Die Animation einer Brücke über die Bergehalden in Peißenberg.
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So könnte eine Verbindungsbrücke zwischen den Bergehalden in Peißenberg aussehen.

Peissenberg

Geiz ist geil? Nicht bei der Bergehalden-Brücke!

  • Bernhard Jepsen
    vonBernhard Jepsen
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Fachplaner und der Peißenberger Marktrat sind sich weitestgehend einig: Ein Brückenschlag über die Schongauer Straße zwischen Alter und Neuer Bergehalde würde städtebaulich Sinn machen. Für die Regierung spielt aber auch die Qualität eine Rolle.

Peißenberg - An dem geplanten Brückenschlag zwischen den beiden Bergehalden scheiden sich aktuell in Peißenberg die Geister. Die einen halten sie für überflüssig und Geldverschwendung, die anderen für ein wichtiges städtebauliches Entwicklungselement in der Ortsmitte – vor allem im Hinblick auf das, was auf den Halden noch alles geplant ist (Stichwort: Sport- und Freizeitgelände auf der Alten Bergehalde). „Mir persönlich gefällt die Brücke sehr gut. Das Projekt wird in der Bevölkerung aber zwiegespalten gesehen“, fasste Bernd Schewe (SPD) in der jüngsten Marktratssitzung die Stimmungslage zusammen. Vor allem die Finanzierung werde angesichts der momentanen Corona-Krise kritisch gesehen.

Brückenschlag: Qualität spielt für Regierung große Rolle

Die Kommunalpolitik wird in der Angelegenheit also bei den Bürgern noch Überzeugungsarbeit leisten müssen. Bei der Regierung von Oberbayern muss sie das nicht mehr tun. Die Maßnahme steht im „Integrierten städtebaulichen Entwicklungskonzept“. Das ISEK, das vor ein paar Jahren in einem aufwendigen Prozess unter anderem mit Bürgerbeteiligung entwickelt wurde, ist mit der Regierung abgesprochen und Grundlage für die Städtebauförderung. An der Funktion der Brücke gibt es unter den Fachplanern keine Zweifel. Für die Regierung spielt aber auch noch ein anderes Kriterium eine Rolle – nämlich die Qualität.

Nach der Vorstellung des von einer Arbeitsgemeinschaft aus Architekten und Ingenieuren konzipierten Brückenentwurfs waren im Marktrat Bedenken hinsichtlich der Kosten angemeldet worden (wir berichteten). Nach Schätzungen würde die stützenlose Stahlbaubrücke mit etwa einer Million Euro zu Buche schlagen. Einige Gemeinderäte meinen, dass der Fuß- und Radwegesteg auch zu einem deutlich billigeren Preis zu haben wäre, zum Beispiel wenn man eine Holzkonstruktion ins Auge fassen würde. Der Marktrat beauftragte deshalb die Verwaltung bei der Regierung nachzufragen, inwieweit die gestalterische Qualität bei der Bezuschussung eine Rolle spielt. Die klare Antwort: Eine wichtige.

Brückenschlag Kosten von einer Million „durchaus angemessen“

Der Rathausverwaltung wurde von seiten der Regierung mitgeteilt, dass der Bau einer Verbindungsbrücke zwischen den Halden „nur dann eine förderfähige und nachhaltige Maßnahme darstellen kann, wenn sie auch einen positiven Beitrag zum Ortsbild leistet“ – so wie das bei der Stahlbaubrücke der Fall wäre. Die Kosten von rund einer Million Euro werden für das Projekt als „durchaus angemessen“ eingestuft. Eine wesentliche Kostenreduzierung sei bei gleichzeitiger Einhaltung des Qualitätsanspruchs nicht möglich. Die Regierung stellt zudem fest, „dass es zunächst erfreulich ist“, dass die vorgelegte Planung „gestalterisch so anspruchsvoll und passend geworden ist und dies auch vom Marktrat so empfunden wird.“

Doch mit den Ausführungen der Regierungen war Jürgen Forstner (Freie Wähler) nicht zufrieden. „Das ist ja schön, wenn die Regierung das so sieht. Aber geht´s auch ein bisschen genauer?“ Wenn über das Projekt weiter diskutiert werden solle, dann müsse die Regierung auch konkrete Aussagen zur Förderung machen. Der Regelsatz im Programm „Stadtumbau-West“ beträgt 60 Prozent. Finanziell weniger gut ausgestattete Kommunen können auch 80 Prozent abgreifen.

Laut Marktkämmerer Michael Liedl hat die Regierung bereits signalisiert, dass für das Brückenprojekt wie beim Bau des Jugendzentrums respektive Bürgerhauses zusätzlich zur Regelförderung noch einmal in den Entschädigungsfonds gegriffen werden könnte. Der Eigenanteil der Kommune läge dann bei 20 Prozent der förderfähigen Kosten zuzüglich des späteren Unterhalts. Fazit: Der Marktrat hat die Vorprojektierung für den Brückenschlag formal einhellig abgesegnet. Über das Projekt soll wieder im Herbst bei der Vorbereitung des Jahresantrags zur Städtebauförderung diskutiert werden. Eine konkrete Meldung könnte dann unter dem Vorbehalt einer 80-prozentigen Förderung erfolgen.

Auch das ist interessant: Bei der „Jugendwoche“ des FC Seeshaupt bekamen Kinder auf ganz bestimmte Art einen Einblick in die Sportart Segeln. Die Corona-Pandemie hält die Polizei im Landkreis auf Trab - sie ist für Kontrollen viel unterwegs. Aerotech, der größte Arbeitgeber in Peißenberg, befindet sich „in einer schwierigen Phase“.

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