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Ein Teil des „Rigi-Centers“ ist in ein Baugerüst gehüllt – das Gebäude wird renoviert. Ein Hotel entsteht darin aber nicht.

47 Gästezimmer sollten es sein

Doch kein Hotel im „Rigi-Center“

Peißenberg - Nein, Peißenberg bekommt kein neues Hotel. Die Pläne für das "Rigi-Center" haben sich zerschlagen. Schuld ist auch das Hochwasser.

Der Ostflügel des „Rigi-Centers“ ist derzeit von einem hohen Baugerüst eingehüllt. Die Fassade wird renoviert und aufgehübscht. Der Westflügel hingegen steht nach wie vor leer. Im vergangenen Jahr hatte die Eigentümerfamilie für den Gebäudeteil noch aufsehenerregende Pläne präsentiert und im Peißenberger Bauausschuss bereits einen Vorbescheidsantrag absegnen lassen: Die ehemaligen Verkaufs-, Gewerbe- und Gaststättenflächen des verwaisten Komplexes sollten demnach in ein modernes Drei-Sterne-Hotel ausgebaut werden. Doch daraus wird nun nichts. Das Unternehmerehepaar Michaela und Manfred Vollmer musste das Projekt notgedrungen absagen – aufgrund zu hoher Kosten. „Es schaut schlecht aus. Wir werden das Projekt nicht verwirklichen – schweren Herzens, aber man muss vernünftig bleiben“, bestätigt Michaela Vollmer auf Nachfrage der Heimatzeitung. Die gelernte Hotelfachfrau, die in der Branche bestens vernetzt ist und lange Jahre in der Münchener Innenstadt ein Hotel geleitet hat, hatte viel Planungsarbeit in das Projekt gesteckt. 47 Gästezimmer sollte das „Hotel Rigi“ bereithalten und Urlauber, Busreisende Geschäftsleute sowie Tagungsbesucher nach Peißenberg locken.

Die Vollmers, die auf dem Oktoberfest das Augustiner-Festzelt betreiben, wollten das Hotel in Eigenregie führen. Aber die Kostenschätzung fiel weitaus höher aus als ursprünglich gedacht. Die strengen Auflagen und die notwendigen Umbauarbeiten wären ordentlich ins Geld gegangen. „Man hätte den Gästen, die neu nach Peißenberg kommen, ja etwas bieten müssen“, sagt Vollmer – sprich: Man hätte im Haus zum Beispiel nicht nur ein Frühstücksbuffet, sondern eine standesgemäße Vollgastronomie einrichten müssen.

Die endgültige Entscheidung, die Hotelpläne abzusagen, wurde erst vor kurzem getroffen. „Auslöser“ war laut Vollmer letztlich das Hochwasser vor gut einem Monat. Dabei hat sich gezeigt, dass die direkt am Wörtersbach gelegenen Außenanlagen in ihrer jetzigen Gestaltung nicht mit dem Hotelkonzept kompatibel gewesen wären, unter anderem stand die Tiefgarage unter Wasser. Aber auch unabhängig von den Hotelplänen besteht Handlungsbedarf: „Wir brauchen gescheite Anfahrtswege und müssen die Anlage komplett anders anordnen“, kündigt Vollmer an.

Und wie sieht die Alternativ-Planung für den Westflügel nun konkret aus? „Es wird uns hoffentlich etwas einfallen. Wir streben eine gewerbliche Nutzung an“, verrät Vollmer. Spruchreif sei allerdings noch nichts: „Wir fangen mit den Planungen wieder neu an.“

Peu a peu soll nun die Konzeption der Außenanlagen vorangetrieben und an der gewerblichen Nutzung für den Westflügel gefeilt werden. „Wir haben viele Quadratmeter frei – und das in 1a-Lage“, sagt Vollmer. In den Westflügel soll also wieder Leben einziehen – genauso wie in den als Gesundheits- und Einkaufszentrum ausgebauten Osttrakt des „Rigi-Centers“: „Der läuft wunderbar“, schwärmt Vollmer.

Bernhard Jepsen

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