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Wie einst im Peißenberger Bergwerk: Die Knappenvereins-Gruppe nach der Ausfahrt auf „Prosper Schacht 10“,die Gesichter sind noch von Kohlestaub überzogen.

Besuch auf Zeche „Prosper Haniel“  

Knappenverein fuhr stilecht ein

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Der Knappenverein Peißenberg war auf Bildungsreise im Ruhrpott. Klar, dass es auch unter Tage ging. In 1200 Meter Tiefe gab es viel zu sehen.

PeißenbergEs war wie einst zur Blütezeit des Peißenberger Bergbaus: Ein Gruppe Männer, im Bergmanngewand, lächelt in die Kamera, die Gesichter von Kohlestaub geschwärzt. Die Industriezeit, in der Marktgemeinde mit der Bergwerksschließung am 31. März 1971 endgültig zu Ende gegangen, ließ jetzt der Knappenverein Peißenberg aufleben: 16 Mann machten sich zu einer Tour an die Ruhr auf. Natürlich wurde auch in eine Zeche eingefahren.

Es war eine viertägige „hochinteressante Städtereise“, teilt Vereinschef Rudi Hochenauer mit. Im einstigen Herz der deutschen Schwerindustrie besichtigten die Gäste aus dem Oberland viele Orte und Stätten mit bergbaulichem Bezug. Besucht wurde die im Jahr 2001 zum Unesco-Weltkulturerbe ernannte Zechenanlage in Essen. Die Zeche „Zollverein“ war bis 1986 in Betrieb, in Spitzenzeiten arbeiteten hier mehr als 5000 Bergleute und förderten bis zu 13 000 Tonnen Kohle am Tag. Höhepunkt war eine sogenannte Befahrung auf der Zeche „Prosper Schacht 10“. Nachdem die Besucher eingewiesen und eingekleidet worden waren, ging es mit dem Förderkorb in 100 Sekunden in 1200 Meter Tiefe. Unten angekommen, fuhr die Gruppe mit einer Schienenhängebahn über vier Kilometer zum Abbbauort der Steinkohle. Dort wird das Gestein vollautomatisch mit dem Hobel abgebrochen. „Die Temperaturen unten sind trotz des Einsatzes von Kühlaggregaten bei weit über 30 Grad“, beschreibt Hochenauer die Szenerie. Der Besuch bei „Prosper Haniel“ und die Möglichkeit, in einen noch aktiven Steinkohlebergbau einzufahren, kam laut Hochenauer durch Vermittlung von CSU-Verkehrsminister Alexander Dobrindt zustande. Auf „Prosper 10“ arbeiten derzeit noch etwa 1800 Mann. Die geförderte Kohle wird zur Stromerzeugung in Kraftwerken genutzt. Doch dies wird nicht mehr lange so sein, so Hochenauer: „Am 31. Dezember 2018 ist das Ende des deutschen Steinkohleberbaus erreicht. Dann gibt es in Deutschland keine aktive Zeche mehr, welche noch Steinkohle fördert.“

Zum Abschluss ihrer Bildungsreise besuchten die Peißenberger das Deutsche Bergbaumuseum in Bochum. Natürlich standen Besuche bei Freunden und Kameraden in Bottrop, Bochum und Essen auf dem Programm – von diesen bekommt der Verein stets bergbauliche Ausstattung zur Verfügung gestellt.

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