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Einer der der Oldtimer, die beim „5th Vintage Motor & Music Festival“ der Gasoline Gang diesen Sommer an der Tiefstollenhalle zu sehen waren.

Peissenberg

Klares Statement pro Oldtimertreffen

Peißenberg - Der Marktgemeinderat sprach sich für eine Genehmigung des Oldtimertreffens aus. Es gab lediglich eine Gegenstimme.

In der letzten Woche hatte sich der vorberatende Haupt- und Finanzausschuss bereits klar und deutlich für die weitere Genehmigung des jährlich am Tiefstollengelände stattfindenden Oldtimertreffens ausgesprochen (wir berichteten). Am Mittwochabend zog der Marktrat in seiner Plenumssitzung erwartungsgemäß nach und stärkte der „Gasoline-Gang“ als Veranstalter sowie Bürgermeisterin Manuela Vanni in ihrer Funktion als Genehmigungsinstanz demonstrativ den Rücken.

Damit dürfte klar sein, dass der Marktverwaltung bald eine Klageschrift ins Rathaus flattert. Anlieger Dr. Josef Anzenberger hatte über eine Münchener Anwaltskanzlei für den Fall, dass erneut eine Erlaubnis für die Organisation des Oldtimertreffens am Tiefstollen erteilt wird, gerichtliche Schritte in Form einer Unterlassungsklage angedroht. Anzenberger kritisiert schon seit Jahren die hohe Lärmbelastung durch die Veranstaltung. Die Beschlussfassung im Marktrat war letztlich nur noch eine Formsache. Das überregional bekannte Oldtimertreffen ist für Peißenberg inzwischen zu einem imagebildenden Markenzeichen geworden – und daran hat natürlich auch die Kommunalpolitik Interesse. In der Ratssitzung fragte Matthias Reichhart (Bürgervereinigung), warum denn überhaupt über die Angelegenheit abgestimmt werde. Das Oldtimertreffen sei eine funktionierende Veranstaltung und die Erteilung des Genehmigungsbescheids falle in den Kompetenzbereich der Bürgermeisterin. Vanni erwiderte, dass es ihr bei der Beschlussfassung vor allem um den Rückhalt des Gemeinderats gehe: „Ansonsten heißt es danach, ‘warum hast du das genehmigt, wenn du weißt, dass wir eine Unterlassungsklage bekommen‘.“ Auch Robert Halbritter hielt den Beschluss für notwendig: „Wir sollten als Gremium ein klares Statement pro Oldtimertreffen abgeben. Das ist sehr wichtig“, so der SPD-Fraktionssprecher. Inhaltlich wurde im Marktrat nicht mehr groß diskutiert. Walter Wurzinger (CSU) verwies darauf, dass das Tiefstollengelände größtenteils der Öffentlichkeit gehöre – „und dort finden eben auch Veranstaltungen statt“. Dr. Klaus Geldsetzer wiederum stellte bezüglich der Klageandrohung die Verhältnismäßigkeit in Frage: „Es sind über das Jahr vielleicht drei bis vier Veranstaltungen, die im Außenbereich über die Bühne gehen. Das ist nicht zu viel und vertretbar“, so der SPD-Gemeinderat. „Wir nehmen ohnehin schon sehr viel Rücksicht“, betonte auch Vanni. Anzenberger, so berichtete die Rathauschefin, gehe es letztlich nur um eine Veranstaltung – nämlich das Oldtimertreffen. Gegen den Weihnachtsmarkt habe er hingegen nichts einzuwenden. Von den 19 anwesenden Gemeinderäten stimmte lediglich Georg Karl gegen die Erlaubniserteilung für das Oldtimertreffen.

Auf Nachfrage der Heimatzeitung erklärte der SPD-Rat, dass er das Tiefstollenhallengelände nicht als den geeigneten Veranstaltungsort für die Automobil- und Musiksause hält. Anzenbergers ablehnende Haltung sei durchaus nachvollziehbar: „Wenn ich dort oben wohnen würde“, so Karl, „dann würde ich das Oldtimertreffen auch nicht haben wollen.

Text: Bernhard Jepsen

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