Ist guter Dinge, die Herausforderungen, die auf die Marktgemeinde zukommen, zu stemmen: Bürgermeister Frank Zellner. Foto: archiv
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Ist guter Dinge, die Herausforderungen, die auf die Marktgemeinde zukommen, zu stemmen: Bürgermeister Frank Zellner.

Zum Jahresende

Kein Stillstand in Peißenberg

  • Bernhard Jepsen
    vonBernhard Jepsen
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Wie in vielen anderen Kommunen auch wurde in Peißenberg das öffentliche und gesellschaftliche Leben von der Corona-Krise bestimmt. Trotz der Pandemie gab es in der Ortspolitik jedoch keinen Stillstand. Bürgermeister Frank Zellner (CSU) sieht vielmehr „wichtige Projekte auf den Weg gebracht“.

  • Seit Mai ist Frank Zellner Bürgermeister in Peißenberg
  • Mit seinen ersten Monaten im Amt ist er zufrieden
  • Zellner sieht wichtige Projekte auf den Weg gebracht

Peißenberg – Sieht man mal von seinem Treppensturz und Fußbruch ab, hätte das Jahr 2020 für Frank Zellner aus persönlicher Sicht kaum besser laufen können. Bei der Kommunalwahl im März eroberte der damals im Ort noch relativ unbekannte Jurist auf Anhieb den Chefsessel im Rathaus. Zellner hat sich ins Amt eingearbeitet. Sein ruhiges, überlegtes und stets höfliches Auftreten wird trotz inhaltlicher Unterschiede auch bei der politischen Konkurrenz geschätzt. Zellner selbst spricht von einer „guten Zusammenarbeit im Gemeinderat“, sein Bürgermeister-Amt macht ihm „Spaß“: „Es war ein tolles Jahr für mich mit vielen neuen Herausforderungen und Erfahrungen. Ich bereue es auf keinen Fall, dass ich kandidiert habe.“

Wie gesagt, das „tolle Jahr“ bezieht sich auf Zellners persönlichen Werdegang. Die Corona-Krise hat die Gemeindepolitik stark beeinflusst, sie aber nicht lahmgelegt. „Wir haben trotz der Pandemie wichtige Projekte auf den Weg gebracht“, erklärt Zellner.

Wichtige Projekte auf den Weg gebracht

Der Rathauschef verweist unter anderem auf die Digitalisierungsoffensive an den örtlichen Schulen, auf die Planungen für die Neugestaltung der Alten Bergehalde als Freizeitgelände, auf den Hochwasserschutz, für den mittlerweile zumindest im südlichen Ortsteil Baurecht besteht, und auf die Inbetriebnahme des Kinderhauses im Westflügel des ehemaligen Krankenhauses.

Als „ganz wichtigen Schritt“ bezeichnet Zellner zudem die Förderzusage für das neben dem Eisstadion geplante „Aktivzentrum“. Der Bund wird 900 000 Euro für das Projekt locker machen, das Peißenberger Vereinen ein sportliches Betätigungsfeld bieten und einen – separat über den BLSV bezuschussten – Umkleidetrakt für den Eislaufsport umfassen soll. Zudem hat der Markt in Kooperation mit den Gemeindewerken die Weichen für den langfristigen Erhalt des Gesundheits- und Bäderpark gestellt. Für Instandsetzungen und Modernisierungen (unter anderem Neubau der Rutsch-Anlage) hat man sich mit einem Investitionsvolumen von 4,6 Millionen Euro im Rahmen eines Bundeskonjunkturprogramms beworben (wir berichteten).

Haushaltsplanungen schon angelaufen

Trotz der Zuschüsse wird die Gemeinde aber auch selber einen erheblichen finanziellen Beitrag leisten müssen, um die Projekt-Agenda abzuarbeiten. Die Haushaltsplanungen für 2021 sind längst angelaufen. Demnächst wird Kämmerer Michael Liedl dem Marktrat im Rahmen einer internen Klausurtagung einen ersten Etatentwurf vorlegen. Die Corona-Krise wird auf die kommunalen Finanzen durchschlagen, die Steuereinnahmen zurückgehen – „das ist kein Geheimnis“, prognostiziert Zellner. Von „Etatstreichungen“ möchte der Bürgermeister zwar ausdrücklich nicht sprechen, „allerdings wird es nicht ausbleiben, dass wir Investitionen auch schieben müssen“. Und: „Es wird eine Zeit kommen, in der wir über neue Schulden sprechen müssen.“ Zellner ist alles in allem dennoch optimistisch: „Ich bin guter Dinge, dass wir die Herausforderungen gemeinsam und verantwortungsbewusst meistern werden.“

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