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Zwei Autos standen am Freitagvormittag  an der  äußeren Ludwigstraße. Anwohner ärgern sich darüber, dass Pendler dort parken.

Peißenberg-Nord

Kein Halteverbot am Bahnhalt

  • Bernhard Jepsen
    vonBernhard Jepsen
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Peißenberg - Anlieger  der Ludwigstraße ärgern sich  über abgestellte Fahrzeuge von Zugreisenden. Das Rathaus lehnte ihren Antrag für ein Halteverbot ab.

 Der Bahnhaltepunkt „Peißenberg-Nord“ hat einen gravierenden Nachteil: Er liegt ziemlich entlegen und ist vom Ortsteil „Dorf“ aus nur mit einem langen Fußmarsch zu erreichen. Anderseits sind an der Station für den Pkw-Anfahrtsverkehr nur zwei mickrige Parkplätze ausgewiesen. Pendler müssen sich deshalb regelmäßig in der Umgebung nach alternativen Abstellmöglichkeiten für ihre Fahrzeuge umschauen, bevor sie in den Zug steigen. Das wiederum sorgt bei den Bewohnern eines in unmittelbarer Nähe liegenden Mehrfamilienhauses für Unmut. Sie befürchten durch die parkenden Fahrzeuge eine erhöhte Unfallgefahr und fordern ein beidseitiges Halteverbot an der Ludwigstraße.

Konkret geht es um den Abschnitt zwischen der Abzweigung zum „Alten Bahnhof“ und dem unbeschrankten Bahnübergang kurz vor dem Dornbichlweg. Die Bewohner des Mehrfamilienhauses (Hausnummer 67) haben wegen der parkenden Autos bereits zu einer Art „Selbstjustiz“ gegriffen. Sie klemmten an den betreffenden Fahrzeugen immer wieder Hinweiszettel unter die Scheibenwischer mit der niedergeschriebenen Bitte, das Parken vor dem Wohnhaus zu unterlassen und den weiter östlich am Dornbichlweg gelegen Wanderparkplatz zu nutzen. Das wiederum brachte die Rathausverwaltung auf den Plan: Sie untersagte den Bewohner weitere Zettelaktionen mit der einfachen Begründung, dass das Abstellen von Fahrzeugen im besagten Straßenabschnitt zulässig sei.

Daraufhin reichten die Bewohner einen offiziellen Antrag für ein beidseitiges Halteverbot ein – verbunden mit den „typischen Argumenten, die eigentlich immer in solchen Fällen kommen: also spielende Kinder, die Müllfahrzeuge kommen nicht durch oder die Unfallgefahr steigt“, wie es Bauamtsmitarbeiter Bernhard Schregle im Peißenberger Bauausschuss formulierte. Die äußere Ludwigsstraße, so beklagen die Anwohner, sei als beliebte Abkürzungsstrecke für den Berufsverkehr nach Weilheim und aufgrund des landwirtschaftlichen Verkehrs ohnehin schon stark belastet. Wenn dann auch noch Fahrzeuge an den Seitenstreifen parken würden, werde die Fahrbahn regelmäßig zum Nadelöhr.

Im Rathaus laufen die vorgebrachten Argumente allerdings ins Leere: „Aus Sicht der Verwaltung gibt es keinen Handlungsbedarf – auch wegen einer Vielzahl gleich gelagerter Fälle in anderen Wohngebäuden“, erklärte Schregle im Ausschuss. Soll heißen: Verhängt die Gemeinde an der äußeren Ludwigstraße ein Halteverbot, obwohl verkehrsrechtlich dem Parken dort nichts entgegen spricht, dann könnte sie es an anderen Stellen ebenso schlecht ablehnen. Außerdem: „Bei einem Halteverbot dürften auch die Besucher der Anlieger nicht mehr vor dem Haus parken. „Ob den Bewohnern damit geholfen ist, weiß ich nicht“, gab Bürgermeisterin Manuela Vanni zu bedenken.

Und wie sieht es mit der Schaffung von neuen Parkplatzflächen direkt am Haltepunkt aus? Eher schlecht. Die Station „Peißenberg-Nord“ steht bei der Bahn ohnehin schon auf der Kippe. Wenn die Gemeinde mit dem Verlangen nach zusätzlichen Parkflächen vorstellig werden sollte, würde man eventuell schlafende Hunde wecken: „Auf die Bahn zuzugehen, ist in dem Fall nicht so gut“, winkte Vanni ab.

Der Ausschuss votierte letztlich einstimmig gegen das geforderte Halteverbot. Die Angelegenheit soll aber noch mit der Polizei abgestimmt werden. Je nachdem, wie das fachliche Urteil ausfällt, soll die geforderte Verkehrsbeschränkung noch einmal im Bauausschuss behandelt oder mit einer Antragsablehnung ad acta gelegt werden. Wahrscheinlicher ist wohl letztere Variante: „Dann können wir dem aufgeregten Bürger sagen, dass die Polizei auch keinen Handlungsbedarf sieht“, beschloss Jutta Geldsetzer (SPD) den Tagesordnungspunkt.

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