+
Nur fünf Kinder stiegen am Dienstag bei Busfahrer Klaus Kleber in den Badebus ein.

Jetzt dürfen den Bus auch andere nutzen

Kaum einer nutzt den Badebus

Peißenberg – Auf der Peißenberger Gemeinde lastete wegen Schließung der "Rigi Rutsch'n" ein großer Druck, weshalb sie den Badebus organisierte - den aber kaum einer nutzt.

Die Marktgemeinde Peißenberg hatte es gut gemeint: Weil die Kinder heuer nicht in der „Rigi-Rutsch’n“ baden konnten, wollte sie ihnen eine Alternative bieten. Sie beauftragte den Regionalverkehr Oberbayern (RVO), die Kinder in den Ferien täglich mit einem Badebus ins „Plantsch“ nach Schongau und ins Wellenfreibad nach Peiting zu bringen. Mehr als die Hälfte der Ferien sind rum, doch die Zahl der Fahrgäste ist nach wie vor gering: Am Dienstag fuhren nur fünf Kinder mit – kostenlos wie immer. Bei seinen bisherigen vier Fahrten seien es meistens nur zwei Kinder gewesen, berichtete Busfahrer Klaus Kleber. Aus Gesprächen mit Kollegen wisse der 51-Jährige, dass auch sie im Schnitt um die fünf Kinder befördert hätten. Platz wäre in dem Bus aber für 85 Personen. Gestern saßen zumindest neun Kinder im Bus, als dieser die letzte Haltestelle in Peißenberg an der Rigistraße passierte.

Auch Ralf Kreutzer, Niederlassungsleiter bei der RVO, in Weilheim bestätigte die schwache Resonanz: „Es sind weniger Fahrgäste als gedacht, keine Frage“, sagte er. Erklären kann sich das keiner so recht: „Man kann in die Kinder ja nicht reinschauen. Vielleicht liegt es daran, dass sie auf Fahrzeiten angewiesen sind und selbst mit anderen ins Schwimmbad fahren“, mutmaßte Busfahrer Kleber. Kreutzer könnte sich vorstellen, dass es am Wetter lag, das in den vergangenen Wochen nicht immer gut gewesen sei und rechnet wegen der aktuell guten Wetterprognosen damit, dass es in Sachen „Fahrgäste“ „nochmal richtig anzieht.“ Er erwähnte aber auch, dass der Badebus, der in Huglfing fährt, mit um die 60 Kindern bereits jetzt stets „rappelvoll“ gewesen sei.

Peißenbergs Bürgermeisterin Manuela Vanni sagte: „Der Bus ist an Schulen mit Flyern beworben worden. Ich könnte mir vorstellen, die Jugendlichen haben sich selbst organisiert oder es ist ihnen zu weit zu fahren.“

Und was meinen die Kinder? „Ich glaube, viele fahren selber“, sagte Maxi (12), der mit seinen gleichaltrigen Freunden Severin, und Mike am Dienstag erstmals im Badebus mitgefahren ist. „Ich glaube, dass auch viele mit ihren Eltern im Urlaub sind“, fügte Severin hinzu. Den Buben fehlt die „Rigi-Rutsch’n“, aber sie finden das Angebot gut, sagen sie. Auch David (12) und Maxim (14) gefällt die Option. Bisher hat es zeitlich nicht geklappt, in den kommenden Tagen wollen sie das Angebot öfter nutzen.

Da fünf Kinder, die den Bus regelmäßig nutzen, noch recht wenig sind, sagte Vanni, dürften nun auch andere, wie Senioren und Familien, den Bus mitnutzen. Es sei sicher, dass dieser weiterhin bis 9. September fährt. Fahrplan-Infos unter www.peißenberg.de. luca von prittwitz

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Fünf Fachärzte machen gemeinsame Sache
Das Weilheimer Krankenhaus hat ein „Zentrum für Muskuloskeletale Chirurgie“ eröffnet. Es richtet  sich an Patienten, die Probleme mit dem Bewegungsapparat haben.
Fünf Fachärzte machen gemeinsame Sache
Auto im Graben: Wildbiesler wird aggressiv
Erst rollte sein Auto in den Graben, als ein Mann in Penzberg einem dringenden Bedürfnis nachging. Dann versuchte er, den Abschleppdienst übers Ohr zu hauen.
Auto im Graben: Wildbiesler wird aggressiv
Alt und Jung reichen sich die Hand
Seit 115 Jahren gibt es den Burschenverein Haunshofen.  Die Feierlichkeiten zum Jahrtag begannen  mit Ehrungen und einem Gottesdienst.
Alt und Jung reichen sich die Hand
Wenn der Angeklagte nicht zu verstehen ist
Wegen Sprachbarrieren fallen am Weilheimer Amtsgericht immer mehr Verhandlungen aus. Dolmetscher  werden dort immer wichtiger.
Wenn der Angeklagte nicht zu verstehen ist

Kommentare