdings: Die Unternehmen müssten inzwischen wesentlich mehr Aufwand betreiben, um Auszubildende und Nachwuchsfachkräfte zu rekrutieren. „Der räumliche Such-Radius wird immer größer“, so Wucherpfennig. Klaus Bauer verwies diesbezüglich auf den demographischen Wandel, dessen Tief noch nicht erreicht sei. Ein weiteres Problem: Die Ausbildungsfähigkeit der Schulabgänger sei „nicht besser geworden“. Die Firmen hätten sich inzwischen notgedrungen darauf eingestellt, auch leistungsschwächere Azubis zu beschäftigen: „Wir machen das Beste daraus und bemühen uns“, so Bauer.

Bernhard Jepsen

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