+
Anja Kolumbus wohnt noch immer in Peißenberg und pendelt nach Berg.

Was macht eigentlich ... Anja Kolumbus?

Kolumbus ist angekommen in Biberkor

2011 verließ Anja Kolumbus die Peißenberger Montessori-Schule und ging nach Biberkor. Den Wechsel hat sie nicht bereut. 

Peißenberg – Es hat Zeiten gegeben, da hat man den Namen von Anja Kolumbus regelmäßig in der Heimatzeitung gelesen. Kolumbus war Leiterin der Peißenberger Montessorischule und zwölf Jahre lang im Vorstand des Kulturvereins aktiv. Wenn zum Beispiel die Veranstaltungsprogramme für die Tiefstollenhalle vorgestellt wurden oder die Montessorischule einen Sponsorenlauf organisierte, dann war es Kolumbus, die in der Öffentlichkeit eloquent für die Sache warb. Doch medial ist es in letzter Zeit etwas ruhiger um die 58-Jährige geworden. Da stellt sich die Frage: Was macht eigentlich Anja Kolumbus?

Kolumbus ist der Montessori-Pädagogik treu geblieben, allerdings ist sie nicht mehr in Peißenberg tätig, sondern unterrichtet seit sechs Jahren an der Montessori-Schule Biberkor in Berg am Starnberger See. Biberkor gehört mit seinen rund 520 Schülern zu den größten Montessorischulen in Bayern. Bereut hat Kolumbus den Wechsel nicht. „Ich habe das damals schon mit vollem Bewusstsein entschieden und sehe es heute noch klarer“, betont sie: „Es war für mich eine neue Herausforderung und eine logische Konsequenz.“ Der Abschied von der Peißenberger Montessorischule 2011 verlief für Kolumbus nicht ganz reibungslos. „Als Knatsch habe ich es zwar nicht empfunden“, erzählt sie im Rückblick, „doch es gab unterschiedliche Auffassungen, wie eine private Schule funktioniert und wie die Stellung des Schulleiters zu interpretieren ist.“

Doch das ist Vergangenheit und abgehakt. Der Fokus liegt nun ganz auf Biberkor: „Das ist eine sehr vielseitige Schule, die viel ausprobiert und den Lehrern viel Gestaltungsspielraum lässt. Ich fühle mich da sehr willkommen“, schwärmt Kolumbus, die derzeit als „Klassenleiterin mit Leib und Seele“ in der 8. Jahrgangsstufe unterrichtet und in Biberkor schon den ein oder anderen Sprössling von bekannten Schauspielern oder anderen Berühmtheiten unter ihren Fittichen hatte. Die gesellschaftliche Herkunft blendet Kolumbus allerdings bei ihrer Arbeit aus: „Ich ignoriere es. Mir und meinen Schülern geht es damit gut.“ Überhaupt hat Kolumbus in Biberkor eine „viel größere Entspanntheit und Gelassenheit“ an sich festgestellt: „Die Arbeit macht mir Spaß. Sie fordert mich auf positive Weise.“ Die tägliche Pendelei von Peißenberg nach Berg und zurück nimmt sie dafür gerne in Kauf: „Das ist gar nicht so belastend. Und wenn ich auf der Heimfahrt in die Bergkette schaue, dann genieße ich das auch. Außerdem hab’ ich ein schnelles Auto“, erklärt Kolumbus schmunzelnd.

Von Peißenberg wegzuziehen ist für sie kein Thema – „das habe ich heute nicht vor und morgen auch nicht“. Die sozialen Kontakte am Ort bestehen nach wie vor, und der erwachsene Sohn wohnt ganz in der Nähe.

Der Kontakt zum Kulturverein indes ist nicht mehr ganz so eng. 2015 hat Kolumbus das Amt der Vorsitzenden aufgegeben. Die zunehmende Professionalisierung im Verein ließ sich mit der Inanspruchnahme in Biberkor nicht mehr vereinbaren. „Nach zwölf Jahren war es der richtige Zeitpunkt, aufzuhören.“ Inzwischen kann sich Kolumbus aber wieder eine Tätigkeit abseits des Berufs vorstellen: „Ich halte es für wichtig, dass man sich in der eigenen Region engagiert“, sagt sie: „Und ich habe bereits auch etwas im Hinterkopf.“ Was genau, das will Kolumbus noch nicht verraten. Mit dem Kulturverein wird es aber vermutlich nichts zu tun haben: „Ich schaue gerne nach vorne und interessiere mich für neue Themenfelder. Auf alle Fälle wird es etwas in Peißenberg sein.“ Gut möglich also, dass man bald wieder öfters den Namen von Anja Kolumbus in der Heimatzeitung liest.

Bernhard Jepsaen

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Penzberg ist Energiewende-Kommune: Späte Feier mit Preis-Tafel
Eigentlich ist es schon elf Monate her, dass die Bürgerstiftung „Energiewende Oberland“ die Stadt Penzberg als „Energiewende-Kommune 2016“ ausgezeichnet hat. Gefeiert …
Penzberg ist Energiewende-Kommune: Späte Feier mit Preis-Tafel
„Das geht gar nicht“
Der Peißenberger Bauausschuss war nicht erfreut. In seiner jüngsten Sitzung übte er heftige Kritik am Landesamt für Denkmalpflege, das den Barbarahof unter …
„Das geht gar nicht“
Pfiffige Ideen gesucht: Penzberg verleiht Bürgerenergiepreis
Wer bekommt in Penzberg den ersten Bürgerenergiepreis? Diese Frage soll in genau zwei Monaten beantwortet werden. Ab sofort läuft die Bewerbungszeit bei der Stadt …
Pfiffige Ideen gesucht: Penzberg verleiht Bürgerenergiepreis
Hier finden Sie am Sonntag alle Ergebnisse des Wahlkreises Weilheim
Welche Kandidaten ziehen für den Wahlkreis Weilheim in den Bundestag ein? Hier finden Sie am Wahlabend die Hochrechnungen der einzelnen Gemeinden.
Hier finden Sie am Sonntag alle Ergebnisse des Wahlkreises Weilheim

Kommentare