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„Zu verkaufen“ steht auf dem Schild. Der Markt Peißenberg möchte die Kirche aber nicht erwerben. 

Nach Fusion mit anderem Standort

„Vielseitige Möglichkeiten“: Diese Kirche steht zum Verkauf - wer schlägt zu?

Nachdem die neuapostolische Kirche in Peißenberg 2017 geschlossen und die Religionsgemeinschaft mit der Gemeinde in Weilheim fusioniert wurde, wird für das leer stehende Gebäude ein Käufer gesucht. Gespräche wurden auch mit der Rathausverwaltung geführt.

Peißenberg– „Vielseitige Möglichkeiten. Ehemaliges Kirchengebäude sucht neue Eigentümer!“ Unter diesem Slogan wird das ehemalige Domizil der neuapostolischen Glaubensgemeinschaft seit zwei Monaten über ein Internetportal angeboten. Als Kaufpreis für das 740 Quadratmeter große Grundstück werden inklusive Kirchengebäude 349 000 Euro aufgerufen.

Die ehemalige Kirche wurde um das Jahr 1969 erbaut und 1988 umfassend renoviert. Wie es im Exposé der Pfinztaler Immobilienfirma „Kugele“ (Baden-Württemberg) heißt, sind mehrere Nachnutzungsvarianten denkbar – etwa ein Umbau zum Einfamilienwohnhaus oder zu Gewerbe- und Büroflächen. Als Gestaltungsmöglichkeit ausgeschieden ist derweil eine kommunal getragene Nutzung.

Wie Bürgermeisterin Manuela Vanni in der jüngsten Marktratssitzung bekannt gab, hat sich das Gremium hinter verschlossenen Türen darauf verständigt, das Gebäude nicht von der neuapostolischen Kirche zu übernehmen. Es sei von den Räten nach kurzer Diskussion mehrheitlich „keine sinnvolle Verwendung“ gesehen worden. Entsprechend habe man die kommunale Liegenschaftsverwaltung beauftragt, die Gespräche mit der neuapostolischen Kirche zu beenden. Über welche Nutzungsmöglichkeiten der Marktrat intern konkret debattiert hat, war von der Rathauschefin auch auf Nachfrage nicht zu erfahren. „Da war nichts Spruchreifes dabei“ wiegelte Vanni gegenüber der Heimatzeitung ab. Am ehesten vorstellbar sei, dass die Immobile als Wohnbebauung genutzt werde. Das beauftragte Immobilienbüro bestätigte wiederum auf Anfrage, dass es für das ehemalige Kirchengebäude mehrere Kaufinteressenten geben würde, die auch bereits Angebote eingereicht hätten. Eine Entscheidung über den Verkauf sei aber noch nicht gefallen.

Aber warum wurde der Kirchenstandort eigentlich aufgegeben? Wie es auf der Homepage der neuapostolischen Kirche heißt, stand sowohl die Kirche in Peißenberg als auch die in Weilheim vor einer Renovierung. Letztere aber in geringerem Umfang. Die Kirchenleitung habe sich deshalb entschlossen, die Peißenberger Gemeinde aus wirtschaftlichen, letztlich aber auch aus seelsorgerischen Gründen der Weilheimer anzugliedern. Und die Fusionierung im Herbst 2017 ging offenbar reibungslos über die Bühne: „Es hat keine Probleme gegeben. Die Gläubigen aus den verschiedenen Gemeinden kannten sich ja vorher schon alle untereinander“, sagt Kirchensprecher Klaus Zeitler.

Bernhard Jepsen

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