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Klares „Nein“ zur Wohnraumnutzung

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Von: Bernhard Jepsen

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Bald nur noch ein reines Wohnhaus? Das Anwesen an der Ecke Gartenstraße/Bachstraße in Peißenberg.
Bald nur noch ein reines Wohnhaus? Das Anwesen an der Ecke Gartenstraße/Bachstraße in Peißenberg. © Jepsen

Ist der Umbau der bestehenden Gewerbeflächen in eine Wohnraumnutzung zulässig? Mit dieser Frage musste sich der Peißenberger Bauausschuss bezüglich eines traditionsreichen Geschäftshauses an der Bachstraße beschäftigen. Das Votum im Rahmen des Vorbescheidsantrags fiel eindeutig aus – nämlich ablehnend.

Peißenberg – Älteren Peißenbergern wird das Wohn- und Geschäftshaus an der Ecke „Gartenstraße / Bachstraße“ noch als Ladenstandort von „Textil Hutterer“ in Erinnerung sein. Im Lauf der Jahrzehnte gab es immer wieder Nutzerwechsel in den Erdgeschossräumlichkeiten. Zuletzt war neben der immer noch bestehenden Physiotherapie und Hausarztpraxis ein Second-Hand-Laden und später ein Café eingerichtet. Dessen Räumlichkeiten nutzt inzwischen die Physio-Praxis.

Im Bauausschuss lag nun ein Vorbescheidsantrag auf dem Tisch, mittels dem der Antragssteller in Erfahrung bringen wollte, ob das gesamte Erdgeschoss und ein Teil des Untergeschosses statt als Gewerbefläche auch als Wohnraum genutzt werden kann. Insgesamt handelt es sich um eine Fläche von 700 Quadratmetern. Das Gebäude liegt planungsrechtlich in einem Mischgebiet. Die Umnutzung, so konstatierte Bürgermeister Frank Zellner (CSU) im Ausschuss, würde den Gebietscharakter aus Wohnen und Gewerbe nicht tangieren: „Das Mischungsverhältnis rings herum wäre noch gegeben.“ Dennoch: In der Ausschussdebatte kristallisierte sich schnell ein Tenor heraus – nämlich für den Erhalt der Gewerbeflächen.

„Es ist dort vernünftiges und gut funktionierendes Gewerbe einquartiert. Den Betrieben möchte ich nicht den Hahn zudrehen“, betonte Matthias Reichhart (Bürgervereinigung). Ins gleiche Horn stieß Bernd Schewe (SPD): Im konkreten Fall würde es sich um ein „markantes Einkaufsgebäude“ handeln, auch wenn das Haus aktuell andere Betriebsformen beherbergen würde. Wenn man der Nutzungsänderung stattgeben würde, „dann wäre der Rückweg zu Gewerbenutzungen wohl für immer verbaut“: „Ich hätte damit richtig Bauchschmerzen“, so Schewe.

Zunächst differenziert bewertete Jürgen Forstner (Freie Wähler) die Lage. Man müsse Verständnis haben, dass der Eigentümer die Schaffung von Wohnraum in Betracht ziehe würde, wenn die Gewerbeeinheiten zum Teil leer stehen würden: „Ich bin hin- und hergerissen, aber wir müssen uns damit abfinden“, so Forstner – sein Credo: „Bevor das Gebäude leer steht, dann lieber Wohnbebauung.“ Doch auf den Einwand von Uschi Einberger (SPD) hin, dass die Physio-Praxis die ehemaligen Café-Räume inzwischen unter anderem für Yoga-Kurse nutzt, schwenkte Forstner um: „Dann soll bitte alles so bleiben, wie es jetzt ist.“ Auch Anton Höck (Peißenberger Liste) positionierte sich für den Erhalt der Gewerbeflächen: „Das sind 700 Quadratmeter. Damit kann man richtig was anfangen.“ Matthias Bichlmayr (Grüne) zeigte sich zudem irritiert, dass der Vorbescheidsantrag überhaupt gestellt wurde – und zwar in Bezug auf den erst kürzlich vorgenommen Inhaberwechsel bei der Hausarztpraxis: „Das finde ich auch interessant, dass man erst jemanden neuen einziehen lässt und dann so etwas vorlegt.“ Fazit: Der Bauausschuss verweigerte einhellig sein gemeindliches Einvernehmen zur Nutzungsänderung.

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