5:4 Stimmen für Anbau an Berghof

Knappes Votum für „letzten Antrag“

Peißenberg - Der Bauausschuss segnete die  Anbaupläne für das Nebengebäude auf dem Berghofanwesen von Christa Probst ab. Allerdings knapp mit 5:4 Stimmen.

Sie würde nur noch einen Bauantrag stellen, hatte Christa Probst im September beim Ortstermin auf dem ehemaligen Kinderheimgelände am Berghof versprochen – und die anwesenden Bauausschussmitglieder nickten zustimmend. Die Gremiumsmitglieder waren von der Neugestaltung des Areals begeistert. Probst, die eine Organisationsberatungsfirma betreibt und das 4,5 Hektar große Gelände 2010 gekauft hat, möchte auf ihrem Berghof-Anwesen bekanntlich in den Nebengebäuden Seminare veranstalten. Nachdem es vor einem Jahr bereits wegen der Errichtung eines Weideunterstands zu Dissonanzen gekommen war, flatterten der Bauverwaltung im Zuge der Umgestaltung mehrere Bauanträge ins Rathaus – was im Amt nicht sonderlich gut ankam.

Das war auch in der jüngsten Bauausschusssitzung zu spüren, in der Probsts „letzter Antrag“ auf der Tagesordnung stand. Der bezog sich auf eine Nutzungsänderung eines Nebengebäudes als Seminarunterkunft mit zusätzlichem Anbau eines Wintergartens und einer WC-Anlage. Eigentlich keine große Sache. Probsts Umgestaltungspläne wirken gefällig und dienen, wie sie selbst betont, lediglich der Optimierung des alten Gebäudebestands. Das hatten eigentlich auch die Ausschussmitglieder bei ihrem Ortstermin so wahrgenommen und goutiert. Doch bei der jüngsten Abstimmung über den Änderungsantrag erhielt selbiger mit 5:4 Stimmen nur eine dünne Mehrheit.

Die Bauverwaltung hatte vor dem Votum erhebliche Bedenken vorgetragen: Mit den erfolgten Erweiterungsmaßnahmen und Nutzungsänderungen, so hieß es, sei der im planerischen Außenbereich maximal mögliche Umfang bereits ausgeschöpft. Die Zulassung weiterer Vorhaben werde deshalb äußerst kritisch gesehen. Außerdem sei nach wie vor die Löschwasserversorgung auf dem Areal als nicht funktionsfähig anzusehen. Hierzu würde mittlerweile auch eine Stellungnahme der Kreisbrandinspektion vorliegen: „Da muss nachgebessert werden“, erklärte Bauamtsmitarbeiter Gerold Grimm, der im Zuge der Planungen insgesamt von einer „Salamitaktik“ sprach. Bürgermeisterin Manuela Vanni meinte zudem, dass die WC-Anlagen durchaus auch im Gebäudeinneren untergebracht werden könnten. Doch wie gesagt: Die Mehrheit des Ausschusses segnete die Anbauten ab. 

Bernhard Jepsen

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