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Regenbogen-Kindergarten in Peißenberg: Wer soll Außenbereich planen?

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Von: Bernhard Jepsen

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Der Außenbereich des Peißenberger Kindergartens „Regenbogen“ soll saniert und neu gestaltet werden.
Der Außenbereich des Peißenberger Kindergartens „Regenbogen“ soll saniert und neu gestaltet werden. Foto: ruder © Ruder

Die geplante Neugestaltung der Außenanlagen am Kindergarten „Regenbogen“ mit der Sanierung des Gebäudes packen und dabei Fördergelder abgreifen: Diese Vorgehensweise hat die Marktverwaltung dem Peißenberger Bauausschuss empfohlen. Doch nicht alle Gremiumsmitglieder waren davon begeistert.

Parkplatztechnisch und aufgrund der relativ steilen Topographie ist der Standort des Regenbogen-Kindergartens oberhalb der evangelischen Kirche nicht gerade optimal. Bei Regenwetter ist das abschüssige und stark verdichtete Gelände für die Kinder nicht bespielbar. Zwischendurch hatte es bereits sogar einmal Überlegungen gegeben, den Kindergarten komplett an das Tiefstollengelände auszulagern (wir berichteten). Doch ein ernsthaftes Projekt wurde daraus nicht. Irgendwann war für die Gemeinde und den Träger, die evangelische Kirche, klar: Am Standort an der Thalackerstraße wird festgehalten, das Gebäude modernisiert und das Freigelände neugestaltet.

Letzteres sollte die Gemeinde eigentlich in Eigenregie planen und von Gartenbaubetrieben Angebote einholen. Auf diese Marschrichtung hatte sich zumindest der Marktrat hinter verschlossenen Türen verständigt. In der jüngsten Bauausschuss-Sitzung schlug das Bauamt jedoch ein anderes Prozedere vor: Sonja Mayer, zuständig für die Grünflächen in der Gemeinde, berichtete, dass die Rathausverwaltung nochmals Rücksprache mit der Förderstelle der Regierung von Oberbayern gehalten habe – mit dem Ergebnis, dass die Sanierung des Außengeländes nur in Verbindung mit der Gebäudesanierung als Gesamtmaßnahme förderfähig sei. Die Fördermittel nach FAG (Finanzausgleichsgesetz – Finanzausgleich zwischen Bund und Ländern) hätten in den letzten Jahren zwischen 50 und 60 Prozent der förderfähigen Kosten betragen. Ein Förderkriterium ist laut Mayer, dass eine „fachgerechte Planung“ erfolgt. Soll heißen: Für die Neugestaltung der Außenanlagen müsste ein Fachplanungsbüro beauftragt werden.

Das sorgte bei Ausschussmitglied Jürgen Forstner in der Debatte für Unmut: „Ich stimme dem nicht zu“, so der Fraktionssprecher der Freien Wähler: „So etwas muss man selber stemmen können.“ Bei den Außenanlagen des Regenbogenkindergartens würde es sich um eine relativ kleine Fläche handeln. Und bei der Gestaltung der Außenspielfläche beim neu eröffneten „Kinderhaus im Dorf“ habe der Bauhof eine „wunderschöne Rutsche“ mit Steinblöcken in den Hang gesetzt: „Das schaut irre gut aus“, so Forstner.

Meyer entgegnete, dass der Markt unter dem Strich finanziell bessergestellt sei, wenn er das Gesamtpaket zur Förderung anmelden würde. Die Landschaftsarchitektin bezifferte die Baukosten im Außenbereich auf etwa 40 000 Euro, die Sanierung im Innenbereich aber auf 600 000 Euro. Angesichts dieser Diskrepanz fühlte sich Forstner in seiner Argumentation bestärkt: „Ich bin der felsenfesten Überzeugung, dass wir ohne Planer und Förderung besser dastehen.“ Wenn man bei 40 000 Euro die Hälfte gefördert bekommt, dann verschlingt die anderen 20 000 Euro der Planer – „und das sehe ich einfach nicht ein“. Es sei gängige Praxis, dass die Fachbüros die Kosten bei kommunalen Bauprojekten massiv in die Höhe treiben würden. Ähnlich äußerte sich Stefan Rießenberger: „Das Gebäude über die Förderung laufen zu lassen, das ist okay. Aber die Spielfläche schaffen wir alleine.“

Mayer indes verwies darauf, dass die Neugestaltung aufgrund der Topographie nicht ganz einfach und sich nicht auf die Aufstellung von Spielgeräten beschränken werde. Das Gelände, das einem „hohen Nutzungsdruck ausgesetzt“ sei, müsse aufwendig terrassiert werden: „Das ist eine vertrackte Angelegenheit – auch wegen der Sicherheitsaspekte“, so Mayer. Doch die Skepsis im Gremium blieb.

Nachdem Forstner kritisiert hatte, dass noch keinerlei Zahlen von Gartenbaufirmen vorliegen würden, wurde der Tagesordnungspunkt auf Antrag von Rießenberger vom beschließenden Teil der Ausschusssitzung zur Beratung in die Fraktionen vertagt. Zuvor hatte auch Anton Höck (Peißenberger Liste) Bedenken angemeldet. Demnach sei es fraglich, ob 40 000 Euro für die Neugestaltung der Außenfläche ausreichen würden. Generell sei es angebracht, dass der Ausschuss respektive Marktrat zunächst darüber informiert werde, was denn außen und im Gebäude auf der Sanierungsliste steht. Erst dann könne man eine fundierte Entscheidung treffen.

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